Ägypten - vergebene Chancen
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16. März 2011

Aufruhr in Bahrain: Aufständische rufen um Hilfe

 Von Martin Gehlen
Demonstranten lassen sich in Manama von der staatlichen Gewalt nicht einschüchtern.  Foto: afp

In dem Königreich droht die Situation außer Kontrolle zu geraten. Bei Protesten starben mindestens sechs Menschen, viele wurden verletzt. Trotzdem setzten Regierungsgegner ihre Proteste fort.

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In dem Königreich droht die Situation außer Kontrolle zu geraten. Bei Protesten starben mindestens sechs Menschen, viele wurden verletzt. Trotzdem setzten Regierungsgegner ihre Proteste fort.

Zwei Tage nach dem Einmarsch der Truppen aus Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten gingen Polizeikräfte am Mittwoch mit Schusswaffen und Tränengas gegen die Demonstranten auf dem Perlenplatz und im Finanzzentrum vor. Bis zum späten Nachmittag starben mindestens sechs Menschen und wurden mehrere Dutzend verletzt.

Trotzdem zogen wieder Tausende Demonstranten in die Innenstadt von Manama. Nach ihren Angaben blockieren Uniformierte Zugänge zu den Krankenhäusern, so dass viele Verwundete nicht versorgt werden konnten.

Am Vorabend hatten bewaffnete Regierungsschläger nach Angaben von Augenzeugen in der von Schiiten bewohnten Ortschaft Sitra südlich der Hauptstadt Manama mehr als 200 Menschen durch Schüsse verwundet. Bahrains König Hamad bin Issa al-Chalifa verhängte derweil den Ausnahmezustand. Als Reaktion rief der Rat der schiitischen Gelehrten Bahrains die „Islamische Weltliga sowie den UN-Sicherheitsrat auf, in dieser Katastrophe zu intervenieren“. Im saudischen Qatif gingen einige hundert Menschen aus Protest auf die Straße. Im Irak forderte der radikale schiitische Kleriker Moktada al-Sadr die Bevölkerung auf, am Freitag aus Solidarität „mit dem Volk von Bahrain“ zu demonstrieren.

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Nach Ansicht von Jean-François Seznec, Professor für Arabische Studien an der Georgetown Universität in Washington, ist der Einmarsch der saudischen Truppen ein Fehler, der die Spannungen zwischen den Demonstranten und der Königsfamilie weiter verschärfen werde. Die Herrscher hätten viele Jahre lang Reformen versprochen, aber nie etwas getan, sagte er dem Sender Al-Dschasira. „Die Saudis wiederum wollen den USA klarmachen, dass dies ihre Region ist und sie keine Belehrung von außen wünschen.“ So ließ König Abdullah einen geplanten Besuch von US-Außenministerin Hillary Clintons in Riad absagen.

Angesichts der Eskalation gewinnen unter den Demonstranten Radikale die Oberhand, die die Monarchie abschaffen und König Hamad stürzen wollen. Acht Mitglieder der Königsfamilie sitzen im Kabinett. Der Scharfmacher des Regimes ist der Onkel des Monarchen, Scheich Chalifa bin Salman al-Chalifa. Der 75-Jährige ist seit der Unabhängigkeit 1971, also seit 40 Jahren Premier.

Bahrains Schiiten machen 70 Prozent der rund 700.000 Einwohner des Inselstaates aus. Sie fühlen sich diskriminiert, an den politischen Entscheidungen nicht beteiligt und im Wirtschaftsleben an den Rand gedrängt. Saudi-Arabien fürchtet, die Unruhen könnten auf den schiitischen Bevölkerungsanteil übergreifen, der in Nachbarschaft zu Bahrain im ölreichen Osten des Landes lebt. US-Außenministerin Clinton telefonierte mit dem saudischen Außenminister Prinz Saud al-Faisal und äußerte ihre Sorge vor neuer Gewalt. Sie forderte alle Seiten auf, „einen Weg für eine friedliche Lösung zu suchen“.

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