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Ägypten - vergebene Chancen
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29. September 2012

Kämpfe in Syrien: Historischer Basar von Aleppo in Flammen

Videoaufnahmen des Senders Shaam News Network (SNN) zeigen die Flammen im Zentrum Aleppos. Foto: dapd

Bei den anhaltenden Kämpfen zwischen Aufständischen und Soldaten in der syrischen Metropole Aleppo ist nach Angaben der Rebellen ein Feuer im historischen Markt ausgebrochen. Im Basar von Suk al-Madina seien bislang 700 bis 1000 Geschäfte durch die Flammen zerstört worden.

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Den Kämpfen in der syrischen Metropole Aleppo ist auch ein weltbekannter Basar zum Opfer gefallen. Die Marktstände in der Innenstadt gingen bei den Gefechten zwischen Armee und Aufständischen teilweise in Flammen auf, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Samstag mitteilte. Bei den Kämpfen in Aleppo, Damaskus und anderen Orten starben demnach mindestens 45 Menschen.

Offensive soll Aleppo endgültig einnehmen

Die früher als Touristenattraktion bekannten Markstände mit ihren hölzernen Türen seien „ein Opfer der Flammen“ geworden, hieß es in der Mitteilung der in Großbritannien ansässigen Beobachtungsstelle. Bei Bombardements der Armee in Aleppo seien mehrere Menschen verletzt worden.
Milizen der Opposition und Soldaten von Syriens Machthaber Baschar al-Assad lieferten sich den Angaben zufolge am Samstagmorgen schwere Gefechte, als die Aufständischen einen Stützpunkt der Regierungsarmee im südwestlichen Viertel Salaheddin angriffen. Die Regierungsgegner hatten am Donnerstag eine Offensive gestartet, um Aleppo endgültig einzunehmen.

In der Hauptstadt Damaskus begann die Armee derweil eine Offensive im östlichen Sektor Ghuta. „Die Armee will sich rächen, und vor allem die Zivilisten zahlen den Preis dafür“, sagte der in Damaskus lebende Journalist Matar Ismail. Assads Truppen exekutierten zahlreiche Menschen. Ghuta und Umgebung sind eine Hochburg der oppositionellen Freien Syrischen Armee (FSA). Deren Kampfgruppe Tadschamo Ansar al-Islam hatte sich zu dem Bombenanschlag auf eine Kaserne im Zentrum von Damaskus vom Mittwoch bekannt.

Bombardements gab es laut Beobachtungsstelle auch in den Provinzen Deraa im Süden, Homs und Hama im Zentrum sowie in Idlib im Nordwesten Syriens. In der östlichen Provinz Deir Essor seien bei einem Luftangriff vier Menschen getötet worden. In dem seit 18 Monaten andauernden Konflikt in Syrien starben nach Angaben der Opposition bereits mehr als 30.000 Menschen.

China und Russland lähmen den UN-Rat

Die UN-Vetomächte USA und Russland stritten derweil weiter über den richtigen Umgang mit dem Konflikt. Der russische Außenminister Sergej Lawrow warf dem Westen am Freitag (Ortszeit) vor der UN-Vollversammlung in New York vor, eine Lösung zu blockieren. Sein Land habe bislang vergeblich eine Resolution für einen politischen Übergangsprozess in Syrien vorgeschlagen, die auf dem im Juni in Genf vorgestellten Friedensplan basiere. „Diejenigen, die die Umsetzung des Genfer Dokuments ablehnen, laden eine enorme Verantwortung auf sich“, fügte Lawrow hinzu.

In dem Genfer Dokument sind die Grundsätze für einen politischen Übergangsprozess in Syrien festgehalten. Der Rücktritt von Staatschef Assad, wie ihn unter anderem die USA fordern, wird darin allerdings nicht verlangt. Aus Sicht des Westens sind vor allem Russland und China für die Lähmung des UN-Sicherheitsrats im Syrien-Konflikt verantwortlich. Beide Länder legten bereits mehrfach ihr Veto gegen Resolutionen ein.

US-Außenministerin Hillary Clinton kündigte bei einem Treffen der Syrien-Kontaktgruppe am Freitag in New York an, ihr Land werde die humanitären Hilfen für Syrien um 30 Millionen Dollar (23 Millionen Euro) auf 130 Millionen Dollar aufstocken. Die Hilfen für die zivile Opposition würden um 15 Millionen Dollar erhöht. Der britische Außenminister William Hague sagte eine Aufstockung der humanitären Hilfe um acht Millionen Pfund (zehn Millionen Euro) auf 30,5 Millionen Pfund zu. (AFP)

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