Kommentar

Lektion Porsche, Schaeffler und Haniel

VON FRANK-THOMAS WENZEL

Frank-Thomas Wenzel
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Frank-Thomas Wenzel (Bild: FR)
Was ist bloß mit Deutschlands einst so stolzen Familienkonzernen los? Porsche, Schaeffler, Haniel - sie sind am Wanken. Alle drei Fälle sind ganz unterschiedlich gelagert. Doch sie haben eins gemeinsam. Jedes Mal haben sich die Familien auf Pump in großem Stil bei börsennotierten Unternehmen eingekauft. Porsche bei VW, Schaeffler bei Conti, Haniel bei Metro.

Jedes Mal funktionierten die Deals im Prinzip nach einer kruden Logik: Man kauft sich mit dem geliehenem Geld ein und hofft darauf, mit den Gewinnen der Dax-Konzerne Zins und Tilgung bezahlen zu können. Nach dem Motto: Was Hedgefonds und Finanzinvestoren können, können wir schon lange. Einstmals stockkonservative Kaufleute sind zu Zockern geworden - großen Anteil daran haben Investmentbanker, die an den Transaktionen mitgestrickt haben.

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Jetzt zeigt sich, dass das Schönwetter-Deals waren, die nur funktionierten, wenn Gewinne und Börsenkurse steigen und Banken großzügig Kredite vergeben. Mit der Krise sind die finanzakrobatischen Konstrukte zusammengebrochen.

Bei Haniel kann das Vorhaben nach derzeitigem Stand noch einigermaßen glimpflich abgehen - mit deutlichen finanziellen Einbußen für den Familienclan. Porsche und Schaeffler bekommen gerade erheblich bitterere Lektionen erteilt, sie haben sich in Sackgassen manövriert, die in der Insolvenz enden können.

Manager und Banker können jetzt beweisen, dass sie lernfähig sind. Wichtigste Bedingung: Die Rettungsaktionen dürfen zwar auf Kosten von Boni, Dividenden und Gewinnen gehen. Aber unerträglich wäre es, wenn durch die Zockerei Jobs verloren gingen.

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Dokument erstellt am 03.05.2009 um 17:28:02 Uhr
Letzte Änderung am 23.05.2009 um 07:59:56 Uhr
Erscheinungsdatum 04.05.2009

URL: http://www.fr-online.de/in_und_ausland/wirtschaft/aktuell/?em_cnt=1741547&em_loc=31