US-Präsident Barack Obama hat Syrien vor einem Einsatz von Chemiewaffen gewarnt. Er sagte in Nevada, Damaskus sollte keinen tragischen Fehler begehen - die Welt schaue zu und würde das Regime zur Verantwortung ziehen. Zuvor war die syrische Regierung Befürchtungen der bewaffneten Opposition entgegengetreten, sie könne im Bürgerkrieg Chemiewaffen einsetzen. Diese seien zur Verteidigung gegen einen Angriff von außen entwickelt worden, hieß es. Europa bereitet sich inzwischen auf eine Flüchtlingswelle aus Syrien vor.
Die syrische Führung hat nach Angaben der Rebellen Chemiewaffen an grenznahe Flughäfen des Landes verlegt. Die oppositionelle Freie Syrische Armee (FSA) teilte mit, sie habe „genaue“ Kenntnisse über die Standorte der Waffen und Anlagen zu ihrer Herstellung und könne bestätigen, dass entsprechende Verlagerungen stattgefunden hätten. Den Angaben zufolge wurden erste Chemiewaffen bereits vor mehreren Monaten verlegt. Um welche Flughäfen oder welche Grenze es sich handeln soll, teilte die FSA nicht mit.
Der syrische Aufstand beginnt harmlos: Anfang März 2012 ...
Foto: AFPDie Führung von Präsident Baschar al-Assad hatte am Montag gedroht, ihre Chemiewaffen im Fall eines Angriffs aus dem Ausland einzusetzen, nicht jedoch gegen die syrische Bevölkerung. Sowohl die Europäische Union als auch die USA warnten vor jeglichem Einsatz der Waffen. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon nannte es „verwerflich“, einen Einsatz überhaupt in Betracht zu ziehen. Insbesondere Israel fürchtet den Einsatz der verheerenden Waffen.
Öffentlich zugängliche Informationen über das syrische Chemiewaffenarsenal existieren praktisch nicht. Nach Einschätzung von US-Experten verfügt das Land aber unter anderem über Senfgas, Saringas und das tödliche Nervengas VX.
In dem seit Mitte März 2012 andauernden Aufstand gegen Assad wurden laut Opposition bereits mehr als 19.000 Menschen getötet. Tausende Syrer befinden sich auf der Flucht. (dpa/afp)
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