Ägypten - vergebene Chancen
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25. Juli 2012

Syrien Bürgerkrieg : Ein Flüchtlingsdrama bahnt sich an

Flucht aus Syrien: Ein Mädchen liegt auf dem Gepäck seiner Familie, die gerade die Grenze zum Irak passiert hat. Foto: rtr

Der Bürgerkrieg in Syrien hat einen Massenexodus ausgelöst: Zehntausende Syrer sind bereits in die Nachbarländer geflohen. In den kommenden Tagen wird sich die Lage weiter zuspitzen.

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Der Bürgerkrieg in Syrien hat einen Massenexodus ausgelöst: Zehntausende Syrer sind bereits in die Nachbarländer geflohen. In den kommenden Tagen wird sich die Lage weiter zuspitzen.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) zählt schon jetzt mehr als 120.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien, im Libanon, in der Türkei und im Irak. Nach Angaben der Landesregierungen seien die wirklichen Zahlen jedoch noch weitaus höher, erklärte das UNHCR am Mittwoch in Bonn.

Viele Flüchtlinge kommen bei Verwandten und Bekannten unter und meiden den Kontakt zu Behörden – aus Angst, der syrische Sicherheitsdienst könnte von ihrer Flucht erfahren und die zu Hause gebliebenen Verwandten bestrafen.

Besonders dramatisch ist die Lage für Iraker, die einst selbst als Flüchtlinge nach Syrien – vor allem Damaskus – gekommen waren und nun wieder auf der Flucht in ihre unsichere Heimat sind. Drei Viertel der Flüchtlinge sind den Angaben von UNHCR zufolge Frauen und Kinder.

„Ich bin den Nachbarländern sehr dankbar, dass sie die Grenzen für die Flüchtlinge offen halten“, sagte der UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. In den aufnehmenden Gemeinden fehlten jedoch Unterkünfte, Wasser, Medikamente und Nahrungsmittel.

Schlechte Versorgung in Lagern

In manchen Aufnahmepunkten ist die Situation so verheerend, dass es zu Zusammenstößen zwischen den Flüchtlingen und lokaler Polizei kommt, so zum Beispiel in einem Flüchtlingsdorf namens „Container-Stadt“ an der türkisch-syrischen Grenze. Dort haben am Wochenende Flüchtlinge gegen die schlechte Versorgung demonstriert. Die Türkei ließ daraufhin Militär aufmarschieren und Tränengas gegen die Demonstranten einsetzen.

Weil syrische Rebellen und die Truppen des Präsidenten Baschar al-Assad immer wieder in syrisch-türkischer Grenze kämpfen, hat die Türkei den Grenzverkehr gesperrt. Die Sperre gelte aber nur für den Handel, ließ das türkische Handelsministerium erklären. Flüchtlinge könnten die Grenze weiterhin passieren.

Beobachter verlassen Syrien

Die Vereinten Nationen ziehen angesichts der anhaltenden Kämpfe im Land nun nach und nach ihre Beobachter ab. Rund die Hälfte der 300 entsandten UN-Angehörigen habe Syrien bereits wieder verlassen, sagten zwei der Beobachter in Damaskus. Sie seien am Dienstagabend und Mittwoch ausgereist „und werden nicht zurückkommen“, fügte einer der Beobachter hinzu.

Der UN-Sicherheitsrat hatte das Mandat für die Beobachter in der vergangenen Woche nach schwierigen Verhandlungen nochmals um 30 Tage verlängert. Die USA verwiesen allerdings darauf, dass die Verlängerung nur noch dazu diene, den Beobachtern einen „sicheren und geordneten Rückzug“ zu ermöglichen. Der UN-Sicherheitsrat hatte am 14. April die Entsendung von unbewaffneten Beobachtern nach Syrien beschlossen.

Im Kampf gegen den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad haben die Aufständischen mehrere Grenzübergänge zum Irak und zur Türkei unter ihre Kontrolle gebracht. Bei dem seit 16 Monaten anhaltenden Aufstand in Syrien sind nach Schätzungen der Opposition 18.000 Menschen ums Leben gekommen. (vf/dpa/rtr/afp)

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