Unter dem Bürgerkrieg in Syrien leiden zunehmen unbeteiligte Zivilisten. Sie zahlten immer öfter den Preis für die dramatischen Auswirkungen der Schlacht zwischen der syrischen Regierung und der bewaffneten Opposition, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht der Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Vor allem die Regierungstruppen setzten verstärkt Flugzeuge und schwere Artillerie gegen Wohnviertel ein. Unter den Opfern seien viele Kinder.
Amnesty hatte mit einem Team Anfang August die syrische Stadt Aleppo besucht und zehn Tage lang die Lage vor Ort untersucht. Insgesamt wurden 30 Angriffe dokumentiert, bei denen mindestens 80 Zivilisten getötet wurden. Bei der überwiegenden Mehrheit der Fälle habe es sich um Attacken der Regierungstruppen gehandelt, die eindeutig gegen internationales Menschenrecht verstießen, heißt es in dem Bericht.
Indem sie verstärkt Waffen wie Fliegerbomben und schwere Panzergeschosse einsetzten, die sich nicht genau lenken lassen, werde der Tod der Zivilisten in Kauf genommen, kritisiert Amnesty. Auch die Rebellen nutzen demnach gelegentlich unpräzise Waffen, und es könne nicht immer genau geklärt werden, von wem die Gewalt ausgehe.
...demonstrieren Tausende von Syrern in der Hauptstadt Damaskus friedlich gegen die Regierung. Das Assad-Regime ...
Foto: dapdDie Menschenrechtler haben darüber hinaus beobachtet, dass die Zahl der Morde an festgenommenen Zivilisten und gefangenen Kämpfern zunimmt. Fast täglich würden in Aleppos Außenbezirken die Leichen meist junger Männer gefunden, gefesselt und mit Spuren von Folter. Alle Konfliktparteien wiesen das gleiche Musster zunehmender außergerichtlicher Hinrichtungen auf, gibt sich Amnesty alarmiert.
UN-Nothilfekoordinatorin Amos drang derweil auf weitere Mittel, um die humanitäre Lage der noch im Land verbliebenen Syrer und jene der Flüchtlinge zu lindern. Behörden der Vereinten Nationen hätten im vergangenen Monat landesweit mehr als 820.000 Menschen mit Lebensmitteln versorgt, teilte sie am Mittwoch in New York mit. „Aber mit Blick auf die rund 2,5 Millionen Betroffenen müssen wir viel mehr tun“, fügte sie hinzu. (mit dapd)
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