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27. August 2012

Massenflucht aus Syrien: Türkei nimmt nicht mehr alle Syrer auf

Weinende und verzweifelte Mutter: Der Bürgerkrieg in Syrien bringt immer mehr Menschen in Not. Mindestens 2,5 Millionen Menschen haben so gut wie nichts mehr. Foto: Ugarit News 

Nach den jüngsten Kämpfen und Massakern im Süden von Damaskus setzt eine Massenflucht aus Syrien ein. Wegen der schnell wachsenden Flüchtlingszahl nimmt die Türkei nicht mehr alle Flüchtlinge auf.

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Nach den jüngsten Kämpfen und Massakern im Süden von Damaskus setzt eine Massenflucht aus Syrien ein. Wegen der schnell wachsenden Flüchtlingszahl nimmt die Türkei nicht mehr alle Flüchtlinge auf.

Die humanitäre Lage der syrischen Flüchtlinge in Jordanien und der Türkei spitzt sich zu. Aus Sorge vor allem um die Kinder unter den Flüchtlingen richtete das UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Montag einen dringenden Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft. An der türkischen Grenze sind rund 7000 syrische Flüchtlinge gestrandet.

Unicef benötigt nach eigenen Angaben mindestens 54 Millionen Dollar (43 Millionen Euro) für tausende weiterer Zelte, die Gesundheitsversorgung und Sanitäranlagen in den Lagern in Jordanien. Das Geld werde „dringend“ benötigt. UNICEF wies insbesondere auf die „wachsende Zahl syrischer Flüchtlingskinder und ihrer Familien“ hin. „Wir müssen jetzt handeln, wei es die Kinder sind, die am meisten leiden“, sagte Unicef-Vertreter Dominique Hyde.

Zerstörte Häuser in einem Ort südlich von Damaskus. Foto: Syrian news agency SANA/Archiv
Zerstörte Häuser in einem Ort südlich von Damaskus. Foto: Syrian news agency SANA/Archiv

Jordanien beherbergt bereits rund 200.000 syrische Flüchtlinge, davon 17.000 im UN-Lager Saatari im Norden. Etwa die Hälfte von ihnen sind Kinder. Die UNO erwartet, dass bis Jahresende 70.000 Menschen in Saatari leben werden. Die Bedingungen in dem sieben Quadratkilometer großen Lager seien bei heißen Temperaturen ohne Schatten und häufigen Sandstürmen hart, sagte Hyde.

Auch in der Türkei spitzte sich die Lage zu. An der syrischen Grenze des Landes warteten rund 5000 Flüchtlinge auf der syrischen Seite des Grenzübergangs Oncupinar, 2000 weitere am Übergang Reyhanli, sagte ein türkischer Diplomat. Bislang flüchteten bereits 80.000 Syrer in die Türkei. Sie leben in Notlagern entlang der Grenze, die dem Ansturm jedoch kaum gewachsen sind.

320 Leichen gefunden

Ankara setzte die Aufnahme weiterer Flüchtlinge für die kommenden Tage zunächst aus. Derzeit werden dem Diplomaten zufolge in den Provinzen Gaziantep und Hatay zwei weitere Camps mit 10.000 Plätzen errichtet. Kürzlich hatte Ankara erklärt, die Türkei könne nicht mehr als 100.000 Flüchtlinge aus Syrien aufnehmen, und sich für die Errichtung einer UN-Pufferzone auf syrischem Boden ausgesprochen.

Bei neuen Kämpfen in Syrien wurden nach Angaben der Beobachtungsstelle für Menschenrechte am Montag mindestens 20 Menschen getötet. Acht Zivilisten, darunter drei Kinder und zwei Frauen, starben demnach beim Bombardement der Ortschaft Kafar Batna in der Provinz Damaskus. Auch Stadtteile der Wirtschaftsmetropole Aleppo seien wieder bombardiert worden.

In der Hauptstadt Damaskus stürzte dem staatlichen Fernsehen zufolge ein Hubschrauber ab. Der Absturzort lag demnach in der Nähe einer Moschee im östlichen Viertel Kabun. Laut der Menschenrechts-Beobachtungsstelle wurde der Hubschrauber wahrscheinlich getroffen, „als er an Kämpfen in dem Gebiet teilnahm“. Eine Brigade der syrischen Rebellen bekannte sich zum Abschuss. Ein Rebellensprecher sagte, die Attacke sei „Rache“ für das „Massaker von Daraja“.

In Daraja nahe Damaskus waren nach Angaben der Beobachtungsstelle am Samstag und Sonntag mindestens 320 Leichen gefunden worden. Die syrische Opposition machte die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad für die Tötungen verantwortlich. Staatsmedien sprachen dagegen davon, dass die Armee die Stadt „von Terroristen gesäubert“ habe. Von unabhängiger Seite nachzuprüfen waren die Angaben zunächst nicht. Die EU-Kommission verurteilte das Massaker streng. Am Montag wurden der Beobachtungsstelle zufolge 14 weitere Leichen in Daraja gefunden.

Syriens Führung lässt seit Mitte März 2011 eine Revolte blutig niederschlagen. Seither wurden laut Beobachtungsstelle rund 25.000 Menschen getötet. (afp)

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