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1. FFC Frankfurt: Große Unruhe am Brentanobad

        

Gesprächsbedarf: FFC-Manager Siegfried Dietrich (l.) und Trainer Sven Kahlert.
Gesprächsbedarf: FFC-Manager Siegfried Dietrich (l.) und Trainer Sven Kahlert.
Foto: Hübner/Krieger

Vor dem Pokalspiel gegen den Erzrivalen Potsdam dreht sich beim 1. FFC Frankfurt das Personalkarussell. Spekuliert wird über eine Rückkehr von Birgit Prinz - die ins Spiel gebrachte Brasilianerin Marta ist wohl eher ein „Marketing-Gag“

Sven Kahlert erinnert sich mit Schaudern an den 19. Dezember 2009. Ein bitterkalter Nachmittag mit zweistelligen Minusgraden. Der Boden beinhart gefroren und mit Schnee bedeckt. Dabei ging es für den 1. FFC Frankfurt im Viertelfinale des DFB-Pokals bei Turbine Potsdam um ziemlich viel, doch die 749 Fans, die sich ins zugige Karl-Liebknecht-Stadion verirrt hatten, sahen damals, was sie sehen wollten: eine Demontage des selbst ernannten Branchenführers aus der Bankenstadt. „Wir haben 0:3 verloren. Und davor waren schon die Punktspiele gegen Potsdam und Duisburg schiefgelaufen“, weiß Kahlert, der erst im Oktober desselben Jahres eingestellt worden war. „Damals hat mir sicherlich noch ein Stück Erfahrung gefehlt.“

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Showdown am Brentanobad

Gut möglich ist nun, dass sich eine Pleitenserie ähnlichen Ausmaßes wiederholt, denn nach drei Bundesliga-Niederlagen in Folge sind Klub wie Coach gewaltig unter Druck geraten. Und nun geht es wieder im Pokal-Viertelfinale gegen den Erzrivalen Potsdam, nur steigt der Showdown nun im Stadion am Brentanobad (Sonntag 13 Uhr). Damals wie heute wird ein Ausscheiden nicht in eine Entlassung des Trainers münden, das stellt Manager Siegfried Dietrich schon vorab klar. „Turbine ist ein hochkarätiger Gegner, gegen den man verlieren kann. Es gibt keinen Grund, am Trainer zu zweifeln.“ Einerseits.

Niederlage gegen Wolfsburg

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Andererseits hält der 54-Jährige unbeirrt an seinen Zielen fest, die denn lauten, in der Bundesliga mindestens Vizemeister werden, in Champions League und DFB-Pokal möglichst das Finale erreichen. Das Endspiel am 12. Mai in Köln stellt eine äußerst wichtige Plattform für den nach Aufmerksamkeit wie Wachstum strebenden Strippenzieher dar. Dietrich garantiert mit seiner Agentur dem Verein eine Einnahme, die er – eben auch mit Erlösen aus den Cup-Wettbewerben – selbst refinanzieren muss. Und eingedenk von 14 Nationalspielern aus sechs Nationen sagt Dietrich: „Wir haben eine super besetzte Mannschaft.“ Dauerhaften Misserfolg mit Kahlert kann er also schon aus wirtschaftlichen Gründen nicht akzeptieren.

Der 41 Jahre alte Trainer gibt sich kämpferisch: „So eine schwierige Situation in dieser Geballtheit hatte ich hier noch nicht. Die Mannschaft reagiert im Training auf alles. Im Spiel ist irgendetwas im Kopf, so dass wir nicht ins Laufen kommen.“ Die jüngste Blockade wird zuvorderst an einer erschreckenden Torarmut festgemacht. 275 torlose Minuten haben tatsächlich den Reflex ausgelöst, Birgit Prinz zurückzuholen. Dietrich als ihr persönlicher Berater und enger Vertrauter würde sich sehr wünschen, dass die Mittelstürmerin zurückkehrt. Noch direkt vor dem Abflug zu ihrem zweimonatigen Neuseeland-Trip habe er mit ihr intensiv besprochen, „sie kann im Januar dann in aller Ruhe Ja oder Nein sagen.“ Auch Kahlert klammert sich an diesen Strohhalm und würde die mittlerweile 34-Jährige mit offenen Armen empfangen. „Als Persönlichkeit ist auf Birgit Prinz immer Verlass. Sie braucht zwei, drei Wochen, dann ist sie bei 100 Prozent.“ Die Rückrunde startet erst wieder am 26. Februar.

Die Karriere von Birgit Prinz

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Dietrich kiebitzt im Ausland

Doch wie realistisch (und hilfreich) wäre das Prinz-Comeback? Noch auf der Einladungsreise zur Wahl „Champions des Jahres“ in einem türkischen Club-Resort erweckte die ausgebildete Psychologin nicht den Eindruck, als wolle sie als Fußballerin wirklich mehr als hobbymäßig irgendwo (unter Männern) ein bisschen mitkicken. Ein Sinneswandel erscheint schwer vorstellbar, und so erzählt Dietrich auch, dass er sich alternativ verstärkt im Ausland nach einer stürmenden Verstärkung umsehe. Die ins Spiel gebrachte Brasilianerin Marta betrachtet Kahlert „als Marketing-Gag“, grundsätzlich können aber Verstärkungen aus der darbenden US-amerikanischen Profiliga WPS tatsächlich eine Lösung sein. Denn wie stellt Kahlert klar: „Es muss aber jemand sein, der auch für die Champions League spielberechtigt ist.“

Möglicherweise ist die Königsklasse im neuen Jahr nämlich schon der allerletzte Rettungsanker. Für Trainer, Team und Investor.

Autor:  Frank Hellmann
Datum:  1 | 12 | 2011
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