Ägypten - vergebene Chancen
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13. Juli 2012

Syrien nach dem Massaker : Syriens Opposition ruft um Hilfe

Bewaffnete Regierungstruppen sollen das Dorf Treimsa in Syrien umstellt und beschossen haben. Foto: dpa

Syrische Truppen haben wohl das schlimmste Massaker seit Beginn des Aufstands verübt. Die syrischen Muslimbrüder machen Russland mitverantwortlich und greifen auch den UN-Sondergesandten Annan scharf an.

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Syrische Truppen haben wohl das schlimmste Massaker seit Beginn des Aufstands verübt. Die syrischen Muslimbrüder machen Russland mitverantwortlich und greifen auch den UN-Sondergesandten Annan scharf an.

Nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte wurden in Treimsa mehr als 150 Menschen getötet. Der Chef der in London ansässigen Beobachtungsstelle, Rami Abdel Rahman, sagte, sollte sich die Opferzahl bestätigen, wäre Treimsa das schlimmste Massaker seit dem Beginn des Aufstands in Syrien. Syriens Opposition forderte eine schnelle Intervention der internationalen Gemeinschaft.

Die Zahl der Todesopfer variiert je nach Aussage. Zwischen 150 und mehr als 200 Menschen sollen demnach am Donnerstag in der Ortschaft Treimsa in der zentralsyrischen Provinz Hama getötet worden sein.

Der Rebellenführer Abu Mohammed sprach von mehr als 200 Toten. Ein Dorfbewohner habe ihm am Telefon berichtet, dass Treimsa zehn Stunden lang beschossen wurde. Ein Aktivist in Hama, der sich im Gespräch mit AFP Abu Ghasi nannte, sagte, die Truppen hätten eine Moschee beschossen, in der zahlreiche Menschen Zuflucht gesucht hätten. Die Moschee sei eingestürzt und habe die Menschen unter sich begraben.

Opposition macht Assad mitverantwortlich

In Syrien forderten Anhänger der Opposition die Abberufung des Sonderbeauftragten von UN und Arabischer Liga, Kofi Annan. Bei Protestaktionen wurde der Unmut gegen den früheren UN-Generalsekretär laut, der sich weiterhin erfolglos um die Umsetzung seines Friedensplans für Syrien bemüht. Aktivisten der Opposition übten Kritik an Annan, wie der US-Sender CNN berichtete.

«Er (Annan) ist nichts als ein legitimer Deckmantel für die Verbrechen des Regimes von (Baschar) al-Assad», wurde ein Demonstrant zitiert. Ungeachtet des Blutvergießens ist der UN-Sicherheitsrat noch weit von einer Resolution zum Syrien-Konflikt entfernt.

Ein Augenzeuge berichtet

„Etwa 30 Armeefahrzeuge kamen und umstellten das Dorf vollständig“, erzählt Ibrahim, ein Aktivist aus Treimsa. „Wer durch die Felder zu entkommen versuchte, wurde beschossen.“ Nach den Angriffen mit Hubschraubern und Panzern seien Soldaten mit leichten Waffen in das Dorf eingedrungen, gefolgt von Schabiha-Milizionären, viele mit Messern bewaffnet. "Ganze Familien wurden getötet."

Die amtliche syrische Nachrichtenagentur Sana berichtete dagegen, die Armee bekämpfe eine Gruppe „Terroristen“ in dem Ort Stadt und habe diesen „schwere Verluste“ zugefügt. Auch drei Soldaten seien getötet worden. Eine unabhängige Überprüfung der Angaben zu den Kämpfen und den Opfern in Treimsa war zunächst nicht möglich.

Der Chef des oppositionellen Syrischen Nationalrats, Abdel Basset Sajda, sprach von einem „Massaker“. „Das ist eine Schande für den UN-Sicherheitsrat und die Arabische Liga.“ Sajda forderte eine Resolution unter Kapitel VII der UN-Charta, die „alle Optionen auf den Tisch bringt“, darunter auch den Einsatz von Gewalt. „Dieses syrische Regime versteht nur die Sprache der Gewalt“, sagte er dem Fernsehsender Al-Dschasira.

Russland droht mit Veto im UN-Sicherheitsrat

Russland bezeichnete unterdessen einen vom Westen eingebrachten Resolutionsentwurf zu Syrien als „inakzeptabel“ und drohte mit seinem Veto im UN-Sicherheitsrat. „Insgesamt ist dieses Projekt nicht ausgeglichen“, da allein die syrische Regierung Pflichten auferlegt bekomme, sagte der russische Vize-Außenminister Gennadi Gatilow nach Angaben der Nachrichtenagentur Interfax. Sollte am Donnerstag in New York darüber abgestimmt werden, werde Russland sein Veto einlegen. Russland ist ein enger Verbündeter der Regierung von Syriens Präsident Baschar al-Assad.

Zuvor hatten die Botschafter der fünf UN-Vetomächte - USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - in New York erstmals über den Text beraten, der von den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland eingebracht worden war. Der Text setzt Damaskus eine zehntägige Frist zum Rückzug der Truppen aus den Städten und droht andernfalls mit der Verhängung von Wirtschaftssanktionen gemäß Kapitel VII der UN-Charta. Zudem verlängert er das Mandat der UN-Beobachtermission in Syrien um 45 Tage. (afp)

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