Ägypten - vergebene Chancen
Nach dem Aufstand der Jugend und dem Sturz von Mubarak keimte Hoffnung auf in Ägypten. Nun dominieren Kämpfe das Land - mit vielen Opfern.

06. August 2012

Syrien: Regierungschef läuft über

Ex-Ministerpräsident Riyad Farid Hijab hat überraschend das Land verlassen. Foto: dpa

Syriens Ministerpräsident Rijad Hidschab hat sich nach ersten Angaben ins Nachbarland Jordanien abgesetzt. Nach Angaben syrischer Rebellen hat sich der ranghohe Politiker der Opposition angeschlossen.

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Die Luft um den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad wird dünner: Nach zahlreichen hohen Militärs und Diplomaten soll sich nun auch sein Ministerpräsident Riad Hidschab ins Ausland abgesetzt haben. Dies gaben syrische Menschenrechtsaktivisten in Beirut und London bekannt. Das Regime in Damaskus bestätigte dies zunächst nicht.

Der frühere Landwirtschaftsminister Hidschab war erst am 6. Juni von Staatschef Baschar al-Assad berufen worden. Die Parlamentswahl Anfang Mai war von der Opposition boykottiert worden.

Allerdings verbreiteten die Staatsmedien kurz vor den Berichten über eine Flucht Hidschabs die Nachricht, dass dieser aus dem Amt entlassen worden sei. Ein Grund dafür wurde nicht genannt. Hidschab war erst zwei Monate im Amt. Vor seiner Ernennung zum Regierungschef am 6. Juni war Hidschab Landwirtschaftsminister gewesen.

Zu seinem Nachfolger wurde der bisherige Vize-Ministerpräsident Omar Galawandschi bestimmt. Mit Ghalawandschi kommt ein früherer stellvertretender Regierungschef ins Amt. Er solle die Übergangsregierung leiten, berichtete das Fernsehen.

Nach Angaben der syrischen Rebellen habe Hidschab nicht nur das Land verlassen, sondern sei mit drei weiteren Ministern zur Opposition übergelaufen. Hidschab habe seine Entscheidung mit den „Kriegsverbrechen und dem Völkermord“ in seinem Heimatland begründet. „Ich erkläre heute, dass ich mich losgesagt habe von dem mörderischen und terroristischen Regime“, heißt es in der Presseerklärung, die ein Sprecher in seinem Namen am Montag im arabischen Fernsehsender Al/Dschasira verlas. „Ich erkläre, dass ich von heute an ein Soldat in dieser gesegneten Revolution bin“, heißt es weiter.

Unklar war zunächst, wo genau sich Hidschab derzeit aufhält. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, einigen Berichten zufolge sei er in Jordanien eingetroffen. Das syrische Staatsfernsehen hatte berichtet, Hidschab sei entlassen worden. Demnach soll sein Stellvertreter Omar Ghalawandschi vorübergehend die Amtsgeschäfte übernehmen. (dpa/rtr/afp)

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