Aktuell: Museumsuferfest Frankfurt | Türkei | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Ägypten - vergebene Chancen
Nach dem Aufstand der Jugend und dem Sturz von Mubarak keimte Hoffnung auf in Ägypten. Nun dominieren Kämpfe das Land - mit vielen Opfern.

12. März 2013

Unicef: Unicef warnt vor "verlorener Generation"

Der Bürgerkrieg prägt: ein syrisches Kind in Aleppo.  Foto: Imago

Die Zukunft von Millionen syrischer Kinder steht auf dem Spiel. Schulen sind zerstört, Familien auf der Flucht. Mit jedem Tag des Bürgerkriegs steigt das Risiko einer "verlorenen Generation".

Drucken per Mail

Das UN-Kinderhilfswerk Unicef hat das Leid einer ganzen Generation syrischer Kinder beklagt und einen dramatischen Hilfeaufruf gestartet. „Millionen Kinder in Syrien sehen ihre Vergangenheit und ihre Zukunft verschwinden“, hieß es am Dienstag in einem in Genf vorgestellten Bericht zum zweiten Jahrestag des Beginns des Konflikts in Syrien.

Mit jedem Tag des Bürgerkriegs steige das Risiko einer „verlorenen Generation“. Dem Hilfswerk zufolge sind in Syrien mehr als zwei Millionen Kinder von dem Konflikt betroffen und benötigten dringend Hilfe. Jede fünfte Schule sei zerstört worden.

Das Kinderhilfswerk hatte den finanziellen Bedarf zur humanitären Hilfe von Frauen und Kindern, die in Syrien sowie in den Nachbarländern als Flüchtlinge von dem Bürgerkrieg betroffen sind, bis Ende Juni auf 195 Millionen Dollar (knapp 150 Millionen Euro) beziffert. Davon seien seitens der internationalen Gemeinschaft erst rund 20 Prozent zur Verfügung gestellt worden, heißt es in dem UN-Bericht.

Unzählige Kinder sind schwer traumatisiert

Sollte sich die Lage nicht rasch verbessern, sei Unicef gezwungen, möglicherweise bereits Ende März Hilfeleistungen wie Impfungen, Trinkwasserlieferungen und die Versorgung von Säuglingen zu reduzieren.

Die von der Gewalt in Syrien betroffenen Kinder seien „schrecklichen Gefahren“ ausgesetzt, erklärte Unicef-Chef Anthony Lake in dem Bericht. Sie würden zu Waisen gemacht, selbst schwer verletzt und lebten in ständiger Angst vor Angriffen. Unzählige Kinder seien schwer traumatisiert, da sie mit angesehen hätten, wie Familienmitglieder getötet worden seien. Sie seien außerdem Opfer von sexueller Gewalt, Folter und willkürlicher Haft und würden als Kindersoldaten rekrutiert.

Bei dem Konflikt in Syrien, der mit einer Revolte gegen die Regierung von Präsident Baschar al-Assad begonnen hatte und sich mittlerweile zu einem Bürgerkrieg ausweitete, wurden in den vergangenen zwei Jahren laut Schätzungen mehr als 70.000 Menschen getötet. Wie viele Kinder unter den Todesopfern sind, ist nicht bekannt. Eine Million Zivilisten verließ wegen der Gewalt bereits das Land, die Hälfte davon sind Kinder. (afp)

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Spezial

Nach dem Aufstand der Jugend und dem Sturz von Mubarak keimte Hoffnung auf in Ägypten. Nun dominieren Kämpfe das Land - mit vielen Opfern. Das Spezial.


Ägypten
Zeitgeschichte

Wiedervereinigung, Mauerfall, Deutscher Herbst, 1968, der Frankfurter Auschwitzprozess und das Hitler-Attentat vom 20. Juli 1944.

Dossier

Der Wahlsieg des iranischen Präsidenten Rohani weckt Hoffnungen auf einen Kompromiss im Atomstreit. Versagt die Diplomatie, droht ein Krieg.

Spezial: Israel-Iran-Konflikt