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Bajramaj gegen Ex-Klub: FFC unter Zugzwang

Nach zwei Niederlagen hintereinander ist der 1. FFC Frankfurt im Spitzenspiel gegen Turbine Potsdam auf Wiedergutmachung aus.

Wirbelwind: Fatmire Bajramaj hat das Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga bislang nur im Trikot von Turbine Potsdam erlebt.
Wirbelwind: Fatmire Bajramaj hat das Spitzenspiel der Frauen-Bundesliga bislang nur im Trikot von Turbine Potsdam erlebt.
Foto: dpa
Frankfurt –  

Auf eine Rekordkulisse von rund 5000 Zuschauern hofft Manager Siegfried Dietrich beim Topspiel seines 1.FFC Frankfurt gegen Turbine Potsdam. Der deutsche Meister aus Potsdam kommt am Sonntag als Tabellenführer ins Stadion am Brentanobad (14 Uhr) und trifft auf den deutschen Pokalsieger und Tabellenzweiten der Frauenfußball-Bundesliga. Ein hochklassigeres Spiel gibt es derzeit nicht.

Allerdings ist der FFC Frankfurt dieser Tage unverkennbar angeschlagen, um nicht zu sagen: Das Image ist angekratzt. Mit der 1:2-Niederlage am Mittwoch beim Rückspiel des Achtelfinal-Champions-League-Spiels in Paris gegen Saint-Germain bekleckerte sich der FFC nicht mit Ruhm. Nach einem frühen Tor durch Ana-Maria Crnogorcevic stellte das deutsche Team nach rund 25 Minuten seine Angriffsbemühungen komplett ein und versuchte das Ergebnis nur noch zu verwalten. Die Niederlage war die Strafe. Allerdings erreichte Frankfurt nach dem 3:0-Hinspiel-Erfolg trotzdem locker die Runde der besten acht Mannschaften.

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„Wichtig war, dass wir in der Champions-League überwintern. Die Mentalität der Mannschaft passt mir aber nicht“, bekannte Trainer Sven Kahlert, der sein Team für die unmotivierte Vorstellung nicht in Schutz nahm. Er hatte vorab einen Sieg gefordert und diesen nicht bekommen. „Ich habe als Trainer vom FFC auch zum ersten Mal zweimal hintereinander verloren.“ Warnend stellte er vor dem Potsdam-Spiel klar: „Mit einer solchen Leistung, wie nach 25 Minuten in Paris, werden wir es ganz, ganz schwer haben.“ Allerdings habe er keinen Zweifel daran, dass „uns das gegen Potsdam nicht passiert.“

Die ungewohnte „Niederlagen-Serie“ begann bereits am Sonntag mit dem Sieg des Bundesligaaufsteigers Freiburg über Frankfurt. Jetzt steht der FFC somit in der Meisterschaft unter deutlichem Zugzwang.

Emotionsgeladenes Duell

Anders als Manager Dietrich, der vor allem das Erreichen des Pokalfinales zum Hauptziel der Saison macht, da dort das meiste Geld zu verdienen ist, will Kahlert vor allem Meister werden. „Meister wird, wer über die ganze Saison die beste Mannschaft war.“ Dass wie im Vorjahr der Titel nur über den Erzrivalen Potsdam führt, war vorhersehbar. Während Siegfried Dietrich meist versucht, die Dauer-Fehde zwischen beiden Teams herunterzuspielen, die regelmäßig zu verbalen und auch körperlichen Eskalationen führt, versucht Kahlert das gar nicht erst. „Die Emotionen sollten drin bleiben. Die kitzeln noch mal die letzten Prozente raus, damit jede über die Schmerzgrenze geht.“

Bajramaj-Wechsel sorgt für Brisanz

Auch in diesem Jahr steckt durch den Wechsel von Fatmire Bajramaj von Potsdam nach Frankfurt besondere Brisanz im Aufeinandertreffen der beiden Clubs. Der Potsdamer Trainer Bernd Schröder hatte Bajramajs Manager als Pharisäer bezeichnet und betont, dass auch Turbine das Geld gehabt hätte, die Nationalspielerin zu halten, aber nicht bereit war, es auszugeben.

Vor der Saison war zudem Turbine-Torhüterin Desiree Schumann nach Frankfurt gewechselt. Im Frankfurter Kasten dürfte freilich Nationaltorhüterin Nadine Angerer stehen, die ebenfalls eine Potsdamer Vergangenheit hat. Angerer hatte zuletzt über ihren ehemaligen Trainer nach der dessen WM-Kritik geäußert: „Ich kann ihn nicht mehr ernst nehmen.“

Autor:  Nanette-Natalie Naumann
Datum:  11 | 11 | 2011
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