Aktuell: Fußball-EM 2016 | Brexit | HIV und Aids | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Aktuelle Kommentare

11. März 2016

Presserichtlinie: Pressekodex gegen Diskriminierung

 Von 
War's ein Deutscher? Journalisten müssen im Einzelfall entscheiden, ob die Nationalität einen Bezug zur Tat hat.  Foto: dpa

Ob über die Nationalität eines Täters berichtet wird, entscheiden die Journalisten. So die neu diskutierte Richtlinie des Presserates. Es ist gut, das es so bleibt. Ein Kommentar.

Drucken per Mail

Es wäre ein seltsames Verständnis von Pressefreiheit, zu sagen: Den Medien kann es wurscht sein, ob sie jemanden diskriminieren oder nicht. Stattdessen gibt es auch in Zukunft folgende Richtlinie des Deutschen Presserats: „In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht.“ Gut, dass es dabei nun bleibt.

Sich daran zu halten, sagt die „Bild“-Chefin, könne eine „Bevormundung“ der Leser sein. Das ist blanker Unsinn, obwohl diese Frau von Leser-Bevormundung einiges verstehen dürfte. Wenn wir – wie „Bild“ – damit anfangen würden, ohne Rücksicht auf mögliche Diskriminierung alles Mögliche herauszuposaunen, könnten wir die Berichterstattung über Kriminalität auch dem Pressesprecher der AfD überlassen.

Übrigens: Nach der Kölner Silvesternacht war es richtig, die Täterherkunft zu erwähnen, und sicher geschah das zu spät. Aber hätten wir Medien da alles richtig gemacht – es wäre genau im Sinne des Pressekodex gewesen, denn es bestand ein „begründbarer Sachbezug“. Lernen wir also aus Köln in unserer täglichen Arbeit – der Pressekodex wird uns dabei eine Hilfe sein.

[ Lesen Sie jetzt das EM-Spezial der FR - digital oder gedruckt sechs Wochen lang ab 27,30 Euro. Hier geht’s zur Bestellung. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


Brexit

Letzte Chance für die Europäische Union

Von  |

Der Brexit könnte der Anfang vom Ende der EU sein. Um das zu verhindern, müssen die Verantwortlichen die Politik radikal ändern und endlich ein demokratisches und gerechtes Europa schaffen. Der Leitartikel. Mehr...

Fall Niels H

„Es handelt sich um keinen Einzelfall“

Der ehemalige Krankenpfleger Niels H. muss sich wegen mehrfachen Mordes und Mordversuchs vor dem Oldenburger Landgericht verantworten.

Der Fall Niels H. zeigt: Klinische Leichenschauen sind in Deutschland rar. Weil die Kosten dafür niemand tragen will, bezahlen die Patienten von Fall zu Fall mit ihrem Leben. Mehr...

Leitartikel

Das Ende der Volksbühne

Von Ulrich Seidler |

Theaterchef Frank Castorf soll gehen. Das ist in Ordnung. Nachfolger Chris Dercon wird das bisherige Gesamtkunstwerk verändern. Das ist schade.  Mehr...

EZB

Der Frust der Sparer bleibt

Mario Draghi, Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB).

Das Bundesverfassungsgericht stärkt mit seiner bemerkenswerten Zurückhaltung die Währungsunion. Was bleibt, ist der Frust der Sparer über die dürren Zinsen. Der Leitartikel. Mehr...

SPD

Überlebenskampf der Sozialdemokratie

Oft scheint bei SPD-Chef Gabriel derzeit die Symbolik im Vordergrund zu stehen.

SPD-Chef Gabriel nährt Spekulationen über eine linke Machtoption. Nur auf die Frage, wozu die SPD wirklich gebraucht wird, gibt ihr Vorsitzender keine Antwort. Der Leitartikel. Mehr...

Brexit-Debatte

Die Insel-Tragödie

Von Barbara Klimke |
Auf dem Spiel stehen Austausch, Ausgleich und Aussöhnung auf dem Kontinent.

Großbritannien läuft Gefahr, sich vom Kontinent nicht nur politisch, sondern auch gesellschaftlich und intellektuell zu entkoppeln. Mehr...

Spanien

Das Ende der Siesta

Pablo Iglesias übt sich schon in der Rolle des Staatschefs.

So geht es nicht weiter. Spaniens Politiker haben sich ein halbes Jahr Pause gegönnt. Nach den Neuwahlen am 26. Juni müssen sie sich endlich an die Arbeit machen. Der Leitartikel.  Mehr...

Syrien

Assads blutiger Plan

Der syrische Diktator nutzt im Bürgerkrieg die Zurückhaltung der USA und die Ohnmacht der EU. Iran und Russland unterstützen ihn. Die Folge: Der blutige Konflikt geht weiter. Der Leitartikel.  Mehr...

Wirtschaftskrise

Warnsignal vom Finanzmarkt

Wirtschaftsstandort London. Die Weltwirtschaft steckt in einer tiefen Krise.

Dass Sparer draufzahlen und der Staat für das Schuldenmachen Geld bekommt, hat es in Deutschland noch nicht gegeben. Die Entwicklung zeigt eine tiefe Krise der Weltwirtschaft. Der Leitartikel. Mehr...

Sexualstrafrecht

Nein heißt Nein

Gina-Lisa Lohfink sollte eine Geldstrafe wegen Falschaussage zahlen. Dagegen hat das Modell Berufung eingelegt.

Der Fall Gina-Lisa Lohfink zeigt: Das deutsche Sexualstrafrecht muss endlich reformiert werden. Dann ist jeder nicht-einvernehmliche Sex strafbar. Der Leitartikel.  Mehr...

Anzeige