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Ägypten - vergebene Chancen
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20. März 2013

Syrien: Opposition macht US-Manager zum Premier

 Von 
Ghassan Hitto, Übergangspremier  Foto: afp

Hitto hält im Kampf gegen Assad jedes Mittel für angemessen.

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Hitto hält im Kampf gegen Assad jedes Mittel für angemessen.

Istanbul –  

Zwei Jahre nach Beginn des Aufstandes gegen das Regime Baschar al-Assads hat sich die syrische Opposition in Istanbul auf einen Übergangspremier geeinigt. Die Führungsriege der Nationalen Syrischen Koalition stimmte nach langer Diskussion für Ghassan Hitto, einen 50-jährigen Telekommunikationsmanager. Die syrischen Staatsmedien verspotteten die Wahl eines Regierungschefs der Aufständischen als „verrückt und verwirrt“.

Hitto sagte nach seiner Wahl am Dienstag, er halte im Kampf gegen das syrische Regime jedes Mittel für angemessen. Seine Prioritäten seien der Sturz des Regimes von Präsident Baschar al-Assad und die Versorgung der notleidenden Bevölkerung in den von Rebellen kontrollierten Gebieten. Die Offiziere der syrischen Armee rief er auf, „ihre Waffen niederzulegen und sich dem Volk anzuschließen“.

Nach dem Willen der Opposition soll Hitto das syrische Volk international vertreten und möglichst schnell einen Aufnahmeantrag bei der Arabischen Liga und den Vereinten Nationen in New York stellen. Sobald die Minister des Kabinetts bestimmt sind, soll die Übergangsregierung ihren Sitz innerhalb Syriens beziehen. Salem Al Meslet, ein Gegenkandidat Hittos, erklärte der türkischen Zeitung Zaman: „Die wesentliche Aufgabe des Regierungschefs wird es sein, die oppositionellen Kräfte am Boden unter einem Kommando zu vereinen und dem Land eine Struktur zu geben, damit es nicht weiter im Chaos versinkt.“ Inzwischen hat Salim Idris, der Kommandeur der Freien Syrischen Armee, Hitto seine Unterstützung zugesichert.

Der wenig bekannte Hitto gilt als Mann der syrischen Muslimbruderschaft, wurde wegen seiner gemäßigten politischen Ansichten aber auch von Teilen des liberalen Lagers der syrischen Opposition unterstützt. Hitto wurde 1963 in Damaskus geboren, hat kurdische Vorfahren und wurde westlich erzogen. Er lebte zwei Jahrzehnte in den USA, wo er Mathematik und Informatik studierte und eine Amerikanerin heiratete. In Texas engagierte sich der vierfache Vater jahrelang für eine private muslimische Schule. Zuletzt arbeitete er als Manager in einer texanischen Telekommunikationsfirma. Im November kündigte er seinen Job, um die Hilfe für syrische Flüchtlinge in der Türkei zu koordinieren.

Einsatz von Chemiewaffen?

Unterdessen warfen sich die verfeindeten Parteien gegenseitig vor, Chemiewaffen in der Ortschaft Chan al-Asal in der Provinz Aleppo Giftgas eingesetzt und damit 25 Menschen getötet zu haben. Die USA haben jedoch keine Hinweise darauf. Die US-Regierung untersuche solche Vorwürfe „in engen Konsultationen mit Partnern in der Region und in der internationalen Gemeinschaft“, teilte ein Sprecher des das Weißen Hauses am Dienstag in Washington mit. „Aber wir haben keine Beweise, die solche Vorwürfe belegen.“ (mit Reuters, dpa)

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