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Ägypten - vergebene Chancen
Nach dem Aufstand der Jugend und dem Sturz von Mubarak keimte Hoffnung auf in Ägypten. Nun dominieren Kämpfe das Land - mit vielen Opfern.

27. Januar 2013

Ägypten: Armee rückt in ägyptische Hafenstadt ein

Die Demonstranten versammeln sich, um gegen das "politische Urteil" zu protestieren. Foto: AP

Die Todesurteile gegen Fußballfans in Ägypten lösen blutige Krawalle mit dutzenden Toten aus. Die ägyptische Regierung lässt Panzer in Port Said auffahren.

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Die Todesurteile gegen Fußballfans in Ägypten lösen blutige Krawalle mit dutzenden Toten aus. Die ägyptische Regierung lässt Panzer in Port Said auffahren.

Bei neuen Unruhen in Ägypten sind am Wochenende Dutzende Menschen ums Leben gekommen. In Port Said starben Sicherheitskreisen zufolge 33 Menschen bei Zusammenstößen, nachdem ein Gericht 21 Menschen wegen Krawallen bei einem Fußballspiel vor fast einem Jahr zum Tode verurteilten. Die Armee rückte dort und in Suez ein. Insgesamt wurde von mindestens 42 Toten ausgegangen.

In Kairo kam es am Sonntag zu weiteren Auseinandersetzungen, die jedoch nicht die Ausmaße der Vortage erreichten. Die Unruhen halten das Land zwei Jahre nach Beginn der Arabischen Revolution in Atem. Die Wirtschaft leidet massiv unter fehlenden Stabilität.

Am Sonntag bewarfen in Kairo etwa ein Dutzend Jugendliche auf einer Brücke nahe dem zentralem Tahrir-Platz Polizisten mit Steinen. Die Einsatzkräfte setzten Tränengas ein, um die Menge zurückzudrängen. Das Ausmaß der Gewalt blieb zunächst geringer als in den vergangenen Tagen. Die britische und die US-Botschaft blieben geschlossen.

Beide Gebäude liegen in der Nähe des Tahrir-Platzes. Die Anwohner in Port Said berichteten von Schüssen in der Nacht. Viele Geschäfte und Betriebe blieben am Sonntag geschlossen, eigentlich ein Arbeitstag in dem muslimischen Land. In Laufe des Tages sollten die Toten der Krawalle beigesetzt werden, was die Furcht vor neuer Gewalt weckte.

Nach einem Fußballspiel am 1. Februar 2012 beim Verein Al-Masri in Port Said war es zu Kämpfen und einer Massenpanik gekommen. 74 Menschen starben. Bei anschließenden Straßenkämpfen wurden weitere 16 Menschen getötet. Am Samstag verhängte ein Gericht zunächst 21 Todesstrafen. Insgesamt sind 73 Menschen angeklagt, weitere Urteile in dem Fall sollen am 9. März folgen. Im Gerichtssaal begrüßten die Familien der Getöteten die Todesstrafen mit Jubelrufen. Einige weinten vor Freude. Vor dem Vereinshaus der anderen Mannschaft Al-Ahli in Kairo brach unter den Fans ebenfalls Jubel über die Todesurteile aus.

Viele Ägypter sind die nun seit zwei Jahren regelmäßigen Krawalle leid, die Touristen abschrecken. Die Wirtschaft des Landes kommt nicht wieder in Gang, die Landeswährung schwächelt zum Dollar und fiel auch am Sonntag weiter. Am Mittwoch wird Mursi zu einem Treffen mit Bundeskanzlerin Angela Merkel in Berlin erwartet. (rtr)

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