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Ägypten - vergebene Chancen
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14. Juli 2012

Syrien: UN-Beobachter untersuchen Massaker

Demonstranten in Syrien am 13. Juli. Foto: AFP

Zwei Tage nach dem mutmaßlichen Massaker prüfen UN-Beobachter die Lage im syrischen Dorf Tremseh. Der Angriff galt nach Ansicht von UN-Inspektoren wohl vor allem Gegnern des Assad-Regimes. Der türkische Ministerpräsident Erdogan wirft der Assad-Regierung versuchten "Völkermord" vor.

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Zwei Tage nach dem mutmaßlichen Massaker prüfen UN-Beobachter die Lage im syrischen Dorf Tremseh. Der Angriff galt nach Ansicht von UN-Inspektoren wohl vor allem Gegnern des Assad-Regimes. Der türkische Ministerpräsident Erdogan wirft der Assad-Regierung versuchten "Völkermord" vor.

Die UN-Beobachter haben bei ihrem Besuch in der syrischen Stadt Treimsa dem ersten Augenschein nach Angriffe vor allem auf Häuser „von Armee-Deserteuren und Aktivisten“ festgestellt. Nach dem Besuch von UN-Beobachtern in der zentralsyrischen Ortschaft sagte deren Sprecherin Sausan Ghosheh am Samstag, in Tremseh seien „Blutlachen“ und „Blutflecken in den Räumen mehrerer Häuser sowie Patronenhülsen“ gefunden worden. Die syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte in London hatte nach dem Angriff vom Donnerstag von einem Massaker an 150 Menschen gesprochen und die syrischen Streitkräfte dafür verantwortlich gemacht.

Die UN-Beobachter wollten sich am Sonntag nochmals nach Treimsa begeben, kündigte die Sprecherin an. Bislang hätten sie festgestellt, dass es in einer Schule und in fünf Häusern gebrannt habe. In Tremseh seien zahlreiche Waffentypen im Einsatz gewesen, darunter Granatwerfer und Schusswaffen. Die Beobachtungsstelle hatte erklärt, viele der Opfer seien „hingerichtet“ und 17 auf der Flucht getötet worden, darunter Frauen und Kinder. Zur Zahl der Getöteten wollten sich die UN-Beobachter am Samstag nicht äußern, diese sei „noch immer ungewiss“.

Erdogan greift Assad scharf an

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die syrische Regierung von Präsident Baschar Assad scharf angegriffen und das mutmaßliche Massaker in der Ortschaft Tremseh mit versuchtem „Völkermord“ gleichgesetzt. Derartige Gewalttaten seien „die Spuren eines Regimes, das vor dem Ende steht“, sagte Erdogan am Samstag. Erdogan sagte am Samstag, das syrische Volk werde dafür sorgen, dass die Regierung für Massaker wie die mutmaßliche Tötung von Dutzenden Menschen im Bauerndorf Tremseh bezahle. Auch andere Staats- und Regierungsvertreter haben empört auf die Berichte über den Zwischenfall in Tremse reagiert. In einem Schreiben an den Weltsicherheitsrat sprach UN-Generalsekretär Ban Ki Moon von einer „abscheulichen Eskalation der Gewalt“.

Unterdessen tötete ein Selbstmordattentäter in der syrischen Provinz Hama am Samstag vier Menschen, darunter drei Zivilpersonen. Wie SANA meldete, hatte der Attentäter seinen Sprengsatz auf einem Fahrzeug unter einer Ladung Zwiebeln versteckt. Die oppositionelle Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte bestätigte den Anschlag in der Stadt Muhrada und erklärte, dieser habe sich gegen ein örtliches Hauptquartier der Sicherheitskräfte gerichtet. Beiden Berichten zufolge waren unter den Opfern zwei Frauen und ein Kind.
Die Provinz Hama zählt zu den Hochburgen der Gegner des Regimes von Präsident Baschar Assad. Muhrada liegt 20 Kilometer nordwestlich der Stadt Hama und ist die größte Stadt nahe Tremseh. (afp/dapd)

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