Ägypten - vergebene Chancen
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25. Juli 2012

Kämpfe in Syrien: Assad schickt weiter Soldaten nach Aleppo

Ein syrischer Rebelle kämpft in Aleppo gegen die Regierungstruppen. Foto: dpa

Die Kämpfe um Aleppo dauern weiter an. Zudem entsendet Assad weitere Truppen in die Handelsmetropole, denn viele der Soldaten desertieren. Erstmals meldet sich der geflohene General und Assad- Vertraute Tlass zu Wort und ruft die Syrer zur Einheit auf.

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Die Kämpfe um Aleppo dauern weiter an. Zudem entsendet Assad weitere Truppen in die Handelsmetropole, denn viele der Soldaten desertieren. Erstmals meldet sich der geflohene General und Assad- Vertraute Tlass zu Wort und ruft die Syrer zur Einheit auf.

Beirut/Amman –  

Die syrische Regierung schickt nach Angaben der Rebellen weitere Truppen in die heftig umkämpfte Handelsmetropole Aleppo. Eine „große Anzahl von Soldaten“ sei aus der Provinz Idlib abgezogen und nach Aleppo entsandt worden, sagte ein Sprecher des Militärrats der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA) der Nachrichtenagentur AFP.

Nach seinen Angaben dauerten die Kämpfe um die 2,5 Millionen Einwohner zählende Stadt weiter an. Die Moral der dort eingesetzten Regierungstruppen bezeichnete er als „sehr schlecht„: Viele Soldaten würden weglaufen, Dutzende andere desertieren. Von unabhängiger Seite überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

Assad-Vertrauter ruft zur Einheit auf

Der Anfang Juli desertierte syrische General und ehemalige Assad-Vertraute Manaf Tlass rief unterdessen alle Syrier auf, gemeinsam auf eine neue Ära in Syrien nach Präsident Baschar al-Assad hinzuarbeiten. Es sei „die Pflicht aller Syrer, sich zusammenzuschließen, um ein freies und demokratisches Syrien aufzubauen“, forderte der abtrünnige General am Dienstagabend in einer vom Blatt abgelesenen Erklärung im saudiarabischen Fernsehsender Al-Arabija. Das neue Syrien dürfe nicht „auf Rache, Ausgrenzung oder Monopole“ aufgebaut werden.

Es war der erste öffentliche Auftritt des langjährigen engen Assad-Vertrauten seit seiner Flucht aus Syrien. Tlass gehörte lange Jahre zu einer Elite-Einheit, die für die Sicherheit der Staatsführung unmittelbar verantwortlich ist. Nach Angaben von Experten könnte er nach eine möglichen Ende der Assad-Regierung in der Übergangszeit eine führende Rolle übernehmen.

Nach Angaben von Al-Arabija und dem katarischen Sender Al-Dschasira hat sich die syrische Geschäftsträgerin in Zypern abgesetzt und ist nach Katar geflüchtet. Eine Bestätigung der Information gab es zunächst nicht. Vor zwei Wochen war bereits der Ex-Botschafter im Irak, Nawaf Fares, zur Opposition übergelaufen.

Armee-Beschuss löst Massenpanik aus

Syrische Regierungstruppen haben Oppositionellen und Anwohnern zufolge am Mittwoch eine Vorstadt von Damaskus schwer unter Beschuss genommen. Hunderte Familien aus al-Tel seien auf der Flucht, sagten Regierungsgegner. Bei dem Angriff auf die von Rebellen gehaltene Stadt mit rund 100.000 Einwohnern in der Nacht seien vermutlich Wohnhäuser getroffen worden. „Militärhubschrauber fliegen über der Stadt. Die Leute sind durch die Explosionen wachgeworden und versuchen, wegzukommen“, sagte ein Oppositioneller am Telefon.

Westerwelle sorgt sich um Sicherheit

Mit Blick auf die anhaltenden Gefechte in Syrien hat sich Außenminister Guido Westerwelle (FDP) besorgt über die Sicherheit der Chemiewaffen in dem Landes gezeigt. Er fordere „alle Kräfte in Syrien nachdrücklich dazu auf, verantwortlich zur Sicherung etwaiger Chemiewaffenbestände beizutragen“, sagte Westerwelle der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwochausgabe). Dies gelte für Präsident Baschar Assad ebenso wie für die Opposition und für Anhänger der Hisbollah-Miliz. „Jedem in Syrien sollte klar sein, dass der Einsatz von Chemiewaffen völkerrechtlich geächtet ist“, fügte Westerwelle hinzu.
Syrien hatte zu Wochenbeginn erstmals den Besitz von Chemiewaffen zugegeben und damit gedroht, sie im Fall von ausländischen Angriffen auch einzusetzen. (afp/rtr/dapd)

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