Forscher entdecken in der Temperatur-Karte der Hintergrundstrahlung Spuren eines früheren Universums. Die Kollisionen von Schwarzen Löchern hinterließen Ringstrukturen im All.
Astronomen warten mit neuen Erkenntnissen zum Urknall auf. Foto: dpa
Zuerst leuchtete ein gleißender Funke auf. Aus dem subatomaren Glutball erwuchs in Sekundenbruchteilen ein apfelgroßes Gebilde, das dann weiter expandierte. Das All war geboren – hervorgegangen aus dem Feuersturm des Urknalls. In diesem ersten Moment, der sich vor 13,7 Milliarden Jahren ereignete, entstanden Raum und Zeit sowie die Materie.
Davor, so glaubten die Kosmologen viele Jahre lang, könne nichts existiert haben. „Zu fragen, was war vor dem Beginn des Universums, ist so sinnlos wie die Frage: Was ist nördlich vom Nordpol?“, schrieb etwa der an den Rollstuhl gefesselte britische Physiker Stephen Hawking in seinem 1988 erschienen Bestseller „Eine kurze Geschichte der Zeit“.
Das Nachleuchten des Urknalls
Die kosmische Hintergrundstrahlung gilt als das Nachleuchten des Urknalls. Sie wurde 1965 von den US-Radioastronomen Arno Penzias und Robert Wilson entdeckt. Unmittelbar nach der Entstehung des Kosmos war die Materie darin so heiß, dass sie als Plasma vorlag, die Elektronen waren also von den Atomkernen getrennt. Ein energetisch angeregtes Plasma ist elektrisch leitfähig und sendet Licht aus, fängt aber auch Lichtteilchen (Photonen) wieder ein. Die im glühenden Gas umher flitzenden Photonen wurden somit unmittelbar nach ihrer Entstehung absorbiert. Das All war deshalb undurchsichtig.
Erst als sich das All 380 000 Jahre nach dem Urknall auf etwa 3000 Kelvin abgekühlt hatte, konnten sich Elektronen und Atomkerne zu vollständigen Atomen verbinden. Jetzt wurde das Licht nicht mehr absorbiert, sondern konnte die nunmehr elektrisch neutrale Materie ungehindert durchfliegen – der Kosmos wurde durchsichtig.
Diese erste freie Strahlung gibt es heute noch. Sie wurde durch Expansion des Alls in den Mikrowellenbereich des Spektrums verschoben und schwächte sich stark ab, heute beträgt ihre Strahlungstemperatur noch 2,7 Kelvin (der absolute Nullpunkt liegt bei null Kelvin = minus 273 Grad Celsius). Doch ihr wurden Informationen von Prozessen aufgeprägt, die sich in jener frühen Phase im Universum abspielten. So formte sich die unsichtbare Dunkle Materie unter dem Einfluss der Schwerkraft zu großen Wolken. Diese zogen die normale, sichtbare Materie an. Diese Materieanhäufungen waren die Keimzellen der heutigen Galaxien.
Das Weltraumteleskop WMAP der US-Raumfahrtbehörde Nasa hat die kosmische Hintergrundstrahlung gemessen und eine Karte angefertigt, die die Unterschiede in der Strahlungstemperatur zeigt. Die Abkürzung steht für Wilkinson Microwave Anisotropy Probe, Namenspatron ist der US-Physiker David Todd Wilkinson. WMAP sammelte nach dem Start 2001 neun Jahre lang Daten, bis die Nasa im August 2010 die Mission beendete. Die Daten werden noch zwei Jahre lang ausgewertet. Dank WMAP ließ sich das Alter des Universums mit 13,73 Milliarden Jahren bestimmen.
Das Universum besteht zu 4,6 Prozent aus konventioneller sichtbarer Materie, zu 23 Prozent aus der noch rätselhaften Dunklen Materie, zu 73 Prozent aus der ebenso unerklärlichen Dunklen Energie und zu 0,4 Prozent aus Neutrinos, die im Urknall in großer Zahl entstanden. Zudem zeigten die Daten, dass das Universum „flach“ ist, also keine Raumkrümmung aufweist und somit der euklidischen Geometrie entspricht.
Seit August 2009 vermisst auch die europäische Raumsonde Planck die kosmische Hintergrundstrahlung. Sie erspürt Temperaturunterschiede von einem Millionstel Grad. Die ersten Messergebnisse will die europäische Raumfahrtagentur Esa 2013 veröffentlichen.
Dieses Dogma ist gefallen. Aufgrund neuer Überlegungen glauben heute viele Kosmologen, dass der Urknall gar nicht der Punkt Null der kosmischen Schöpfungsgeschichte war, sondern eher ein Durchgangsstadium, in dem ein früheres Universum in den uns vertrauten Kosmos überging. Mit Hilfe einer Reihe neuer Theorien versuchen die Forscher nun, gewissermaßen hinter diesen Ursprungspunkt zurück zu schauen und die physikalischen Zustände, die in dieser „Zeit vor der Zeit“ herrschten, zu ergründen.
Ein solches Modell erstellten bereits Anfang der 90er Jahre die deutschen Astronomen Wolfgang Priester und Hans-Joachim Blome. Darin ersetzten sie den Urknall durch einen sanfteren Schöpfungsakt, den sogenannten Urschwung. Das Universum, so die Idee, habe als unendlich großer Raum seit ewigen Zeiten existiert. Materie gab es darin nicht, stattdessen war er von Quantenfeldern erfüllt. Sie bestehen aus reiner Energie und erreichen eine hohe Energiedichte.
Weil auch Energie eine Gravitationswirkung besitzt, wie sich aus Albert Einsteins Formel E=mc2 ergibt, ließ die Schwerkraft der Quantenfelder diesen Kosmos auf eine minimale Ausdehnung schrumpfen. Danach, in einer Art Rückprall, dehnte er sich jäh wieder aus. Dieser Moment war der Urschwung. Er leitete in das expandierende Universum über, in dem wir heute leben, wobei aus den ursprünglichen Quantenfeldern die Materie entstand .
Später entwarfen der US-Physiker Paul Steinhardt von der Universität Princeton und der britische Mathematiker Neil Turok von Universität Cambridge die Theorie eines zyklischen Universums. Demnach durchläuft das Universum eine endlose Reihe von Zyklen, die jeweils mit einem Urknall beginnen. Danach entfaltet sich das All langsam über einen Zeitraum von Milliarden von Jahren. Treibende Kraft ist dabei die so genannte Dunkle Energie.
Wenn sich Materie und Strahlung in dem aufgeblähten Raum bis zum Äußersten verdünnt haben, zieht dieser sich erst unmerklich, dann immer schneller zusammen, um schließlich in einem weiteren Urknall erneut geboren zu werden. In einem weiteren Modell beschreibt auch der Kosmologe Martin Bojowald von der Pennsylvania State University, ein Universum, das vor dem heutigen All existierte. „Wir können die Zeit jetzt weiter zurückverfolgen, über den Urknall hinaus – sogar so lange, bis wir die negative Unendlichkeit erreichen“, so Bojowald. „Das Universum hat somit keinen Anfang, es existierte ewig.“
Universum stülpte sich um
Auch er betrachtet den Urknall als Durchgangsstadium. Bei der Umwandlung des Vorläuferkosmos in unser gegenwärtiges All blieben die Naturgesetze laut Bojowald erhalten. Deshalb gab es in dem Spiegelkosmos wohl ebenfalls Sterne und Galaxien – und vielleicht sogar Leben. Im Lauf der Äonen zog er sich durch die Schwerkraft seiner Massen zusammen, bis er die geringstmögliche Ausdehnung erreicht hatte. Seine Existenz endete in jenem Feuerball, der den Kosmos gebar.
Dabei geschah etwas Bizarres: Das Universum stülpte sich um und kehrte sein Inneres nach außen. Bojowald nennt eine Analogie: „Entweicht aus einem perfekt kugelförmigen Ballon die Luft, schrumpft er fast auf einen Punkt zusammen. Geht der Kollaps weiter, durchdringen sich alle Raumpunkte gegenseitig. Wird der Ballon wieder aufgeblasen, tauchen sie spiegelverkehrt wieder auf.“
Den Modellen ist eine Grundannahme gemein: Im Urknall schnurrte der Vorläuferkosmos auf ein Raumgebiet zusammen, das kleiner ist als ein Atomkern. Darin schnellten Druck und Temperatur auf irrwitzige Werte empor. Durch diese extremen Verhältnisse wurden alle physikalischen Spuren des früheren Universums ausgelöscht, so dass Astronomen heute keine Chance haben, dessen Existenz nachzuweisen.
Jetzt aber steht auch dieses Paradigma auf der Kippe. Denn der britische Physiker Roger Penrose von der Universität Oxford will Spuren eines solchen Vorläuferkosmos entdeckt haben. Mit seinem armenischen Kollegen Vahe Gurzadyan nahm Penrose die Karte der kosmischen Hintergrundstrahlung unter die Lupe, die das Satellitenobservatorium „Wilkinson Microwave Anisotropy Probe“ (WMAP) geliefert hatte. Sie gilt den Astronomen als „Nachleuchten des Urknalls“.
Winzige Temperaturschwankungen in der Hintergrundstrahlung liefern ihnen Informationen über den genauen Verlauf der Urexplosion und die Entstehung der ersten Strukturen im All. Die Abweichungen vom Mittelwert werden in der WMAP-Karte durch verschiedene Farben kodiert.
In dem bunten Teppich wollen Penrose und Gurzadyan nun eine Vielzahl konzentrischer Ringe entdeckt haben, in denen die Temperatur deutlich weniger schwankt als im Durchschnitt. Die Wahrscheinlichkeit für ein zufälliges Auftreten solcher Muster in den Daten, sagen beide, sei geringer als eins zu zehn Millionen. Nochmals erheblich niedriger sei die Wahrscheinlichkeit dafür, dass mehrere Ringe konzentrisch auftreten, sich also um den gleichen Mittelpunkt erstrecken.
Für seine Entdeckung ersann das Forscherduo eine abenteuerliche Interpretation: Die ringförmigen Strukturen seien Spuren von Kollisionen supermassiver Schwarzer Löcher, wie sie in den Zentren der meisten Galaxien stehen − in einem Universum, das dem unseren voraus ging. Hervorgebracht wurden sie von den Gravitationswellen, die beim Zusammenprall der Schwarzen Löcher entstanden. Die Wellen sollen die extremen Zustände des Urknalls überstanden und sich in unserem All erneut ausgebreitet haben. Mittels der Ringe könnten die Forscher nun gleichsam durch den Urknall hindurch in den davor existierenden Kosmos schauen.
Die besten Bilder des Hubble-Weltraumteleskops
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Die besten Bilder des Hubble-Weltraumteleskops
Der Helix-Nebel: Das "Auge Gottes", wie der Helix-Nebel auch genannt wird, ist ein sterbender Stern im Sternbild Wassermann. Mit einer Entfernung von 650 Lichtjahren ist er der nächste Nebel, so dass sich auf der Aufnahme sogar feine Details seiner Gasstruktur zeigen. Entstanden ist der Nebel, weil sich ein Stern wie unsere Sonne zum roten Riesen auf blähte, dann ihre Hülle absprengte und schließlich zum heißen Weißen Zwerg in der Mitte des Auges wurde.
Foto: Nasa
V838 Monocerotis: Blitzlicht im Weltall. Ungewöhnliche Helligkeitsausbrüche machten im Frühjahr 2002 die Astronomen auf den Stern V838 aufmerksam. Aufnahmen mit dem Hubble-Teleskop zeigten dann, wie eine Lichtfront durch eine bereits zuvor vorhandene Staubwolke wanderte. Physiker vermuten, dass der sich aufblähende Rote Riese im Zentrum wasserstoffreiche Großplaneten geschluckt hat und dadurch eine blitzartige Fusionsreaktion entstand, die die Lichtblitze verursachte.
Foto: Nasa
Der Katzenaugen-Nebel: Die außerordentlich komplexe Struktur des Katzenaugen-Nebels kommt möglicherweise durch ein Doppelstern-System in seiner Mitte zustande. Einer der beiden Sterne hat mehrfach seine Hülle abgestoßen. Entdeckt wurde er bereits 1786 von Wilhelm Herschel, das Spektrum untersuchte dann 1864 der Amateurastronom William Huggins. Der Katzenaugen-Nebel liegt in rund 3000 Lichtjahren Entfernung im Sternbild Drache.
Foto: Nasa
Der Carina-Nebel: Säule der Schöpfung nennt sich diese Wolke aus Staub und Wasserstoffgas im Carina-Nebel. In diesem Nebelkomplex entstehen viele neue Sterne, deren Strahlung den Staub ins All bläst und so den "Heiligenschein" erzeugt. Carina liegt in rund 7500 Lichtjahren Entfernung im Sagittarius-Arm unserer Milchstraße.
Foto: Nasa
Es folgen weitere Hubble-Bilder: Der Adler-Nebel ...
Foto: Nasa
... die Magellansche Wolke ...
Foto: Nasa
... die Whirlpool Galaxis ...
Foto: Nasa
... und zwei Galaxien, die sich um einander drehen.
Foto: Nasa
Seit 20 Jahren liefert das Hubble-Weltraumteleskop Bilder aus dem Universum - zum Dienstjubiläum zeigen wir noch einmal einige der schönsten Aufnahmen. Der Sombrero-Nebel etwa - benannt nach dem mexikanischen Hut - ist eine der eindrucksvollsten Galaxien. Das Bild wurde aus Aufnahmen des Hubble-Weltraumteleskops im sichtbaren Bereich und des Spitzer-Teleskops im infraroten Bereich komponiert. Besonders gut sichtbar ist die breite Krempe aus Staub - sie besteht aus den Überresten explodierter Sterne.
Foto:
Nasa
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Guckloch ins Universum
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Unbemerkt von den Erdenbürgern sind Sonden, Teleskope und kleine Roboter wie Phoenix dabei, die Tiefen des Weltalls zu erforschen. Von Zeit zu Zeit senden sie Bilder zur Erde: Kleine Gucklöcher in unendliche Weiten. Zum Beispiel in "Herschels Schmuckkästchen", einen offenen Sternhaufen am Südhimmel.
Foto: Eso
Im Sternbild Skorpion findet das Teleskop Hubble den Käfer-Nebel: NGC 6302.
Foto: nasa
Der Schöpfung bei der Arbeit zu sehen: Hunderte funkelnde blau erstrahlende Sterne hat das Weltraumteleskop Hubble in einem Nebel der Großen magellanschen Wolke entdeckt. 170.000 Lichtjahre entfernt von der Erde existiert dort die größte bisher bekannte Sternenkinderstube.
Foto: nasa/esa/dpa
In diesem Bild vereinigen sich mosaikartig ganz verschiedene Aufnahmen einer europäischen Kamera auf dem Teleskop La Silla Observatoriums in Chile. In der Mitte ist ein anderer Sternenkreissaal zu sehen, in dem neue Sterne entstehen.
Foto: eso
In wundersamen Farben strahlt die Sternenfabrik im Sternbild Schütze. Der mehrere tausend Lichtjahre entfernte Trifid-Nebel hat seinen Namen vom lateinischen Wort trifidus (dreigeteilt, dreigespalten), da dunkle Staubstreifen das glühende Herz der Sternen-Geburtsstätte dreiteilen. Die Aufnahme gelang den Wissenschaftlern vom La-Silla-Oberservatorium in Chile aus.
Foto: dpa/esa
Dieser Bildausschnitt einer Infrarot-Aufnahme des Spitzer-Teleskops zeigt ein "Familienporträt" ungezählter Sternengenerationen: Die ältesten Sterne sind als blaue Punkte zu erkennen, schwerer zu identifizieren sind die pinkfarbenen "Neugeborenen" im Sternenkreissaal.
Foto: NASA/JPL-Caltech/Harvard-Smithsonian CfA
Diese sternenbildende Region - von Wissenschaftlern unromantisch W5 genannt - hat das Teleskop Spitzer im Sternenbild Cassiopeia entdeckt, in einer Entfernung von 6500 Lichtjahren.
Foto: NASA/JPL-Caltech/Harvard-Smithsonian CfA
In den beiden Vertiefungen der kosmischen Wolke finden sich an den wie Gischt wirkenden Rändern die jüngsten Sterne - an den Spitzen der Elefantenrüsselartigen Verästelungen zeigen sie sich in Pink. Blaue Sterne außerhalb der beiden Vertiefungen sind vor oder hinter dieser kosmischen Wolke und gehören nicht zu W5.
Foto: NASA/JPL-Caltech/Harvard-Smithsonian CfA
Dieses Bild zeigt die sternformende Wolke NGC 346 mit den Daten von drei Teleskopen betrachtet.
Foto: NASA/JPL-Caltech/ESA/ESO/MPIA
In fremden Universen könnten andere Naturgesetze gelten, die skurrile Lebensformen hervorbringen - diese Vision verdeutlicht, wie so etwas aussehen könnte.
Foto: Nasa/FR-Montage Breuer
Die Realität fangen Teleskope im bekannten Universum ein: Gewaltige Gasblasen toben um den sterbenden Riesenstern Beteigeuze.
Foto: eso
Erste Fotos eines weit entfernten Sterns - hier eine Künstler-Vision des von Hubble fotografierten Sterns Fomalhaut ...
Foto: ESA, NASA, and L. Calcada
und des an Jupiter erinnernden Planeten (Fomalhaut b), der den 200 Millionen Jahre alten Stern alle paar Jahre umkreist.
Foto: Nasa/Esa/University of California, Berkeley
Fomalhaut liegt im Sternbild Fische.
Foto: A. Fujii, NASA, ESA, and Z. Levay
Rätselhaftes Universum: Das Weltraumteleskop Hubble lässt geheimnisvolle Dunkle Materie sichtbar werden: Beim Zusammenprall von zwei Galaxienhaufen entstand eine solche Energie, dass die von Physikern intensiv gesuchte Dunkle Materie (blau eingefärbt) von der sichtbaren Materie (violett) getrennt wurde. Die Dunkle Materie gibt den Astronomen Rätsel auf: Sie kann nicht direkt beobachtet werden, ihre Gravitationskräfte wirken aber auf die Umgebung. So konnte die korrekte Einfärbung berechnet werden.
Foto: Nasa
Die Feuerrad-Galaxie im Sternbild Großer Bär: Hier hat das "Spitzer"-Weltraumteleskop ähnliche Bedingungen vorgefunden, wie in einem jungen Universum. In den Außenbezirken der Galaxie fehlen demnach die Bausteine des Lebens, und es gibt auch nur wenig schwerere Elemente als Wasserstoff und Helium. Unter ähnlichen Bedingungen müssten die ersten Sterne und Galaxien im jungen Universum entstanden sein, berichtet das Jet Propulsion Laboratory der US-Raumfahrtbehörde NASA. Die "anorganische" Zone erscheint auf der Falschfarben-Aufnahme des Weltraumteleskops rot.
Foto: nasa/dpa
Dieses Bild zeigt die Spiral Galaxy im Sternbild Löwe.
Foto: nasa
Dieses Bild zeigt die Galaxien der Hickson Compact Group 31, die sich langsam miteinander vereinen und sich letztlich gegenseitig zerstören werden.
Foto: NASA/ESA/J. English/Hubble Heritage Team
Mit Hilfe des Hubble-Teleskops und des X-Ray Observatoriums Chandra haben Wissenschaftler auch Sternenaktivität im "Eagle Nebula" (M16) enthüllt. Der Adler-Nebel ist berühmt für die gewaltigen Staubsäulen in seinem Inneren. An ihren Spitzen finden sich neue Sterne. Die Daten des Observatoriums messen die Röntgenstrahlen: Rot, Grün und Blau stehen für wenig, mittlere und hohe Energie.
Foto: nasa
Diese dunklen Wolken im Carina-Nebel faszinieren die Wissenschaftler. Das detailreiche Bild des Hubble-Teleskops zeigt einen Teil des 300 Lichtjahre breiten Nebels der 7500 Lichtjahre von der Erde fern ist und NGC 3372 getauft ist. Verblichener Ruhm: Der energiereichste Stern Eta Carinae war für die Erdenbewohner 1830 zu sehen - als einer der hellsten Sterne am Horizont.
Foto: NASA, ESA, N. Smith (U. California, Berkeley) et al., and The Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
Das aus verschiedenen Aufnahmen aus den Jahren 2002 und 2003 errechnete Foto zeigt den Planeten Pluto - die Herstellung des Bildes hat vier Jahre gedauert und 20 Computer beschäftigt. Eine neue Erkenntnis: Der Zwergplanet Pluto errötet. Grund ist vermutlich der Anbruch einer neuen Jahreszeit im 248 Erdenjahre langen Plutojahr.
Foto: NASA/ESA/M.Buie
Der Saturn ist der zweitgrößte Planet unseres Sonnensystems. Der Blick von der Erde aus richtete sich fast genau auf die Kante der markanten Saturnringe, was die Beobachtung beider Saturnpole ermöglichte. Diese Konstellation tritt nur alle 15 Jahre ein.
Foto: NASA/ESA/Jonathan Nichols
In dieser Aufnahme zeigt sich der Mond von einer ungewöhnlichen Seite: Alle Mineralien sind hervorgehoben. Nach jüngsten Theorien soll ein Meteorit vom Mond das bis dato unbekannte Material Hapkeit zur Erde gebracht haben.
Foto: nasa
Diese Aufnahme des Hubble-Teleskops zeigt einen Cometen, der wohl durch die Kollision zweier Asteroiden entstanden ist und einen bizarren X-förmigen Schweif hinter sich her trägt. Er ist rund 144 Millionen Kilometer von der Erde entfernt und befindet sich zwischen den Planeten Mars und Jupiter.
Foto: NASA/ESA/D.Jewitt
Diese Aufnahme des Hubble-Teleskops zeigt einen Cometen, der wohl durch die Kollisionen zweier Asteroiden entstanden ist und einen bizarren X-förmigen Schweif hinter sich her zieht. Er ist rund 144 Millionen Killometer von der Erde entfernt und befindet sich zwischen den Planeten Mars und Jupiter
Foto: NASA/ESA/D.Jewitt
Mit Hilfe der Weltraumdaten erforscht unter anderem die Nasa auch das Verhalten und die Gravitationswellen von Schwarzen Löchern - hier eine Simulation.
Foto: nasa
Eine der nächsten großen Galaxien, NGC 1275, beherbergt ein solches Schwarzes Loch. Gas wirbelt um dieses Zentrum und entlässt Blasen in die umgebende Galaxie. Lange Gasfinger, die Röntgenstrahlung abgeben, reichen ins All hinaus. Nur sie geben etwas sichtbares Licht ab. Wissenschaftler vermuten, dass magnetische Felder die Galaxie vor der Zerstörung bewaren.
Foto: NASA, ESA, Hubble Heritage
Die folgenden Bilder des "Hubble"-Weltraumtelekops zeigen, wie der gigantische Wirbelsturm "Großer Roter Fleck" einen kleineren Bruder verschlingt.
Fotos: NASA, ESA, A. Simon-Miller (Goddard Space Flight Center), N. Chanover (New Mexico State University), and G. Orton (Jet Propulsion Laboratory)
Foto: dpa
Der erst in diesem Jahr entstandene Sturm "Baby Roter Fleck", ebenfalls ein mächtiger Orkan, habe sich dem dominanten Wirbel in den vergangenen Wochen zu stark genähert und werde nun verschluckt, berichtete das "Hubble"-Institut.
Foto: nasa
Die Beobachtung illustriere einen möglichen Mechanismus, über den sich der "Große Rote Fleck" seit mindestens 150 Jahren nahezu unverändert erhalten habe.
Foto: nasa
Auch bei diesem Bild hat die Nasa die Beobachtungen zweier Teleskope kombiniert: Spitzer und Hubble. Während das erste ein Infrarotbild lieferte, wurde vom zweiten ein normales Bild des sichtbaren Lichtes genommen. Die Galaxy wurde ihrer Form wegen nach einem mexikanischen Sombrero benannt.
Foto: nasa
Dieses Bild zeigt den Saturn mit seinen Ringen von der besten Seite, die nur alle 30 Jahre von der Erde aus zu sehen ist, da er sich ebenso wie die Erde von der Sonne entfernt und sich wieder annähert.
Foto: nasa/ap
Der Saturn-Mond Mimas mit seinem Krater Herschel ist von der Cassinisonde abgelichtet worden.
Foto: cassini/nasa
Der gleichen Sonde gelang auch dieser Schnappschuss des Planeten.
Foto: nasa
Duett der Spiralgalaxien NGC 5426 und 5427
Foto: nasa
Das "Hubble"-Weltraumteleskop hat dieses Bild einer Supernova- Explosionswolke im Sternbild Stier aufgenommen. Dieser so genannte Krebsnebel ist durch eine gewaltige Sternenexplosion entstanden. Die Aufnahme ist eine Kombination der "Hubble"-Beobachtungen mit Bildern der Europäischen Südsternwarte (ESO) in Chile. Die ursprüngliche Supernova hatten bereits chinesische Astronomen im Jahr 1054 beobachtet. Blau deutet auf elektrisch neutralen Sauerstoff hin, grün auf elektrisch geladenen Schwefel und rot auf elektrisch geladenen Sauerstoff. Im Zentrum des Krebsnebels sendet der zermalmte Kern des explodierten Sterns ähnlich einem Leuchtturm 30 Mal pro Sekunde Strahlungsblitze aus. Wie eine Art Dynamo versorgt dieser so genannte Pulsar das Innere des Nebels mit Energie. Der Krebsnebel ist etwa sechs Lichtjahre groß und 6500 Lichtjahre entfernt.
Foto: nasa
Wolken von leuchtendem Gas vermischen sich mit Staubspuren im Trifid Nebel der im Sternenbild des Schützen.
Foto: nasa
Die Hülle der Sonne (Corona) wird ständig von Eruptionen durchbrochen - derzeit versuchen Wissenschaftler deren Vorkommen vorherzusagen.
Foto: nasa
Diese künstlerische Visualisierung zeigt wie die Stereokamera COR1 Sonneneruptionen aufzeichnet.
Foto: Walt Feimer, NASA's Goddard Spaceflight Center
Dieser Planetennebel wurde am 4. Mai 2009 von einer der dienstältesten Kameras an Board des Hubble-Teleskop abgelichtet - ein Abschiedsfoto, denn die Wide Field Planetary Camera 2 (WFPC2) wird ausgemustert.
Foto: NASA, ESA, and the Hubble Heritage Team (STScI/AURA)
So stellen sich die Forscher der Nasa die Entstehung eines schwarzen Loches vor. Von Sternen, Planeten und Geburtsorten neuer Sterne gibt es dagegen bezaubernde Fotos....
Foto:
nasa
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Mit einer Analyse weiterer Daten der kosmischen Hintergrundstrahlung wollen Penrose und Gurzadyan ihren Befund stützen. Sie stammen von dem Ballon-Experiment Boomerang. Für die Messungen wurde der Ballon in jeweils zehn Tagen von Windströmungen um die Antarktis getragen und nahm dabei per Teleskop drei Prozent der Himmelssphäre auf. Tatsächlich, so die beiden Forscher, zeigten sich in den Boomerang-Daten die Ringe an den gleichen Stellen wie in der WMAP-Karte. Um ein Artefakt, hervorgerufen etwa durch die WMAP-Detektoren, könne es sich somit nicht handeln.
Penrose wertet den Fund als Beweis für die von ihm propagierte „konforme zyklische Kosmologie“ (KZK). Auch dieses Modell nimmt eine zyklische Abfolge von Kosmen an, die auseinander hervorgehen und dabei jeweils einen Urknall durchlaufen. Jedes Universum entspricht einem eigenen kosmischen Zeitalter, von Penrose „Äon“ genannt. Der jeweilige Urknall markiert die Grenze zwischen den Äonen.
Sie soll durchlässig sein für masselose Teilchen wie Lichtteilchen (Photonen) – oder eben Gravitationswellen. Im neuen Kosmos erzeugen letztere Dichteschwankungen in den Feldern, die den Raum darin durchziehen. Wenn mit der Abkühlung nach dem Urknall die Materieteilchen aus dem Energiefeld auskondensieren, bleiben diese lokalen Dichtevariationen erhalten und führen zu Temperaturschwankungen: In Regionen mit höherer Dichte wird es etwas wärmer.
Diese Temperaturunterschiede sollen, wie Penrose errechnete, genau jenes Muster an sich überlagernden Kreisen in der Hintergrundstrahlung hervorbringen, die er jetzt mit Gurzadyan entdeckt haben will: Kreise in den Zyklen der Zeit, die man aus den Rauchzeichen des Urknalls herauslesen könnte. Die KZK ist allerdings unter Kosmologen stark umstritten, weil sich Penrose bei dieser Theorie sehr kreativer mathematischer Tricks bedient.
Auch hinsichtlich der Entdeckung der Ringe äußern Fachkollegen bereits Zweifel. Würde sich der Fund aber bestätigen, wäre dies eine wissenschaftliche Sensation: Erstmals wäre der Menschheit ein Blick in die Zeit vor dem Urknall und auch in ein anderes Universum vergönnt.