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04. Januar 2016

Finanzmärkte: China wird zum Risiko

 Von Markus Sievers
Hiobsbotschaft aus China: Nach heftigen Kurseinbrüchen stoppt das Land den Aktienhandel.  Foto: dpa

Das Jahr 2016 beginnt mit Hiobsbotschaften für die Weltwirtschaft und die Finanzmärkte. Nach heftigen Kurseinbrüchen stoppt China den Aktienhandel. Doch weltweit setzen sich die Verluste fort, auch in Europa und Deutschland. Ein Kommentar.  

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Lange hat Asien die Weltwirtschaft und selbst das lahmende Europa angetrieben. Allein China sorgte mit seinem Boom sieben Jahre lang für ein Drittel des gesamten Wachstums auf der Erde. Diese enorme Bedeutung für die internationale Ökonomie erklärt, dass Kurseinbrüche in Shanghai und Shenzhen inzwischen Schockwellen bis nach Deutschland schicken  können. Der Handelsstopp, als Schutz nach heftigen Kurseinbrüchen neu eingeführt, ist kaum geeignet, Vertrauen herzustellen.

Damit verschärfen sich die Sorgen um die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt. Die Industrie der Volksrepublik schrumpft Monat für Monat. Die Regierung bemüht sich, mit Konjunkturprogammen entgegen zu wirken. Die zeigen ihre Wirkung, so dass die Investitionen wieder zu steigen beginnen. Auch die Staatsunternehmen investieren wieder kräftiger. Genau das weckt aber die Zweifel an der Nachhaltigkeit. China muss weg vom alten Modell, das auf massive Infrastrukturinvestitionen und Exporte setzte. Es gibt positive Zeichen aus dem wachsenden Dienstleistungssektor. 

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Doch  das Hauptproblem sind die instabilen Finanzmärkte in dem riesigen Land. Erst liefen die Immobilienmärkte heiß, dann bildeten sich an den Börsen Blasen. Bis zum vergangenen Sommer schossen die Kurse innerhalb eines Jahres um 150 Prozent in die Höhe. Staat, Banken, Unternehmen und Privatleute haben Schulden angehäuft, die fast das Dreifache der jährlichen Wirtschaftsleistung ausmachen. All das birgt gewaltige Risiken, die für die Regierung die Steuerung der Wirtschaft zum Balanceakt machen. Zwar spielen die Finanzmärkte in China noch immer nicht eine so zentrale Rolle wie etwa in den USA. Dennoch steht zu befürchten, dass Aktienbesitzer in Deutschland noch häufiger in diesem Jahr mit schlechten Nachrichten aus Asien aufwachen werden.

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