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Ägypten - vergebene Chancen
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04. März 2013

Hinterhalt: Mehr als 40 Soldaten im Irak getötet

Syrische Rebellen suchen Deckung. Angeblich hatten die syrischen Soldaten nach heftigen Kämpfen mit Aufständischen die Grenze zum Irak übertreten. Foto: REUTERS

In der irakischen Provinz Anbar sterben 42 syrische und neun irakische Soldaten. Offenbar sei ihr Konvoi nahe der syrischen Grenze in einen Hinterhalt geraten.

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Bagdad –  

Bewaffnete haben im Irak einen Konvoi mit syrischen Soldaten überfallen und mindestens 42 Syrer sowie sieben Iraker getötet. Der Konvoi sei am Montag von zwei Seiten mit Mörsergaranten, automatischen Waffen und Minen angegriffen worden, sagten irakische Offiziere. Acht weitere Syrer und vier weitere Iraker seien verletzt worden. Drei Fahrzeuge des Konvois wurden bei dem Angriff im Westen des Landes demnach zerstört.

Die syrischen Soldaten waren den Angaben zufolge am Wochenende nach heftigen Kämpfen mit Aufständischen bei Jaarubijeh über die Grenze in den Westen des Irak geflohen. Die Soldaten seien zunächst von den irakischen Behörden aus der Provinz Ninive nach Bagdad gebracht worden, sagte Oberst Mohammed Chalaf al-Dulaimi von den irakischen Grenztruppen. Der Überfall habe sich auf dem Rücktransport nach Syrien ereignet. Die Angaben wurden von einem weiteren Offizier bestätigt.

Syrische Rebellen stoßen nach Al-Rakka vor

Syrische Rebellen haben einen Teil der Stadt Al-Rakka eingenommen. Wie Regimegegner am Montag berichteten, war an den Kämpfen auch die islamistische Al-Nusra-Front beteiligt. Die Gegner von Präsident Baschar al-Assad veröffentlichten Bilder, die zeigen, wie in der Stadt im Norden Syriens eine Statue seines Vaters, des früheren Präsidenten Hafis al-Assad, niedergerissen wird.

In der irakischen Anbar-Provinz kamen nach Informationen der irakischen Nachrichtenagentur Sumeria News 33 syrische Soldaten ums Leben, die zwei Tage zuvor in den Irak geflüchtet waren. Zusammen mit ihnen seien neun irakische Soldaten getötet worden, als ihr Konvoi in einen Hinterhalt geriet. Die irakischen Soldaten hatten den Auftrag, die Syrer, die während der Eroberung des Grenzübergangs Jarubija durch Rebellen in das Nachbarland gekommen waren, über einen anderen Grenzübergang in ihre Heimat zurückzubringen. Die Sicherheitskräfte in der Anbar-Provinz gehen davon aus, dass es sich bei den Angreifern um Iraker handelt.

In der syrischen Provinz Aleppo nahmen Rebellen den Militärflughafen Minigh aus mehreren Himmelsrichtungen in die Zange. Die Luftwaffe bombardierte die Angreifer. Der Flughafen liegt in der Nähe der Grenze zur Türkei. Die umliegenden Gebiete sind größtenteils in der Hand der Rebellen. Bis zum späten Nachmittag zählte die Opposition landesweit 70 Tote. Die meisten Opfer gab es in Idlib, Homs, Al-Rakka, Aleppo und Damaskus.

Am Vortag waren nach Informationen der Organisation Syrischer Menschenrechtsbeobachter landesweit mehr als 230 Menschen getötet worden, darunter 109 Rebellen und 115 Regierungssoldaten.

Für die von den Rebellen kontrollierten Gebiete in der Provinz Aleppo haben Angehörige von Revolutionsgruppen und Oppositionsparteien erstmals lokale Vertretungen gewählt. Wie die Wahlleitung am Montag bekanntgab, dominieren unter den 13 Mitgliedern des Lokalen Rates der Stadt Aleppo die moderaten Islamisten. In den ländlichen Gebieten hätten radikale Islamisten die Nase vorn.

In der türkischen Stadt Gaziantep hatten rund 280 Syrer ihre Stimme abgegeben. Alle Kandidaten waren Männer. Kein Angehöriger einer säkularen Gruppierung wurde gewählt. Die Oppositionelle Suheir al-Atassi sagte, es sei falsch, eine Wahl ohne Frauen abzuhalten, „schließlich waren die Frauen von Anfang an Teil dieser Revolution“.

Der Vorsitzende der Nationalen Syrischen Koalition, Moas al-Chatib, soll laut einem Bericht des Nachrichtenportals „All4Syria“ binnen der nächsten zehn Tage zu einem Gespräch mit US-Präsident Barack Obama nach Washington fliegen. Ihn wird den Angaben zufolge General Salim Idriss begleiten, der Generalstabschef der von Deserteuren gegründeten Freien Syrischen Armee (FSA). (afp/dpa)

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