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Ägypten - vergebene Chancen
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05. August 2012

Syrien: Rebellen führen Geiseln in Video vor

Aufnahme aus dem Video, das die verschleppten Iraner und ihre Geiselnehmer zeigen soll. Foto: dpa

Elitetruppe oder muslimische Pilger, wer sind die in Syrien verschleppten iranischen Geiseln? In einem Video behaupten die Rebellen unter den von ihnen gefangenen 48 Männern befänden sich auch Elitekämpfer, die iranische Führung dementiert.

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Elitetruppe oder muslimische Pilger, wer sind die in Syrien verschleppten iranischen Geiseln? In einem Video behaupten die Rebellen unter den von ihnen gefangenen 48 Männern befänden sich auch Elitekämpfer, die iranische Führung dementiert.

Das iranische Außenministerium hat Medienberichte dementiert, wonach es sich bei den in Syrien entführten 48 Pilgern um Angehörige der iranischen Revolutionsgarden handeln soll. „Wir weisen diese Berichte einiger arabischer Medien kategorisch zurück“, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag in Teheran.

Der Fernsehsender Al-Arabija hat am Sonntag ein Video mit in Syrien verschleppten iranischen Geiseln ausgestrahlt. Darin erklärt ein Vertreter der Geiselnehmer, unter den in ihrer Gewalt befindlichen 48 Menschen befänden sich auch Revolutionsgardisten. Die Revolutionsgarden sind eine Elitetruppe der iranischen Führung.

Nach Darstellung der iranischen Führung handelt es sich bei den Verschleppten um muslimische Pilger, die sich aus religiösen Gründen nach Syrien begaben. Die Regierung in Teheran forderte die Türkei und Katar auf, sich für die Freilassung der in Syrien verschleppten Iraner einzusetzen. Die Türkei, Katar und Saudi-Arabien unterstützen die bewaffneten syrischen Rebellen.

Nicht die erste Geiselnahme von Iranern in Syrien

Nach Berichten iranischer Medien entführten „bewaffnete terroristische Gruppen“ die Iraner, die mit einem Bus zum Flughafen von Damaskus fuhren. Vor dem bewaffneten Konflikt in Syrien reisten jährlich etwa 700.000 Iraner in die syrische Hauptstadt, um dort eine den Schiiten heilige Stätte zu besuchen - das Grab von Sainab, der Tochter des Imams Ali.

In den vergangenen Monaten hatten bewaffnete Gruppen in Syrien 32 Iraner verschleppt, darunter 22 Pilger, sieben Ingenieure und drei Lastwagenfahrer. 27 von ihnen kamen wieder frei, oft mit Hilfe der Türkei.
Die syrischen Rebellen, die gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad kämpfen, sind überwiegend sunnitischen Glaubens. Sie prangern Teherans Unterstützung für Assad an, der zur schiitisch-alawitischen Glaubensrichtung gehört.

Millionenstadt Aleppo unter Beschuss

Nach Angaben von Augenzeugen nehmen Regierungstruppen die Millionen-Metropole Aleppo massiv unter Beschuss. Die Armee habe im Kampf gegen die Aufständischen am Samstag Artillerie, Flugzeuge und Hubschrauber eingesetzt. Betroffen war demnach zunächst der Bezirk Salaheddine, der als Zugang zu Aleppo mit seinen 2,5 Millionen Einwohnern gilt. Ein Sprecher der Rebellen vor Ort sagte, man stelle sich auf eine „starke Offensive“ der Regierung ein. Auch die Vereinten Nationen (UN) teilen die Einschätzung, dass in den nächsten Tagen ein größerer Angriff bevorstehe. Ob die Offensive schon begonnen hat, war zunächst unklar. Die Berichterstattung durch ausländische Medien ist stark beeinträchtigt, da viele Journalisten das Land verlassen mussten.

Am Sitz eines TV-Senders kam es zu Gefechten. Die Rebellen hätten versucht, vom umkämpften Bezirk Salaheddine in die Nähe des Senders vorzurücken. Ein Oppositioneller sagte, die Aufständischen seien von Assads Truppen gestoppt worden. Im syrischen Fernsehen wurde berichtet, eine große Zahl von „Terroristen“ sei getötet oder verletzt worden. Zuvor hätten sie versucht, den Sender zu stürmen. Das Fernsehen berichtete zudem von einem Massaker in Jalda, einem Stadtteil von Damaskus. 20 Menschen seien dabei getötet worden. Es war nicht möglich, den Bericht zu überprüfen. In der Hauptstadt Damaskus hat nach Angaben von Einwohnern bereits am Freitag eine Offensive der Regierung begonnen. (afp/rtr/dpa)

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