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Ägypten - vergebene Chancen
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26. September 2012

Bürgerkrieg: UN erwartet neue Massenflucht aus Syrien

 Von Bettina Vestring
In Sicherheit: Syrische Flüchtlinge erreichen das Flüchtlingslager Saatari in Jordanien. Foto: REUTERS

Zu Hunderttausenden fliehen syrische Zivilisten vor den Kriegsgräueln in ihrer Heimat. Das UN-Flüchtlingshilfswerk geht von einer Gesamtzahl von bis zu 700.000 Flüchtlingen bis Jahresende aus. Europa-Chef Endres bittet um Geld - und lobt Deutschland.

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Zu Hunderttausenden fliehen syrische Zivilisten vor den Kriegsgräueln in ihrer Heimat. Das UN-Flüchtlingshilfswerk geht von einer Gesamtzahl von bis zu 700.000 Flüchtlingen bis Jahresende aus. Europa-Chef Endres bittet um Geld - und lobt Deutschland.

Berlin –  

Der Bürgerkrieg in Syrien wird nach Einschätzung der Vereinten Nationen zu einer weiteren Massenflucht in die Nachbarländer führen. „Wir bereiten uns auf insgesamt bis zu 700.000 Flüchtlinge bis Ende des Jahres vor“, sagte der Europa-Chef des Flüchtlingshilfswerks UNHCR, Daniel Endres, im Interview.

Bislang haben die Türkei, Jordanien, der Libanon und der Irak zusammen etwa 250.000 Syrer aufgenommen. „Die Nachbarländer haben uns ausdrücklich bestätigt, dass sie die Grenzen für weitere Flüchtlinge offenhalten wollen“, sagte Endres.

Um den Flüchtlingen helfen zu können, veröffentlicht der UNHCR am heutigen Donnerstag einen neuen Spendenaufruf an die Regierungen. „Wir appellieren vor allem dazu, den Flüchtlingen in den Nachbarstaaten Unterstützung zu gewähren“, sagte der Leiter des Europa-Büros der Organisation. „Dort werden die Leute zunehmend in Camps untergebracht, weil es in den Familien nicht mehr genug Platz gibt und die Familien auch nicht mehr über die nötigen Ressourcen verfügen.“

Es ist bereits das zweite Mal in diesem Jahr, dass der UNHCR unter dem Druck der Ereignisse seine Syrien-Planung überarbeiten muss. Bislang war die Organisation von rund 185.000 Flüchtlingen bis zum Jahresende ausgegangen.

Kritik an Griechenland

Das Flüchtlingshilfswerk rief die europäischen Staaten auch auf, selbst Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. „Als Vereinte Nationen sind wir der Auffassung, dass alle Länder Solidarität mit Syrien zeigen sollten“, sagte Endres. „Wenn die Nachbarländer sehen, dass sie im Stich gelassen werden, werden sie ihre Politik der offenen Tür überdenken.“

In Europa hätten Deutschland und Schweden bisher fast 90 Prozent der syrischen Flüchtlinge aufgenommen, sagte Endres weiter. In Deutschland seien es allein im August 890 gewesen. „Wenn Sie das auf das Jahr hochrechnen, kommt eine beachtliche Zahl zusammen“, sagte der UN-Vertreter. Andere EU-Staaten hätten bisher relativ wenige Flüchtlinge aufgenommen. „Mit einer gewissen Besorgnis sehen wir, dass Griechenland versucht, seine Grenze zur Türkei dicht zu machen“, fügte Endres hinzu.

Skeptisch äußerte sich das Flüchtlingshilfswerk zu dem Vorstoß des französischen Präsidenten Francois Hollande, Schutzzonen für die Zivilbevölkerung in Syrien einzurichten. „Eine Schutzzone ist nur möglich, wenn ihre Sicherheit vom Sicherheitsrat oder von der syrischen Regierung gewährleistet wird“, sagte Endres. „Aber diese Bedingungen sind nicht gegeben.“ Solange die Sicherheit im Land nicht gewährleistet sei, müssten die Menschen das Recht haben, in einem anderen Staat um Asyl nachzusuchen.

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