Herr Amanatidis, es sieht so aus, als würde Ihr Streit mit Trainer Michael Skibbe wieder neu aufflackern. Sie scheinen ziemlich sauer auf ihn zu sein.
Ich bin doch nicht sauer. Kein Stück.
Aha. Was denn dann?
Mir geht es nur darum, ein paar Dinge richtigzustellen. Er hat gesagt, ich sei nicht fit und nicht mehr schnell genug und dass ich abbaue und nicht alle Trainingseinheiten absolvieren könne. Und da muss ich einfach reagieren. Das muss ich mir nicht gefallen lassen. Denn seine Aussagen sind schlichtweg falsch.
Aber Sie haben doch zwei schwere Knieoperationen hinter sich.
Ja, ich weiß doch auch, dass ich nicht so tun kann, als hätte ich nie was gehabt. Das ist doch gar nicht der Punkt. Aber es stimmt einfach nicht, dass ich Trainingspausen mache. Ich lag vor Kurzem mal mit einer Grippe flach, aber ansonsten mache ich alle Trainingseinheiten mit. Alle. Und wenn zweimal Training am Tag ansteht, mache ich beide Einheiten mit. Also soll mir keiner erzählen, dass ich nicht belastbar wäre. Wenn er das im Sommer gesagt hätte, dann hätte ich es vielleicht nachvollziehen können. Da habe ich dann und wann mal ein bisschen kürzertreten dürfen, aber jetzt? Nein, nein und nochmals nein. Zumal andere Spieler im letzten Jahr die zweite Einheit am Tag gar nicht mehr mitmachen brauchten.
Wen meinen Sie?
Christoph Spycher zum Beispiel. Der hatte ja auch einen Knorpelschaden und trainierte dann nur noch dosiert. Aber da habe ich nicht gelesen, er sei nicht fit oder irgendwas. Da werden offenbar Unterschiede gemacht. Und wissen Sie, was ich ja überhaupt nicht verstehe?
Ioannis Amanatidis, 29, ist bei Fußball-Bundesligist Eintracht Frankfurt zum Kurzzeitarbeiter herabgestuft worden, darf allenfalls ein paar Minuten spielen.
Nun tritt er Aussagen von Trainer Michael Skibbe entgegen, der öffentlich kundtat, der Grieche sei nicht mehr flink genug und baue schneller ab als andere Spieler.
Man muss wissen: Trainer und Spieler verbindet kein herzliches Verhältnis, sie sind schon häufiger aneinandergeraten.
Alles fing damit an, dass Skibbe dem stolzen Kapitän Amanatidis vor anderthalb Jahren die Binde abnahm.
Klubchef Heribert Bruchhagen spielt den neuerlichen Zwist herunter: „Ich halte Amanatidis’ öffentliche Aussagen nicht für klug. Aber er hat das Recht, seine Meinung zu sagen. Er hat auch nur reagiert. Es wäre auf jeden Fall besser, wenn beide miteinander und nicht übereinander sprechen würden.“ (dur)
Bitte schön.
Zu Beginn der Saison habe ich gespielt. Von Anfang an. Das war vor sechs, sieben Monaten, da war meine Operation noch nicht so lange her, da habe ich, wie gesagt, schon noch die eine oder andere Pause eingelegt. Aber da war ich gut genug, schnell und fit genug. Und jetzt, ein gutes halbes Jahr später, bin ich das alles nicht mehr. Obwohl ich uneingeschränkt an allen Einheiten teilnehme. Das passt doch nicht zusammen, das ist auch nicht glaubwürdig. Mich langweilt das langsam auch.
Michael Skibbe sagt, dass Spieler generell eine andere Wahrnehmung hätten.
Ja, klar. Der Trainer hat ja auch seine Wahrnehmung und seine Ansicht. Ich nehme mir nur das Recht heraus, meine eigene zu haben. Ich möchte bestimmt kein neues Pulverfass aufmachen. Aber wenn ich gefragt werde, dann sage ich auch, was ich denke. Das ist alles.
Sie sind zum Bankdrücker degradiert. Wie sehr leiden Sie unter dieser Rolle?
Ich leide nicht. Ich stelle die Mannschaft ja nicht auf. Ich habe auch nie etwas gefordert, ich habe nie gesagt: ,Ich muss spielen, und zwar immer. Und immer von Anfang an.’ Ich würde auch nicht auf den Gedanken kommen, an meinem Landsmann Theofanis Gekas zu rütteln. Er hat 14 Tore geschossen, das ist doch super. Und er wird auch in Zukunft seine Tore machen. Natürlich könnte man mal über einen Wechsel nachdenken, wenn er in ein Formtief gerät. Aber das ist nicht der Fall. Und darum geht es doch auch gar nicht.
Um was geht es denn?
Es geht darum, dass man als Einwechselspieler, der drei, vier oder fünf Minuten spielt, nichts bewirken und bewegen kann. Das geht ja nicht nur mir so, das gilt für alle Spieler. Da kann man kein Spiel drehen, da kann man kaum noch Einfluss nehmen, denn die Zeit ist ja knapp. Oft ist es dann schon zu spät.
Es hat eine Diskussion eingesetzt, ob der Trainer während des Spiels nicht früher auswechseln müsste.
Das kann ich verstehen. Man muss doch mal sehen, dass die Spiele in der zweiten Hälfte nicht besser wurden. Im Gegenteil. Das ist sogar statistisch bewiesen. Und das sieht man auf dem Feld. Gegen Gladbach haben wir in der zweiten Halbzeit große Probleme bekommen, und auch in Freiburg wurde es nach der Pause schlechter. Das sehe ja nicht nur ich so. Aber der Trainer ist der sportliche Verantwortliche − und er entscheidet.
Fühlen Sie sich eigentlich herabgestuft?
Ich? Um Gottes Willen. Es kann kommen, was will, mir kann hier keiner was. Ich habe mir nie etwas zuschulden kommen lassen, ich habe mich für Eintracht Frankfurt aufgeopfert. Ich bin mit mir voll und ganz im Reinen. Ich bin von mir überzeugt, ich bin stabil. Mir kann hier keiner ans Bein pinkeln. Das prallt alles an mir ab.
Interview: Ingo Durstewitz
Die Entwicklung der Meinungsverschiedenheit zwischen Amanatidis und Skibbe, in den vergangenen Tagen und im vergangenen Herbst, können sie in den folgenden Archiv-Artikeln nachlesen.
Spielplan, Ergebnisse, Tabelle und mehr Statistik
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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