Ägypten - vergebene Chancen
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02. Oktober 2012

Syrien: Syrien wirft Westen Einmischung vor

Walid Moallem vor der UN-Generalversammlung. Foto: AFP

Der syrische Außenminister sieht Forderungen nach einem Rücktritt von Präsident Assads als „eklatante Einmischung“ in innere Angelegenheiten an. Außerdem wirft er dem Westen vor, den Terrorismus zu unterstützen. Die Gewalt im Land hält weiter an. Ägypten schickt offenbar eine Delegation zu Verhandlungen nach Syrien.

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Der syrische Außenminister sieht Forderungen nach einem Rücktritt von Präsident Assads als „eklatante Einmischung“ in innere Angelegenheiten an. Außerdem wirft er dem Westen vor, den Terrorismus zu unterstützen. Die Gewalt im Land hält weiter an. Ägypten schickt offenbar eine Delegation zu Verhandlungen nach Syrien.

Beirut –  

Der syrische Außenminister Walid Moallem hat dem Westen die Unterstützung von Terrorismus in seinem Land vorgeworfen. Ein Fahrplan für einen Übergang zu mehr Demokratie könne nur durch einen Dialog innerhalb Syriens zustande kommen, sagte er zudem am Montag in seiner Rede vor der UN-Vollversammlung in New York. Forderungen nach einem Rücktritt von Präsident Baschar Assads bezeichnete er als „eklatante Einmischung“ in innere Angelegenheiten. Im Land selbst kam es unterdessen erneut zu blutiger Gewalt.

Aktivisten berichteten von heftigen Kämpfen im gesamten Land. In Aleppo, wo Rebellentruppen kürzlich eine erneute Offensive gestartet hatten, kam es demnach zu den heftigsten Auseinandersetzungen. Dort seien mindestens 40 Menschen getötet oder verletzt worden, erklärte die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Die Örtlichen Koordinationskomitees gaben die Zahl der Todesopfer mit mindestens 95 an. Zwölf Menschen seien ums Leben gekommen, als Regierungstruppen eine Moschee beschossen hätten, sagte der in Aleppo ansässige Aktivist Mohammed Said.

Ägyptische Delegation auf dem Weg nach Syrien

Bei einem Luftangriff auf die nördliche Stadt Salkin wurden den Angaben zufolge mindestens 21 Menschen getötet, darunter fünf Kinder. Zahlreiche Menschen seien schwer verletzt worden. Ein im Internet veröffentlichtes Video zeigte mehrere verstümmelte Leichen in einem Kleintransporter. Die Authentizität der Aufnahmen konnte aber nicht unabhängig bestätigt werden. Das syrische Staatsfernsehen berichtete von Dutzenden „Terroristen“, die in Salkin getötet worden seien. Darunter seien auch ausländische Kämpfer gewesen, hieß es.
Die ägyptische Regierung schickte am Montag offenbar eine Delegation zu Verhandlungen nach Syrien. Wie Mitarbeiter des Flughafens von Kairo mitteilten, handelte es sich um hochrangige Beamte, die zu dem Besuch nach Damaskus aufbrachen. Aus Sicherheitskreisen in der ägyptischen Hauptstadt hieß es, es lägen keine Informationen über eine entsprechende Mission vor, den Angaben wurde aber auch nicht widersprochen. Der ägyptische Präsident Mohammed Mursi ist ein ausdrücklicher Kritiker des Assad-Regimes. Zur Lösung des Konflikts in Syrien hatte Mursi im September gemeinsam mit der Türkei, dem Iran und Saudi-Arabien eine neue Initiative angekündigt.

„Großes Misstrauen“ in den Reihen der Regierungsgegner

Die Lösung des Konflikts in Syrien wird von einer tiefen Spaltung der Regime-Gegner erschwert. Zwischen Rebellen und Oppositionellen gebe es „großes Misstrauen“, sagte der in Damaskus arbeitende UN-Vertreter Mokhtar Lamani der Nachrichtenagentur AP. Neben der Freien Syrischen Armee, die überwiegend aus Deserteuren der syrischen Streitkräfte besteht, gebe es so viele Gruppen innerhalb und außerhalb Syriens, dass es für die Friedensmission zu einer Gefahr werden könne.
Seit Beginn der Aufstände gegen das Regime von Assad im März des vergangenen Jahres sind nach Schätzungen von Aktivisten mehr als 30.000 Menschen getötet worden.(dapd)

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