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Ägypten - vergebene Chancen
Nach dem Aufstand der Jugend und dem Sturz von Mubarak keimte Hoffnung auf in Ägypten. Nun dominieren Kämpfe das Land - mit vielen Opfern.

26. Januar 2013

Ägypten: Unruhen nach Todesurteilen in Ägypten

Momentaufnahme des Dramas im Fußballstadion von Port Said im Februar 2012. Foto: epa/str 

Wegen tödlicher Krawalle nach einem Fußballspiel vor knapp einem Jahr werden in Ägypten 21 Menschen zum Tode verurteilt. Bei anschließenden Ausschreitungen werden mindestens 26 Menschen getötet. Polizisten. Für 52 weitere Angeklagte fällt der Richterspruch am 9. März.

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Wegen tödlicher Krawalle nach einem Fußballspiel vor knapp einem Jahr werden in Ägypten 21 Menschen zum Tode verurteilt. Bei anschließenden Ausschreitungen werden mindestens 26 Menschen getötet. Polizisten. Für 52 weitere Angeklagte fällt der Richterspruch am 9. März.

Kairo –  

Ägyptens Justiz hat im Prozess wegen der tödlichen Fußballkrawalle von Port Said im vergangenen Februar 21 Angeklagte zum Tode verurteilt. Das Urteil wurde am Samstag im Gericht in Kairo von den Familien der 74 Opfer mit Jubel begrüßt.

Insgesamt waren wegen der Ausschreitungen nach dem Spiel zwischen dem Kairoer Club Al-Ahli und Al-Masri aus Port Said mehr als 70 Menschen wegen vorsätzlichen Mordes und illegalen Tragens von Waffen angeklagt.

Ausschreitungen kosten zwei Polizisten das Leben

Nach Angaben des Staatsfernsehens versuchten Angehörige der Verurteilten nach dem Richterspruch am Samstag, das Gefängnis in Port Said zu stürmen, in dem ihre Verwandten inhaftiert sind. Bei den Ausschreitungen sind mindestens 26 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt worden. Das gab das Gesundheitsministerium in Kairo am Mittag bekannt.

Unbekannte hätten bei Protesten vor dem Gefängnis in Port Said, in dem die Verurteilten inhaftiert sind, auf die Polizei gefeuert und dabei zwei Beamte erschossen, verlautete aus Sicherheitskreisen. Die Polizei sei daraufhin mit Tränengas gegen die Protestierenden vorgegangen.

Das Urteil war mit Spannung erwartet worden. Es fiel in eine ohnehin extrem angespannte Situation einen Tag nach dem zweiten Jahrestag des Beginns des Volksaufstands gegen Präsident Husni Mubarak. Am Freitag hatte es deshalb teils gewaltsame Proteste mit landesweit sieben Toten gegeben.

Nach den Krawallen in dem Fußballstadion von Port Said war den Sicherheitskräften vorgeworfen worden, sie hätten die Täter gewähren lassen, um die Anhänger des Kairoer Clubs Al-Ahli zu bestrafen. Diese hatten während der Proteste gegen Mubarak eine wichtige Rolle gespielt. Vor dem Urteil hatten die Ultras von Al-Ahli gedroht, „Chaos“ in Kairo zu verbreiten, sollten die Täter nicht bestraft werden. (afp)

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