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23. April 2015

Europa und Flüchtlinge: Abschottung, sonst nichts

 Von 
Malta, 23. April: 24 ertrunkene Flüchtlinge werden beerdigt.  Foto: dpa

Die Europäische Union will wieder mehr Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten. Der Schritt der EU ist gut, richtig - und zugleich kläglich unzureichend. Und was darauf folgen soll, das setzt die Politik der Abschottung und Verweigerung fort. Ein Kommentar.

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Endlich: Die Europäische Union will wieder mehr Flüchtlinge vor dem Ertrinken retten. Die Freude bleibt allerdings jedem im Halse stecken, der daran denkt, wie viele am Zynismus der „Wertegemeinschaft“ Europa starben, bis dieser Schritt nun beschlossen wurde.

Es ist ein guter und richtiger, aber auch ein kläglich unzureichender Schritt. Und was darauf folgen soll, das setzt die Politik der Abschottung und Verweigerung fort. „Den Schleppern das Handwerk legen“ will Europa. Gemeint ist wiederum: Abschottung um fast jeden Preis.

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Ja, die Schleuser sind skrupellose Verbrecher. Aber sie können ihr Unwesen nur aus zwei Gründen treiben: erstens, weil es so viele Menschen gibt, die keinen anderen Ausweg sehen als Flucht. Und zweitens, weil Europa diesen Menschen jeden legalen Zugang zu seinen Asylsystemen verweigert. Wer jetzt, womöglich militärisch, den letzten Zugang blockiert, mag sie vor dem Ertrinken bewahren – eine Chance gibt er ihnen nicht.

Übrigens: Von einer EU-Landwirtschaftspolitik, die afrikanische Bauern in den Hunger treibt; von industriellem Fischfang, der vielen Afrikanern die Existenz zerstört; von Rüstungsexporten an Länder, die in Nordafrika zündeln – wissen Sie, was davon bei der EU zu hören ist? Richtig geraten: Nichts.

Asylsuchende auf Malta gedenken der Toten.  Foto: afp

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