Abo | ePaper | App | Newsletter | Facebook | Anzeigen | Trauer

Ägypten - vergebene Chancen
Nach dem Aufstand der Jugend und dem Sturz von Mubarak keimte Hoffnung auf in Ägypten. Nun dominieren Kämpfe das Land - mit vielen Opfern.

25. Juli 2012

Kommentar zur Situation der Christen in Syrien: Exodus aus Syrien

 Von Frank Nordhausen
Eine maronitische Kirche (vorne) und eine islamische Moschee, aufgenommen in der syrischen Stadt Maalula (Archivbild). Foto: dpa

Die Christen in Syrien standen bisher unter dem Schutz des Baath-Regimes. Deshalb setzen sie auch weiter auf den Diktator und sind kaum auf der Seite der Opposition zu finden - ein tödlicher Fehler.

Drucken per Mail

Es häufen sich Nachrichten, dass Syriens Christen das im Bürgerkrieg versinkende Land verlassen. Die rund zwei Millionen Christen verschiedener Konfessionen, etwa zehn Prozent der Bevölkerung, standen unter dem Schutz des Baath-Regimes wie einst ihre Glaubensbrüder im Irak und sind daher kaum auf der Seite der Opposition zu finden. Anders als in Ägypten, wo viele christliche Kopten an den Tahrir-Protesten teilnahmen. Vor allem Syriens christliche Mittelschicht und die Kirchenführer setzen immer noch auf den Diktator Assad, weil er ihnen als kleineres Übel erscheint gegenüber der Übernahme des Staates durch die sunnitische Bevölkerungsmehrheit. Diese Nibelungentreue ist verständlich, aber ein tödlicher Fehler.

Nun droht ein Exodus wie im Irak. Denn die Christen müssen nicht nur den Machtwechsel fürchten, sondern auch die Rache der Sunniten, unter denen es kaum eine Familie gibt, die nicht Opfer zu beklagen hat. Es sind bereits Christen ermordet worden, die als Assad-Anhänger und ergo Feinde betrachtet wurden. Die Schuld an der Eskalation trägt das Assad-Regime, aber auch der untätige Westen. Da die syrischen Christen in der Opposition kaum vertreten sind, muss der Westen dort dringend seinen Einfluss geltend machen, um sie und andere Minderheiten zu schützen – im Bürgerkrieg und im Syrien nach Assad.

Jetzt kommentieren

Spezial

Nach dem Aufstand der Jugend und dem Sturz von Mubarak keimte Hoffnung auf in Ägypten. Nun dominieren Kämpfe das Land - mit vielen Opfern. Das Spezial.


Ägypten
Zeitgeschichte

Wiedervereinigung, Mauerfall, Deutscher Herbst, 1968, der Frankfurter Auschwitzprozess und das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944.

Dossier

Der Wahlsieg des iranischen Präsidenten Rohani weckt Hoffnungen auf einen Kompromiss im Atomstreit. Versagt die Diplomatie, droht ein Krieg.

Spezial: Israel-Iran-Konflikt