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FFC verliert: Kahlert holt zum Rundumschlag aus

        

Kommen zwei Potsdamerinnen geflogen: FFC-Torfrau Nadine Angerer stoppt   Yuki Nagasato (li.) und  Genoveva Anonma.
Kommen zwei Potsdamerinnen geflogen: FFC-Torfrau Nadine Angerer stoppt Yuki Nagasato (li.) und Genoveva Anonma.
Foto: E. Krieger

Nach der 0:2-Niederlage gegen Turbine Potsdam übt FFC-Trainer Sven Kahlert harsche Kritik an seinen Spielerinnen, die nach seiner Auffassung nicht bereit gewesen seien, bis an die Schmerzgrenze zu gehen.

Der 1. FFC Frankfurt hat im Kampf um die deutsche Meisterschaft einen weiteren herben Rückschlag erlitten. Vor 5200 Zuschauern im Stadion am Brentanobad unterlag der Pokalsieger Turbine Potsdam mit 0:2. Schon nach 13 Minuten hatte der deutsche Meister mit zwei Toren durch Jennifer Cramer (8. Minute) und Anja Mittag (13.) den Frankfurterinnen den Schneid abgekauft.

„Unser Glück war, dass wir gleich am Anfang zugeschlagen haben“, sagte die Potsdamer Torjägerin Anja Mittag. Bundestrainerin Silvia Neid lobte entsprechend die „Effizienz“ der Gäste, sprach von „schnörkellosem Spiel“. Lob für Frankfurt hatte sie nicht übrig.

FFC unterliegt Potsdam

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Potsdam hat in der Bundesligatabelle nach neun Spieltagen nun bereits sechs Punkte Vorsprung auf Frankfurt. „Fußball ist keine Naturwissenschaft“, wollte Turbine-Trainer Bernd Schröder aber nicht das Rechnen anfangen, ob damit eine Vorentscheidung um die deutsche Meisterschaft gefallen ist. Völlig entnervt setzte zumindest der Frankfurter Trainer Sven Kahlert nach der Partie zum Rundumschlag an. „Wie soll das weitergehen, wenn die Mannschaft nicht bereit ist, bis an die Schmerzgrenze zu gehen, wie das jede Potsdamer Spielerin tut?“, fragte er und fügte an: „Absprachen und Aufgaben wurden nicht umgesetzt.“ Mehr noch: „Hier haben einige Spielerinnen ihren Beruf verfehlt.“

Birgit Prinz fehlt an allen Ecken

Aus Reihen des Teams kam harsche Selbstkritik: „Wir müssen als Team mehr füreinander da sein und nicht als Einzelspielerinnen agieren“, schimpfte Meike Weber. Der Wille zum Sieg sei bei einigen Spielerinnen nicht zu sehen gewesen, befand Kahlert. Andere machten katastrophale Fehler, wie Weltmeisterin Saki Kumagai in einem Zweikampf, der zur Potsdamer Führung führte. Die zurückgetretene Birgit Prinz fehlt an allen Ecken und Enden, denn diese Spielerin ruhte sich nie auf ihren Meriten aus, sondern kämpfte immer für den Sieg. Zudem fehlen ihre Tore, genau wie die Treffer von der nach Wolfsburg gewechselten Conny Pohlers.

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Im Pokal wieder gegen Potsdam

Silke Rottenberg, die ehemalige Nationaltorhüterin, betätigte sich in der Halbzeitpause als Glücksfee bei der Auslosung zum DFB-Pokal-Viertelfinale. Glück brachte sie den beiden Teams aber nicht. Pokalsieger 1. FFC Frankfurt bekam zwar das Heimrecht zugelost, muss am 3. oder 4. Dezember aber wiederum ausgerechnet Meister Potsdam empfangen.

„Sehr schade, dass die beiden Toppmannschaften im Viertelfinale aufeinandertreffen werden“, sagte Doris Fitschen, die Managerin der deutschen Nationalmannschaft. „Für Potsdam ist es auch nicht das Glückslos. Das ist für beide schwierig“, klagte FFC-Manager Siegfried Dietrich, der aber die Frankfurter Ziele noch nicht in Gefahr sieht: „Wir haben nie über die deutsche Meisterschaft gesprochen, sondern immer nur vom Erreichen der Champions League.“ Dafür genügt Frankfurt auch der zweite Platz in der Meisterschaft.

Schwere Aufgaben

Nach den letzten Eindrücken ist aber auch dieses Ziel durchaus in Gefahr. „Jetzt kommen ganz schwere Aufgaben mit Wolfsburg und Duisburg“, erinnerte nicht zuletzt Verteidigerin Saskia Bartusiak an das Programm der kommenden Wochen.

Potsdam hat zumindest Frankfurt erst einmal abgeschüttelt, die Champions League ist kaum in Gefahr. Die Meisterschaft aber sei längst noch nicht in trockenen Tüchern, sagte Mannschaftsführerin Jennifer Zietz: „Diesen Sieg darf man nicht überbewerten.“

Autor:  Nanette-Natalie Naumann
Datum:  14 | 11 | 2011
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