Hamburg bleibt für immer mit 9/11-Anschlägen verbunden. Kurz nach den Attentaten wird klar: In der Hansestadt haben einige der Terroristen gelebt.
Marienstraße und Göschenstraße in Hamburg: Hier wohnten einige der Attentäter. Foto: dpa
Marienstraße und Göschenstraße in Hamburg: Hier wohnten einige der Attentäter. Foto: dpa
Gegen 22.20 Uhr ist es offiziell. Am Abend des 12. September 2001, am Tag nach den Anschlägen von New York und Washington, geht im Lagezentrum der Hamburger Polizei eine Liste des FBI mit den Namen jener Passagiere ein, die nach Erkenntnis der US-Ermittler ihre Flugzeuge entführt und in das World Trade Center und das Pentagon gesteuert hatten. Zwei Attentäter seien anscheinend aus Deutschland gekommen, schreibt die US-Bundespolizei und bittet um Hilfe. Die Verdächtigen, das ergibt die Abfrage der Melderegister sofort, sind tatsächlich in Hamburg registriert. Marienstraße 54 lautet die Adresse von einem. Er heißt Mohammed Atta. Worüber seit Stunden spekuliert wird, ist nun Gewissheit: Die Spur des Terrors führt nach Hamburg.
Die Meldedaten führen die Polizei zu weiteren Namen und Adressen. In jener Nacht werden acht Wohnungen überprüft, wie Hamburgs damaliger SPD-Innensenator Olaf Scholz, heute Bürgermeister, am folgenden Tag berichtet. Die Teile fügen sich allmählich zusammen: Außer Atta, der Führungsfigur der Attentäter vom 11. September, lebten noch zwei weitere der 19 Terrorpiloten des Terrornetzwerks El Kaida in Hamburg, ebenso weitere Mitverschwörer. Attas Wohnung in der Marienstraße 54 war ihr Treffpunkt, dort wohnten einige von ihnen zusammen. Die Nachricht von der „Terror-WG“ geht um die Welt, Hamburg gilt fortan als Brutstätte des Terrors.
Die krudesten Verschwörungstheorien zum 11. September: Wer steckt dahinter?
Das Entsetzen über die Anschläge auf das World Trade Center, das Pentagon und den Absturz eines vierten gekaperten Flugzeugs in den USA vor zehn Jahren war noch nicht einmal annähernd abgeklungen, da kursierten schon die ersten Verschwörungstheorien. Weltweit spekulierten selbst ernannte Experten darüber, dass nicht Al-Kaida hinter dem Attentat stecke, sondern - zum Beispiel - die US-Regierung. Im Folgenden eine kleine Auswahl absurder Vermutungen.
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"Die Geheimdienste"
Der iranische Präsident Mahmud Ahmadinedschad stellte die offizielle Version zum 11. September mehrmals infrage. Die Terroranschläge seien eine „große Lüge“ gewesen und hätten den USA als Vorwand gedient, Afghanistan und den Irak anzugreifen, behauptete er. Im Staatsfernsehen wurde Ahmadinedschad mit den Worten zitiert, der Al-Kaida-Angriff auf das World Trade Center sei „ein Szenario und eine Handlung der Geheimdienste“ gewesen.
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"Gezielte Sprengung"
Sieben Jahre lang hielt sich die Verschwörungstheorie zum Einsturz des dritten Turms „World Trade Center 7“: Das Bauwerk krachte zusammen, obwohl kein Flugzeug hineinstürzte. Einige nahmen das als Beleg für eine absichtliche Sprengung. Nach drei Jahren intensiver Forschung konnte Shyam Sunder vom „National Institute of Standards and Technology“ dann im August 2008 verkünden, der Zusammenbruch des Gebäudes sei kein Mysterium, kein Geheimnis mehr. Verantwortlich für den Einsturz waren die Feuer, die in mehreren Stockwerken ausbrachen.
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"Die CIA"
Der ehemalige Bundesminister Andreas von Bülow sorgte einige Zeit für Aufsehen, weil er medienöffentlich die These vertrat, nicht Al-Kaida, sondern der US-Geheimdienst CIA sei für die Anschläge verantwortlich. Bülow war bis 1994 Abgeordneter des Bundestages und gehörte dort der Parlamentarischen Kontrollkommission der Geheimdienste an. Unter dem damaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt war Bülow von 1980 bis 1982 Minister für Forschung und Technologie.
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"Raketenangriff"
Viele Verschwörungstheorien befassen sich auch mit dem Anschlag auf das Pentagon. Nicht ein Flugzeug habe die Zerstörungen dort verursacht, sondern eine Rakete, heißt es. Als Beleg wird immer wieder angeführt, das Loch in der Mauer des Gebäudes sei viel zu klein gewesen, als dass es von einer Boeing herrühren könnte.
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"Die US-Regierung"
Die meisten Zweifler tummeln sich im Internet. Ein paar hundert Unterstützer, darunter viele Soldaten und Piloten, will beispielsweise die Internetseite „Patriots Question 9/11“ hinter sich versammelt haben. Die Thesen dort sind ebenso wirr wie vielfältig. Allen gemein ist die Vermutung, die US-Regierung habe den Anschlag inszeniert, um von eigenem Versagen abzulenken.
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"Der Finanzmarkt, das Militär, die Regierung ..."
Eine Liste der „Top 40“-Gründe, an der offiziellen Version von einem Terroranschlag zu zweifeln, findet sich auf der Internetseite „Die 911 Wahrheit“ (911 Truth), von der es auch einen deutschen Ableger gibt. Da ist unter anderem von einem angeblichen Insider-Handel an den Aktienbörsen unmittelbar vor dem Anschlag die Rede, es wird die Frage gestellt, warum die Luftabwehr der Armee nicht wie gewohnt funktioniert habe, außerdem rätseln die Wahrheitssucher, weshalb die US-Regierung trotz zahlreicher Warnungen ausländischer Geheimdienste nicht reagiert habe.
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Verschwörungstheorien ohne Ende
Ein Ende der Spekulationen ist nicht in Sicht. Denn jeder Erklärungsversuch, jede These von offiziellen Stellen wird sofort wieder angezweifelt und bietet Stoff für neue Verschwörungstheorien. Den Mutmaßungen über die Anschläge des 11. Septembers dürfte damit eine ähnlich lange Laufdauer bevorstehen wie denen über das Kennedy-Attentat oder den Tod von Marylin Monroe.
Nicht nur die Öffentlichkeit ist geschockt, auch für die Sicherheitsbehörden an der Elbe ändert sich in dieser Nacht viel. „Die Ereignisse waren eine deutliche Zäsur in unserer Gefahrenwahrnehmung“, sagt Manfred Murck, Leiter des Hamburger Verfassungsschutzes, heute in der Rückschau. Bis dahin habe niemand damit gerechnet, dass islamistische Terroristen in Deutschland Anschläge planen könnten. Binnen Tagen hätten „ganz andere Prioritäten“ gegolten.
Die Rolle, die Hamburg in den Planungen für die 9/11-Anschläge spielte, wird heute gleichwohl etwas differenzierter gesehen, zumindest von den deutschen Behörden. Die islamistische Szene in der Hansestadt, die etwa 2000 Menschen umfasst, gilt auch nicht als gefährlicher als anderswo. Dass die Terror-Zelle um Atta ausgerechnet in Hamburg entstand, sei letztlich wohl Zufall gewesen, meint Murck. „Es hätte auch jede andere Großstadt sein können.“
Das Flugzeug mit 92 Menschen an Bord war auf dem Weg von Boston nach Los Angeles entführt worden. Kurze Zeit später rast eine zweite Maschine der American Airlines auf den südlichen Turm des World Trade Center zu.
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9:03 Uhr: Die zweite Maschine, eine Boeing 767 von United Airlines mit 65 Menschen an Bord, die ebenfalls von Boston nach Los Angeles fliegen sollte, rast in den Südturm.
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Das Ereignis wird zu diesem Zeitpunkt von Fernsehzuschauern rund um die Welt live verfolgt.
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In der Fassade klafft ein riesiges Loch, die oberen Stockwerke gehen in Flammen auf. Viele Menschen sind eingeschlossen, hunderte Rettungskräfte eilen zu dem Gebäudekomplex.
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Unmittelbar nach dem Aufprall explodiert die Maschine und löst im Inneren des Turms ein Inferno aus.
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Beide Zwillingstürme stehen in Flammen, Rauchwolken verdunkeln den Himmel über New York.
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Entsetzt starren die Menschen auf das Horrorszenario, das sich vor ihren Augen im Süden Manhattans abspielt.
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09.30 Uhr: US-Präsident George W. Bush besucht gerade eine Schule in Sarasota im Bundesstaat Florida, als Stabschef Andy Card sich zum ihm beugt.
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Card informiert den Präsidenten vor laufenden Kameras über die Ereignisse in New York.
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09.37 Uhr: Eine Boeing 757 von American Airlines, unterwegs mit 64 Menschen von Washington nach Los Angeles, stürzt in das Pentagon.
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Teile des Verteidigungsministeriums stürzen ein. Kurz darauf brachte ein Terrorist bei Pittsburgh im Bundesstaat Pennsylvania die vierte Maschine, die offenbar das Weiße Haus oder den Kongress in Washington zum Ziel hat, auf freiem Feld zum Absturz. Passagiere an Bord hatten sich zur Wehr gesetzt.
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09.59 Uhr: Der Südturm des World Trade Centers stürzt in einer gigantischen Staubwolke in sich zusammen.
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Hunderte Zivilisten und Rettungskräfte werden von den Trümmern verschüttet.
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Panisch fliehen die Menschen in den Straßen von Manhattan vor Trümmern und Staub.
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U-Bahnen fahren nicht mehr. Die New Yorker fliehen zu Fuß über die Brooklyn Bridge und andere Brücken aus Manhattan.
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10.28 Uhr: Auch der Nordturm des World Trade Centers stürzt ein. Über den Süden Manhattans legt sich eine dicke Schicht aus Schutt und Staub.
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Das einstürzende World Trade Center begräbt Tausende Menschen unter sich.
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Eines der Bilder, die um die Welt gingen: Marcy Borders, staubbedeckt, bringt sich in Sicherheit.
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17.20 Uhr: Ein Nachbargebäude der Zwillingstürme am World Trade Center stürzt ebenfalls ein. Das Hochhaus war durch herabfallende Trümmer schwer beschädigt worden.
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In New York sterben an diesem Tag 2750 Unschuldige und zehn Terroristen. In Washington gibt es 189 Tote, darunter die fünf Entführer. In Pennsylvania sterben alle 44 Flugzeuginsassen einschließlich der vier Terroristen.
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Die Angriffe der 19 Islamisten und die nachfolgende Politik der Terrorbekämpfung verändern die Welt.
New York unter Schock: Kurz vor 9 Uhr Ortszeit rast eine Passagiermaschine der Fluggesellschaft American Airlines in den nördlichen der beiden Türme und setzt die oberen Stockwerke in Brand. In der Fassade klafft ein großes Loch, Rauchwolken steigen in den Himmel. Das Flugzeug mit 92 Menschen an Bord war auf dem Weg von Boston nach Los Angeles entführt worden.
Weil nichts mehr so ist, wie es war. Die New Yorker Börse zur Mittagszeit im vergangenen Oktober. Keine Bediensteten, die hektisch in die Restaurants strömen, keine Banker, die ins Handy brüllen. Stattdessen: Absperrungen, strenge Kontrollen, nervöse Polizisten. Es hat gerade den ersten Anthrax-Anschlag in der Stadt gegeben, manche tragen Atemmasken. Wann wird das Herz wieder anfangen zu schlagen?
Es ist Krieg. Militärs bewachen das Areal an der Anschlagsstelle. Bis hierhin und nicht weiter! Offene Jeeps der Army, die Soldaten Rücken an Rücken, rumpeln über den Asphalt. Noch ziehen Rauchschwaden vom Skelett der Türme, noch ist die Wunde frisch. Ein Soldat, postiert auf einem Gerüst mitten auf der Straße, reinigt die Lastwagen, die die Trümmer abtransportieren, vom Dreck der Katastrophe. Der Präsident sagt über Bin Laden: "Ich will ihn tot oder lebendig."
Die Attacke wird zur Attraktion. Vor der St. Pauls Chapel unweit des zerstörten World Trade Centers lächelt ein Feuerwehrmann für die Touristen. Seine Kollegen, die neuen Helden der Nation, finden in den Räumen der Kirche ein wenig Ruhe. Der Feuerwehrmann ist eigentlich Seelsorger, er war abgestellt, um verängstigten New Yorkern jetzt, so kurz nach dem Anschlag, zuzusprechen. Stattdessen lächelt er den ganzen Tag, bis zur Erschöpfung.
Der Himmel über New York, im Juni, er erinnert an damals. Das gleiche gleißende Licht, die gleiche klare Luft. Wir blicken auf eine Wunde: Ground Zero. Die Fassaden sind inzwischen repariert, die Zebrastreifen neu gestrichen, der Ort des Schreckens aufgeräumt.
Sie lachen, schwätzen, sind eben Kinder. Die Lehrerin mahnt. Dies ist kein normaler Schulausflug. Sondern eine Geschichtsstunde, am Ground Zero, auf der Aussichtsplattform. Selbst jetzt, fast ein Jahr nach den Anschlägen, kommen sie in Scharen hierher: Touristen, die Erinnerungsfotos knipsen, Angehörige, die Blumen legen. Lange können sie nicht bleiben: Die Verweildauer am Ort des Attentats ist auf eine kurze Zeit beschränkt.
Der Geruch der Katastrophe - beißend, metallisch - liegt noch immer auf der Stadt. Aus den kaputten Gasleitungen dampft es, der Lärm der Bauarbeiten schluckt den Lärm der Straße. New York, einen Monat, nach dem Anschlag. Direkt danach war diese Straße ein Rettungsweg. Gedacht für die vielen Verletzten, die aus den Trümmern des World Trade Center geborgen werden würden. Deswegen die Bitte: "Absolutely no pictures." Doch den Einsturz hat kaum einer überlebt.
Möglicherweise saudi-arabischer Herkunft. Alsheri gab nach FBI-Angaben mehrere Identitäten mit unterschiedlichen Geburtsjahren zwischen 1974 und 1979. Er soll in den USA studiert und im Bundesstaat Florida in Orlando, Hollywood und Daytona Beach gewohnt haben. 1997 schloss er in Florida seine Ausbildung zum Piloten für Verkehrsflugzeuge ab.
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Wail M. Alsheri
Der Passagier von Sitz Nr. 2A soll neben Mohamed Atta einer der Piloten auf Flug AA 11 gewesen sein. Er hatte Wohnsitze in Florida und Massachusetts und gab als Geburtsdatum 1.9.1968 an. Zwei Wochen vor den Anschlägen soll Wail Alsheri von Saudi-Arabien aus in die USA eingereist sein. Laut der Nachrichtenagentur AP hat das FBI Hinweise, dass sich Wail Alsheri mit seinem Bruder Waleed Alsheri in der Nacht vor den Anschlägen in einem Hotel in Newton, einem Vorort von Boston, aufhielt.
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Satam Al Suquami
Angeblich saudi-arabischer Nationalität, geboren am 28. Juni 1976. In seinem US-Führerschein, ausgestellt in Florida, taucht die gleiche Adresse auf, die auch Wail Alsheri nutzte, der als einer Todespiloten auf Flug AA 11 gilt.
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Abdulazis Alomari
Soll mit seiner Frau und vier Kindern in Florida gelebt haben, wo er in Vero Beach Flugstunden nahm. Er gilt als einer der Todespiloten. Alomari benutzte als Geburtsdaten 24.12.1972 und 28.5.1979. Gemeinsam mit Mohamed Atta flog er am Tag vor den Anschlägen von Portland nach Boston, wo die beiden Männer in die Boeing umstiegen, die wenig später ins World Trade Center stürzen sollte.
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United Airlines Flug UA 175
United Airlines Flug UA 175 hob um 7:58 in Boston mit Ziel Los Angeles ab. Um 9:05 Uhr stürzte die Boeing 767 in den Südturm des World Trade Center. Auch in dieser Maschine saßen fünf Männer, die das FBI als mutmaßliche Entführer identifizierte.
Marwan Al-Shehhi
Nach Erkenntnissen des FBI steuerte der 23-Jährige das Flugzeug, das den zweiten Turm des WTC traf. 1996 kam Al-Shehhi als Student mit einem Stipendium der Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate nach Deutschland.
In Bonn besuchte er unter dem Namen Marwan Lekrab von 1997 bis 1999 ein Studienkolleg. Anschließend zog er nach Hamburg und schrieb sich an der Technischen Universität Harburg für Schiffbau ein.
In einer Islam-AG an der Uni traf er auf Mohamed Atta und Ziad Amir Jarrah, mit denen er eine gemeinsame Wohnung in der Harburger Marienstraße bezog. Alle drei meldeten 1999 ihre Pässe als verloren.
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Fayed Rashid Ahmed Hassan Al Qadi Banihammad
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
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Ahmed Alghamdi
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an. Ahmed Alghamdi soll sich nach Informationen von Interpol außerdem im US-Bundesstaat Virginia und in Saudi-Arabien aufgehalten haben.
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Hamza Alghamdi
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
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Mohand Alsheri
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
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American Airlines Flug AA 77
American Airlines Flug AA 77 startete um 8.10 Uhr in Washington-Dulles mit Ziel Los Angeles. Um 9.39 Uhr zerschellt die Maschine im südwestlichen Gebäudeteil des US-Verteidigungsministeriums, an Bord fünf mutmaßliche Terroristen.
Hani Hanjour
Als Wohnadressen von Hani Hanjour werden Phoenix/Arizona und San Diego angegeben, als Heimatadresse gilt Saudi-Arabien. Er soll in Scottsdale Flugunterricht genommen und 1999 seine Pilotenlizenz erworben haben.
Hanjour steuerte vermutlich die Maschine, die ins Pentagon stürzte. Kurz vor den Anschlägen trainierte er zusammen mit Majed Moqed, Khalid Almidhar, Nawaq Alhamzi und Salem Alhamzi in einem Fitness-Studio in Greenbelt, Maryland.
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Khalid Almidhar
Khalid Almidhar, der wahrscheinlich aus Saudi-Arabien stammt, lebte im vergangenen Jahr in San Diego, möglicherweise auch in Los Angeles und New York. In San Diego soll er zusammen mit Nawaq Alhamzi Flugunterricht genommen haben.
Im September 2000 mieteten beide Männer gemeinsam für einige Wochen ein Zimmer von Abdussattar Shaikh, einem pensionierten Professor der Universität und Mitbegründer der Islamischen Zentrums San Diego. Shaikh, der nicht als Verdächtiger gilt, informierte nach den Anschlägen die Behörden.
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Majed Moqed
Vermutlich saudi-arabischer Herkunft. Majed Moqed soll kurz vor den Anschlägen in einem Fitness-Studio in Greenbelt, Maryland trainiert haben - ebenso wie Khalid Almidhar, Nawaq Alhamzi, Salem Alhamzi und Hani Hanjour.
Am 5. September hob Moqed zusammen mit Hani Hanjour an einem Bankautomaten in Laurel, Maryland, Geld ab und wurde dabei von einer Videokamera gefilmt.
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Nawaq Alhamzi
Als Wohnadressen werden Fort Lee und Wayne (New Jersey) und Los Angeles angegeben. Nawaq Alhamzi, vermutlich saudi-arabischer Herkunft, nahm in San Diego zusammen mit Khalid Almidhra Flugstunden.
Im August 2001 hatte der CIA Informationen darüber, dass Nawaq Alhamzi zu dem Terrornetzwerk von Osama bin Laden gehört und möglicherweise dem Bombenanschlag auf den US-Zerstörer USS "Cole" im Jemen zu tun hat.
Das FBI setzte den Verdächtigen am 23. August auf die Fahndungsliste.
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Salem Alhamzi
Schon im Tschetschenien-Krieg sollen Salem Alhamzi und sein Bruder Nawaq nebeneinander gekämpft haben. Beide Brüder haben nach Ermittlungen der Behörden in Fort Lee und Wayne (New Jersey) gewohnt.
Seit August 2001 fahndete das FBI nach Salem Alhamzi, der verdächtig war, Mitglied des Terrornetzwerkes von Osama bin Laden zu sein.
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United Airlines Flug UA 93
United Airlines Flug UA 93 hebt um 8.42 Uhr in Newark mit Ziel San Francisco ab. Um 10.03 Uhr stürzt es in der Nähe von Pittsburg im US-Bundesstaat Pennsylvania ab. In der Boeing 757 saßen nach FBI-Ermittlungen nur vier mutmaßliche Terroristen.
Ziad Samir Jarrah
Der 26-Jährige kam 1996 aus dem Libanon nach Deutschland. Er lebte zunächst in Greifswald, zog 1997 nach Hamburg, wo er sich an der Fachhochschule für Flugzeugbau einschrieb. Zeitweise war Jarrah Mitglied in der Harbuger WG in der Marienstraße. Ab 1999 wohnte er bei seiner Freundin in Bochum, die ihn später als vermisst meldete.
Im Sommer 2000 reiste er in die USA, wo er Mohamed Atta und Marwan Al-Shehhi getroffen haben soll. Wie sie nahm er in Florida offenbar Flugunterricht.
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Saeed Alghamdi
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
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Ahmed Ibrahim A. Al Haznawi
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an, als Geburtsdatum 11. Oktober 1980. Möglicherweise saudi-arabischer Staatsbürger.
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Ahmed Alnami
Als letzten bekannten Aufenthaltsort geben die US-Behörden Delray Beach in Florida an.
Die derzeit von den USA meistgesuchten Terroristen finden Sie auf der FDBI-Website unter Most Wanted Terrorists
American Airlines Flug AA 11 startete um 7.45 Uhr in Boston mit Ziel Los Angeles. Um 8.45 Uhr raste die Boeing 767 in den Nordturm des World Trade Centers. Nach Angaben des FBI waren fünf Männer an Entführung und Absturz der Maschine beteiligt.
Mohamed Atta
Das FBI sieht in dem 33-jährigen Ägypter eine Schlüsselfigur für die Anschläge vom 11. September. Die Ermittler halten ihn für den Piloten der ersten Maschine, die das World Trade Center trifft.
1992 kam Mohamed Atta mit einem Architekturdiplom der Universität Kairo nach Hamburg, wo er sich an der Technischen Universität Harburg für Stadtplanung einschrieb. An der Uni initiierte er eine Islam-AG. In dieser Studentengruppe lernte Atta vermutlich zwei spätere Mit-Attentäter kennen: Ziad Amir Jarrah und Marwan Al-Shehhi. Alle drei meldeten 1999 fast zeitgleich ihre Pässe als verloren.
Im Jahr 2000 nahm Atta Flugunterricht in Florida. Dabei zeigte er sich besonders an Wendemanövern interessiert. Bis Mai 2001 pendelte Atta zwischen Hamburg und den USA, dann mietete er eine Wohnung in Hollywood, Florida. Sein Ticket für den Flug AA 11 buchte er Ende August per Kreditkarte im Internet. Er gilt als Kopf der Aktion.
Die Freunde, allesamt Studenten aus arabischen Ländern, verkehrten zwar in der berüchtigten Al-Kuds-Moschee, wo sogenannte Hassprediger das Wort führten, hatten aber zunächst keine direkten Kontakte zum Netz des internationalen Terrors. In der Marienstraßen-WG von Atta radikalisierten sie sich in der Isolation selbst.
Auch dass El Kaida sie dann rekrutierte, war wohl zu einem guten Teil Zufall. Ende 1999 brachen Atta und drei andere Kernmitglieder der „Hamburger Zelle“ auf eigene Faust zu einem islamistischen Ausbildungslager in Afghanistan auf, um sich dem „Heiligen Krieg“ anzuschließen. Die El-Kaida-Führung, die die Anschläge in den USA schon plante, wurde offenbar spontan auf sie aufmerksam. Die Männer, die unauffällig im Westen lebten, schienen dafür bestens geeignet. Im Sommer 2000, mehr als ein Jahr vor den Anschlägen, zogen sie in die USA, um Flugschulen zu besuchen. Ihre Hamburger Wohnungen standen seitdem leer.
In der Marienstraße 54, einem schmutzig-beigen vierstöckigen Nachkriegsbau im Stadtteil Harburg, erinnert heute nichts mehr an die Ereignisse von damals. In der beschaulichen Kopfsteinpflaster-Nebenstraße im wenig mondänen Hamburger Süden, in Sichtweise eines Schuhmachers und einer Kneipe namens „Goeschen-Eck“ ist längst wieder Ruhe eingekehrt. Aber auch wenn seit dem 11. September 2001 kein weiterer Attentäter aus Hamburg kam und die islamistische Szene dort als gut durchleuchtet gilt, ist der Schatten der „Terror-WG“ nicht verblasst. „Ich denke, dass der 11. September immer mit Hamburg verbunden sein wird“, sagt Verfassungsschützer Murck. Und das sei auch „eine besondere Verpflichtung, aufmerksam zu sein“.