Aktuell: Museumsuferfest Frankfurt | Türkei | US-Wahl | FR-Serie: Fintechs
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Aktuelle Kommentare

04. Februar 2016

Deutschlandtrend: Zahlen stellen die Machtfrage

 Von 
Stürzt Kanzlerin Angela Merkel über ihre Flüchtlingspolitik?  Foto: rtr

Kanzlerin Merkel hat nicht mehr ihren gewohnten Rückhalt. 81 Prozent der Befragten des Deutschlandtrends haben nicht den Eindruck, dass die Regierung die Flüchtlingssituation im Griff hat. Das war zu erwarten. Ein Kommentar.

Drucken per Mail

„Dann ist das nicht mehr mein Land“, hat Angela Merkel gesagt, als man ihr vorwarf, die Flüchtlinge in Deutschland allzu freundlich zu empfangen. Jetzt scheint der Gedanke wahr geworden zu sein. Deutschland ist nicht mehr ihr Land. Zumindest hat die Kanzlerin hier nicht mehr den Rückhalt, den sie gewohnt war – und den sie für ihre Politik auch braucht.

Die Zahlen sind dramatisch für Merkel, politisch und persönlich: 81 Prozent der Befragten gaben im ARD-Deutschlandtrend an, sie hätten nicht den Eindruck, dass die Regierung die Flüchtlingssituation im Griff habe. Auch in der Frage, wer der beliebteste Politiker sei, stürzt die Kanzlerin dramatisch ab. Jetzt kann man einwenden: Das war zu erwarten, damit musste Angela Merkel rechnen, vielleicht hat sie es sogar in Kauf genommen. Doch zu Überzeugungen kann man nur stehen, wenn man auch die Macht dazu hat. Nun stellen diese Zahlen die Machtfrage: Hat die Kanzlerin in der Bevölkerung noch genügend Unterstützung für ihre Politik? Nein, die hat sie nicht, das ist klar.

Klar ist aber auch, dass sich jetzt noch ein paar mehr Leute fragen werden, ob das noch ihr Land ist. Und ob sie es wirklich denen überlassen wollen, die glauben, man könne die Grenzen schließen, und alles sei wieder gut. Denn das ist nicht nur zu 81 Prozent, sondern zu 100 Prozent eine Illusion.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


Zivilschutz

Von Angstpolitik profitieren die Populisten

Von  |
Erstaunlich, dass ein paar nicht mal ganz neue Tipps zur Vorratshaltung eine solche  mediale Erregungsspirale  auslösen können.

Demokraten müssen aufhören, die rechte Politik der Angst zu imitieren. Die Gesellschaft kann sich nicht gegen jedes Risiko schützen, sie kann aber Schwächen erkennen und beseitigen. Der Leitartikel.  Mehr...

Volkswagen

Falsche Unterstützung

Die Bänder rollen wieder: Volkswagen hat sich mit dem Zulieferer Prevent geeinigt.

Politiker haben sich im Streit zwischen Volkswagen und Prevent einseitig aufi die Seite des Konzerns geschlagen. Dieses Fehlverhalten gefährdet das Projekt VW. Der Leitartikel.  Mehr...

AfD-Erfolge

Gegen die AfD hilft Geduld

Einfach Antworten: Die AfD geizt nicht mit populistischen Slogans auf ihren Wahlplakaten.

Unbeeindruckt von innerparteilichen Streitereien feiert die AfD Erfolge. Panischer Antipopulismus von anderen Parteien hilft dagegen nicht. Besser ist geduldiges Argumentieren. Der Leitartikel. Mehr...

Olympia

Die Schatten von Rio

Abschied von Rio.

Die Olympischen Spiele in Rio verdeutlichen: Das IOC ist genauso reformbedürftig wie das Gastgeberland Brasilien. Für saubere Wettkämpfe muss sich viel ändern.  Mehr...

Flüchtlinge

Volksabstimmung eigener Art

Geflüchtete 2015 in Wegscheid (Bayern).

Die Aufnahme von mehr als einer Million Geflüchteten ist mühsam, aber dank der Hilfe von Freiwilligen zeichnet sich ab: Deutschland schafft das. Der Leitartikel.  Mehr...

Russland

Der Schwan der Freiheit

August 1991: Der russische Präsident Boris Jelzin (l.) erlebt während des Putsches gegen Gorbatschow seine große Stunde.

Vor 25 Jahren vereiteln Boris Jelzin und seine Mitstreiter in Russland einen Putsch. Doch an diesen Sieg der Demokratie erinnert sich heute kaum noch jemand.  Mehr...

Extremismus in der Türkei

Notwendiger Partner Türkei

Von  |
Die Frage, ob die türkische Regierung eine aktive Rolle bei Islamisierung der türkischen Innen- und Außenpolitik spielt oder das Land eher zufällig zum Durchzugs- und Nachschubgebiet für Kampfkader aller Art geworden ist, bleibt offen.

Neu ist die Erkenntnis des Innenministeriums nicht, wonach die türkische Politik islamisiert ist. Dennoch wird das deutsch-türkische Verhältnis weiter belastet. Die Affäre um die parlamentarische Anfrage wirf einmal mehr die Frage nach der Zukunft des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei auf. Der Leitartikel. Mehr...

Grün-Schwarz in BaWü

Es grünt so schwarz

In Baden-Württemberg regiert seit 100 Tagen das Bündnis aus Grünen (Winfried Kretschmann, r) und CDU (Thomas Strobl).

In Baden-Württemberg regiert seit 100 Tagen das Bündnis aus Grünen und CDU. Spektakuläres ist bisher aus Stuttgart nicht zu hören. Aber genügt das? Der Leitartikel. Mehr...

Burka-Verbot

Kein Mittel gegen Terrorismus

Traditionelle Burka in Afghanistan.

Die Burka-Propagandisten wissen, was sie nicht wollen: die Begegnung freier Menschen auf freiem Grund. Trotzdem wäre ein Verbot überflüssig. Der Leitartikel. Mehr...

Polen

Polens positiver Wirtschafts- und Sozialplan

Von Jan Opielka |
Jaroslaw Kaczynski, Chef der PiS-Partei, bei einer Rede.

Polens nationalkonservative Regierung treibt eine Wirtschaftspolitik voran, die sozialdemokratische Züge trägt. Kritiker verkennen, dass eine falsche Regierung auch Richtiges tun kann. Der Leitartikel. Mehr...

Anzeige