Ägypten - vergebene Chancen
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24. August 2012

Syrische Flüchtlinge: Flüchtlingsstrom aus Syrien wächst rasant

Syrische Flüchtlinge warten vor einem türkischen Flüchtlingslager darauf, aufgenommen zu werden. Foto: dpa

Immer mehr Syrer fliehen vor dem Bürgerkrieg in die Nachbarländer. Insgesamt sollen es schon mehr als 200.000 Menschen sein, die Schutz in der Türkei, im Libanon, dem Irak oder Jordanien gesucht haben. Der Flüchtlingsstrom wächst schneller als erwartet.

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Das UN-Hochkommissariat für Flüchtlinge (UNHCR) sprach am Freitag von mehr als 200.000 Menschen, die Schutz in der Türkei, im Libanon, dem Irak und Jordanien gesucht haben. Das entspricht etwa einem Prozent der Bevölkerung in dem arabischen Land.

Die türkische Regierung erklärte, allein in den vergangenen 24 Stunden seien mehr als 3500 Syrer eingetroffen. Das seien so viele wie noch nie zuvor an einem Tag seit Beginn des Aufstandes gegen Präsident Baschar al-Assad. In den Vororten von Damaskus gingen die Kämpfe zwischen Armee und Rebellen unvermindert weiter.

Flüchtlingsstrom wächst schneller als erwartet

In der vergangenen Woche seien 30.000 Syrer ins Ausland geflohen, teilte das UNHCR mit. Der Flüchtlingsstrom wächst damit schneller, als die Vereinten Nationen erwartet hatten: Ihre Schätzungen gingen von 185.000 Menschen bis Jahresende aus. Ein Teil des Zuwachses sei allerdings auch einem neuen Zählverfahren in Jordanien geschuldet. In Deutschland haben dem Innenministerium zufolge von Januar bis Juli 2246 Syrer einen Asylantrag gestellt, fast so viele wie im gesamten Vorjahr.

Über die Lage der syrischen Flüchtlinge soll nach dem Willen der Bundesregierung der UN-Sicherheitsrat beraten. Deutschland unterstütze eine entsprechende Forderung Frankreichs nach einer Debatte am 30. August, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Die Unterstützung der Flüchtlinge konzentriere sich auf Hilfen vor Ort. Seibert wies darauf hin, dass die Bundesregierung bislang 22 Millionen Euro für Flüchtlingshilfen bereitgestellt habe.

Opposition: Armee setzt Offensive fort

In Syrien selbst setzte die Armee nach Angaben der Opposition ihre Offensive in der Umgebung der Hauptstadt Damaskus fort. Am dritten Tag der Gefechte um den sunnitischen Arbeiter-Vorort Daraja seien mindestens 21 Menschen getötet worden. Auch Raketenwerfer seien im Einsatz. „Viele Leichen sind unter den zerstörten Gebäuden begraben und die Zivilisten versuchen, nach Damaskus zu entkommen“, sagte ein Mitglied der Opposition per Telefon der Nachrichtenagentur Reuters. Aus anderen sunnitischen Vororten wurden ebenfalls Kämpfe gemeldet. Die Angaben aus Syrien sind schwer zu überprüfen, da ausländische Journalisten kaum Zugang haben.

Bei dem seit etwa eineinhalb Jahren anhaltenden Aufstand gegen Assad sind schätzungsweise 18.000 Menschen ums Leben gekommen. Der Konflikt trägt religiöse Züge, da die Regierung von Alawiten beherrscht wird, die Mehrheit der Bevölkerung jedoch Sunniten sind.

Entsprechend wird befürchtet, die Kämpfe können noch stärker auf den Libanon übergreifen, wo sich die beiden Gruppen ebenfalls feindlich gegenüberstehen. In Tripoli im Norden des Landes starben nach Angaben aus Sicherheitskreisen am Freitag drei Sunniten. Mindestens sieben Geschäfte von Alawiten seien in Flammen aufgegangen. Die Situation sei „alarmierend und gefährlich“, hieß es in den Kreisen. „Es ist sehr wahrscheinlich, dass sie diesmal eskalieren wird.“ Am Donnerstag hatte das Militär mit Panzern in Tripoli Stellung bezogen. (rtr)

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