Bamba Anderson, 23, seit kurzem Innenverteidiger beim Zweitligisten Eintracht Frankfurt, bestellt zum Interview in der Hotellobby vis-à-vis des Stadions eine heiße Schokolade. Der Brasilianer, für ein Jahr von Borussia Mönchengladbach (13 Spiele/1Eigentor) ausgeliehen, freut sich auf die heutige Partie gegen seinen alten Klub Fortuna Düsseldorf. „Die kenne ich noch alle.“ In Düsseldorf (33 Spiele/drei Tore) hatte er bislang seine beste Zeit.
Herr Soares de Oliveira, wieso werden Sie Bamba genannt? Ihr Vorname ist doch Anderson.
Als ich acht Jahre alt war, stand ich in Rio mit Flamengo bei einem Jugendturnier im Endspiel. Es gab Elfmeterschießen und mir zitterten die Knie. Im portugiesischen heißt das „perna bamba“. Ich war so aufgeregt vor dem Schuss. Prompt habe ich verschossen. Seitdem heiße ich Bamba.
Wie stark schätzen Sie Ihre neue Mannschaft ein?
Die Eintracht ist eine große Mannschaft, und diese Mannschaft will noch besser werden. Wir sind abgestiegen, aber wir arbeiten daran, gleich wieder aufzusteigen. Zwar haben wir viele, neue Spieler dazubekommen und die Gruppe muss sich erst noch finden. Aber nach dem letzten Spiel gegen, wie hieß der Gegner noch mal...
....Braunschweig....
.... ja, so ein schwerer Name mit so vielen Konsonanten. In dem Spiel hat man schon gesehen, wie gut die Mannschaft ist. Die Kombinationen waren klasse, wir haben spielerisch überzeugt. Tag für Tag, Training für Training, Spiel für Spiel werden wir besser.
Sie spielten letzte Saison in der ersten Liga, jetzt eine Klasse tiefer. Warum gingen Sie zurück? Ist das für Sie ein Rückschritt?
Für mich ist das kein Rückschritt. In Gladbach habe ich zuletzt nicht mehr gespielt, hier spiele ich. Ist das ein Rückschritt? Ich glaube nicht. Außerdem bin ich zu einem großen Verein gewechselt, der zwar in der zweiten Liga spielt, aber mit Sicherheit in der nächsten Saison wieder oben spielen wird. Ich bin einen Schritt zurückgegangen, aber ich werde bald zwei Schritte nach vorne tun.
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Warum haben Sie in Gladbach nicht richtig Fuß gefasst?
Um ehrlich zu sein: das weiß ich selbst nicht. Ich war dort zur falschen Zeit. Die Mannschaft hat schlecht gespielt, geriet in eine Krise. Wenn man dann reinkommt, kann man als Spieler praktisch nichts mehr ausrichten. Es war eine schlechte Phase, trotzdem war es schon seltsam, dass ich so wenig gespielt habe.
Jetzt sind Sie hier im Hotel im Stadtwald, allein, ihre Familie ist noch in Mönchengladbach?
Nein, sie sind noch weiter weg, in Rio. Wir sind im Mai in Urlaub nach Brasilien gefahren. Ich wusste ja nicht, was mit mir passiert, ob ich in Gladbach bleiben würde oder nicht. In zwei Wochen kommen sie nach Frankfurt. Ich freue mich sehr auf meine kleine Tochter, sie ist erst vier Monate alt. Ich habe sie einen Monat lang nicht gesehen. Wenn sie endlich da ist, möchte ich sie nur noch in meinen Arm nehmen. Die Familie ist für mich das Wertvollste.
Wie leben Sie hier in Deutschland, wie kommen Sie mit den Deutschen zurecht?
Ich lebe nun seit zweieinhalb Jahren in Deutschland. Die Sprache ist verdammt schwer. Aber für Familien mit Kindern ist es sehr angenehm. Hier ist alles viel ruhiger. Meine erste Station war in Osnabrück, ein Jahr habe ich dort gelebt. Aber ich habe kein Deutsch gelernt und praktisch ein Jahr verschenkt. Aber ich habe großes Interesse, die Sprache zu lernen, das will ich unbedingt. Ich kann vieles verstehen, auch kleine Dialoge auf Deutsch sprechen. Aber auf dem Spielfeld gibt es keine Sprachprobleme, da verstehe ich alles, ich kann auch Kommandos geben.
Da ist es gut, dass noch ein anderer Landsmann, Caio, da ist.
Klar, Brasilianer sind Brasilianer. Obwohl ich Caio erst seit kurzem kenne, haben wir ein gutes Verhältnis. Wir haben schon einiges gemeinsam unternommen. Er ist ein bisschen zurückhaltend, aber ein guter Junge.
Haben Sie noch andere Kontakte in Frankfurt?
Ja, mit den Kollegen vom Team, vor allem mit Martin Fenin, Alex Meier, Pirmin Schwegler. Die hören Musik, sogar meine Samba-Musik, wir tanzen, toll. Die Eintracht ist eine Super-Truppe, das Betriebsklima ist optimal. Ich weiß nicht, wie es früher war, aber wenn das so bleibt, kann es hier nur bergauf gehen.
Ist das Leben schwer in Deutschland?
Das Leben ist sehr gut hier.
Wie war es am Anfang für Sie?
Am Anfang war es sehr schwer. Ich wusste gar nichts von Deutschland. Zwei Probleme hatte ich zu Beginn: erstens das Klima, selbst im Juli war es sehr kalt. Hier ist ein anderer Sommer als in Brasilien. In Brasilien ist der Sommer ein Sommer, sehr heiß. Und zweitens, die Sprache. Ich wollte schon ein paar Sachen sagen, das konnte ich aber nicht.
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| Mannschaft | Tore | Punkte | |||
|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Greuther Fürth | 73:27 | 70 | ||
| 2 | Eintracht Frankfurt | 76:33 | 68 | ||
| 3 | Fortuna Düsseldorf | 64:35 | 62 | ||
| 4 | FC St. Pauli | 59:34 | 62 | ||
| 5 | SC Paderborn | 51:42 | 61 | ||
| 6 | 1860 München | 62:46 | 57 | ||
| 7 | Union Berlin | 55:58 | 48 | ||
| 8 | Braunschweig | 37:35 | 45 | ||
| 9 | Dynamo Dresden | 50:52 | 45 | ||
| 10 | MSV Duisburg | 42:47 | 39 | ||
| 11 | VfL Bochum | 41:55 | 37 | ||
| 12 | FC Ingolstadt | 43:58 | 37 | ||
| 13 | FSV Frankfurt | 43:59 | 35 | ||
| 14 | Energie Cottbus | 30:49 | 35 | ||
| 15 | Erzgebirge Aue | 31:55 | 35 | ||
| 16 | Karlsruher SC | 34:60 | 33 | ||
| 17 | Alemannia Aachen | 30:47 | 31 | ||
| 18 | Hansa Rostock | 34:63 | 27 | ||
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