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FFC Frankfurt : Das deutsch-amerikanische Bündnis

        

Gina Lewandowski, 26, hat sich mit starken Trainingsleistungen ins Team gekämpft.
Gina Lewandowski, 26, hat sich mit starken Trainingsleistungen ins Team gekämpft.
Foto: Schick

Gina Lewandowski vermittelt dem 1. FFC Frankfurt wieder alte Stabilität. Fürs nächste Spitzenspiel in Duisburg verdrängt die US-Amerikanerin Weltmeisterin Saki Kumagai aus dem Team.

Gewusst hat Gina Lewandowski nichts. Und geahnt auch nicht. Erst eine Viertelstunde vor dem Warmmachen verkündete Trainer Sven Kahlert am Sonntag vor dem Pokalspiel gegen Turbine Potsdam in der Umkleidekabine im Frankfurter Stadion am Brentanobad die Aufstellung – und plötzlich war die US-Amerikanerin beim 1. FFC Frankfurt mal wieder dabei. „Ich habe mich total gefreut“, sagt die 26-Jährige, „es war ein bisschen eine schwierige Zeit für mich.“

Seit 2007 im Team

Obwohl sie immerhin seit 2007 beim Branchenführer des deutschen Frauenfußballs unter Vertrag steht; obwohl sie mit der deutschen Nationalspielerin Saskia Bartusiak in der Vorsaison ein eingespieltes Gespann bildete, fand sie sich in dieser Spielzeit vorwiegend auf der Bank wieder. Hintergrund: Mit Saki Kumagai hatte Manager Siegfried Dietrich eine der besten Abwehrspielerinnen dieser Frauen-WM verpflichtet − jene groß gefeierte Japanerin, die im furiosen WM-Finale in Frankfurt gegen die USA den entscheidenden Strafstoß verwandelte.

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„Gina hat sich ihren Platz im Training erobert“

Klar, dass Saki Kumagai mit viel Vorschusslorbeer ihren Dienst beim FFC antrat: Obwohl die 21-Jährige mehr als einmal Schwächen verriet und sich trotz eifrigen Lernens nur notdürftig verständigen konnte, galt sie als gesetzt. Zumal ihre direkte Konkurrentin Gina Lewandowski für Kahlert lange „einen müden Eindruck“ gemacht habe, was auch nicht weiter verwundert: Wegen der WM-bedingten Pause der Frauen-Bundesliga holte sie sich die Erlaubnis ein, von April bis August bei Western New York Flash in der US-amerikanischen Profiliga WPS zu spielen. Kaum war sie nach Frankfurt zurückgekehrt, reiste sie im September – absprachegemäß – für eine Woche zu einer Hochzeit ihrer besten Freundin in ihre Heimatstadt Pennsylvania. „Das war mir sehr wichtig“, erklärt Lewandowski, „ich habe zuvor alle privaten Dinge immer zurückgestellt.“

Es dauerte, bis sie sportlich wieder auf die Überholspur einbog. „Gina hat sich ihren Platz im Training erobert“, erklärt Kahlert. Gleichzeitig hat Saki Kumagai den Bonus der Weltmeisterin aufgebraucht: Es war ja kaum zu übersehen, dass die Japanerin den Umstellungsprozess auf eine andere Lebens- und Fußballwelt noch nicht bewältigt hat. Kahlert: „Sie braucht dringend eine Pause.“

Kantersieg gegen Potsdam

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Spitzenspiel in Duisburg

Und so wird auch im nächsten Spitzenspiel beim FCR Duisburg (Samstag 14 Uhr) zum Hinrunden-Kehraus wieder das deutsch-amerikanische Bündnis Bartusiak/Lewandowski verteidigen. „Es gibt keinen Grund, den Abwehrverbund zu verändern“, so Kahlert. Eine kompromisslose und ehrgeizige Verteidigerin wie Gina Lewandowski freut sich auf den Showdown im Westen, der bei sechs Punkten Rückstand auf Potsdam (und vier auf Duisburg) die letzte Chance bietet, noch in die Meisterschaftsentscheidung einzugreifen. „Gegen Turbine haben wir gewonnen, weil wir unter der Woche mit Herz und Wille trainiert haben – es fängt alles im Training an“, erläutert Gina Lewandowski die Gründe für die Frankfurter Wende in fast akzentfreiem Deutsch.

Genau wie Ally Krieger gefällt ihr die hessische Wahlheimat, die 1,70 Meter große Fußballerin wohnt bei Tante und Onkel in Hanau, weitere Verwandte leben in Dresden und Berlin. „Deutschland ist mein zweites Zuhause geworden.“

Autor:   Von Frank Hellmann
Datum:  8 | 12 | 2011
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