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Ägypten - vergebene Chancen
Nach dem Aufstand der Jugend und dem Sturz von Mubarak keimte Hoffnung auf in Ägypten. Nun dominieren Kämpfe das Land - mit vielen Opfern.

15. Dezember 2012

Ägypten: Ägypten entscheidet über Verfassung

Die ersten Wähler kamen in Kairo, Alexandria und acht weiteren Provinzen an die Wahlurnen. Foto: dpa

In Ägypten beginnt an diesem Samstag die Volksabstimmung über den umstrittenen Verfassungsentwurf. Um Zusammenstöße zwischen Gegnern und Befürwortern zu vermeiden, sichern Polizei und Armee die Wahllokale ab.

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In Ägypten beginnt an diesem Samstag die Volksabstimmung über den umstrittenen Verfassungsentwurf. Um Zusammenstöße zwischen Gegnern und Befürwortern zu vermeiden, sichern Polizei und Armee die Wahllokale ab.

Istanbul/Kairo –  

In Ägypten hat die Volksabstimmung über eine umstrittene neue Verfassung begonnen. 51 Millionen wahlberechtigte Ägypter sind aufgerufen, über die erste Verfassung nach dem Sturz von Langzeitmachthaber Husni Mubarak vor knapp zwei Jahren abzustimmen.

Die ersten Wähler kamen am Samstagmorgen in Kairo, Alexandria und acht weiteren Provinzen an die Wahlurnen. Es ist die erste Runde des Referendums. In den restlichen 17 Provinzen wird eine Woche später gewählt.

Präsident Mohammed Mursi gab seine Stimme in einer Schule im Kairoer Stadtteil Heliopolis ab, wie das Staatsfernsehen berichtete. Um Zusammenstöße zwischen Gegnern und Befürwortern zu vermeiden, sichern Polizei und Armee die Wahllokale ab.

Tief gespaltenes Land

Der Verfassungsprozess hat das Land tief gespalten. Der Entwurf war von den islamistischen Muslimbrüdern mit Unterstützung der radikalen Salafisten erarbeitet worden.

Die liberalen Parteien und die Linke wollen gegen den Verfassungsentwurf stimmen. Aus ihrer Sicht handelt es sich um eine Verfassung für die Islamisten und nicht das ganze ägyptische Volk. Sie bemängeln unter anderem das islamisch-konservative Weltbild.

Die Gegner befürchten, dass Grundrechte eingeschränkt werden könnten, weil die Verfassung die Macht der Religionsgelehrten auf Kosten der Justiz ausweitet. In den vergangenen Wochen kam es bei Demonstrationen mehrfach zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen den Islamisten und ihren Gegnern. (dpa)

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