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Ägypten, Syrien, Protest
Die Menschen in Syrien, Ägypten und im Nahen Osten gehen auf die Straße.

04. März 2013

Ägypten: Port Said erneut von Gewalt erschüttert

Tausende nehmen an einem Trauermarsch durch Port Said teil, um an die drei Opfer nächtlicher Zusammenstöße mit der Polizei zu erinnern. Foto: AFP

Demonstranten stecken das Hauptquartier der Sicherheitskräfte im ägyptischen Port Said in Brand. Rings um den Komplex gibt es Zusammenstöße zwischen Demonstranten und Polizei. Zuvor fanden die Trauerfeierlichkeiten für die Opfer nächtlicher Zusammenstäße mit der Polizei statt.

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Port Said –  

In der ägyptischen Hafenstadt Port Said hat es am Montag erneut gewaltsame Proteste gegeben. Aufgebrachte Demonstranten steckten den Sitz der Sicherheitskräfte in Brand, während es in den Straßen rings um den Gebäudekomplex zu Zusammenstößen zwischen Protestierenden mit der Polizei kam, wie ein AFP-Reporter berichtete. Zuvor hatten tausende Menschen an den Trauerfeiern für die Opfer nächtlicher Gewalt in Port Said teilgenommen.

Das Feuer am Hauptsitz der Sicherheitskräfte der Stadt brach im Erdgeschoss eines der Gebäude aus und trieb hohe Rauchsäulen in die Luft, wie der Korrespondent berichtete. Nach Angaben von Augenzeugen gelang es Rettungskräften zunächst nicht, zu dem brennenden Komplex durchzudringen, weil es in den umliegenden Straßen zu Tumulten kam.

Am Nachmittag hatten bereits tausende Menschen in Port Said an Gedenkfeiern für drei in der Nacht getötete Demonstranten teilgenommen und Schmährufe gegen die Regierung und das Innenministerium skandiert. Den islamistischen Staatschef Mohammed Mursi forderte die Menge zum Rücktritt auf. Das Fernsehen berichtete live über den Trauerzug.

Wahllos um sich geschossen

Nach Angaben des Innenministeriums hatten Unbekannte in der Nacht zum Montag vor einer Polizeistation der Stadt am Suez-Kanal wahllos um sich geschossen, um „Aufruhr und Spaltung zu erzeugen“. Zuvor hatten Demonstranten demnach das Polizeirevier mit Steinen und Brandflaschen beworfen. Die Polizei setzte Tränengas ein.

Insgesamt sechs Menschen wurden getötet, darunter drei Demonstranten, und fast 600 weitere verletzt. Zwei Polizisten starben in der Nacht durch Schüsse in Kopf und Nacken, ein weiterer Beamter erlag später am Montag seinen schweren Verletzungen, wie das Ministerium mitteilte. Das Innenministerium forderte die Menschen in Port Said auf, sich von „Gruppen in der Nähe von Regierungsgebäuden fernzuhalten“.

Zu Zusammenstößen in Port Said war es bereits am Sonntag gekommen. Sie entzündeten sich an der Entscheidung des Innenministeriums, 39 Gefangene aus der Stadt zu verlegen. Als Grund gab das Ministerium an, Unruhen vermeiden zu wollen. Bei den Häftlingen handelt es sich um Angeklagte in den Prozessen um tödliche Fußballkrawalle in Port Said im Februar 2012. Damals waren 74 Menschen gestorben. Am Samstag sollen die Urteile gesprochen werden.

Im Zusammenhang mit der juristischen Verfolgung der Verantwortlichen für die Krawalle gibt es seit Wochen Auseinandersetzungen. Todesurteile gegen 21 weitere Angeklagte führten im Januar zu schweren Unruhen mit mindestens 40 Toten. (afp)

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