Aktuell: Wochenend-Magazin FR7 | Medikamententests an Heimkindern | Türkei | Flucht und Zuwanderung | USA nach der Wahl
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Aktuelle Kommentare

02. Januar 2017

Silvester in Köln: Kein Generalverdacht gegen die Polizei

 Von 
Vielbeachteter Tweet: Die Bezeichnung "Nafri" für Nordafrikaner durch die Kölner Polizei hat eine Diskussion entfacht  Foto: dpa

Nach den vermeintlich rassistischen Polizeikontrollen in Köln an Silvester wird Kritik an der Polizei laut, die mit einer problematischen Bezeichnung auffiel. Ein Kommentar.

Drucken per Mail

Rassistische Personenkontrollen durch die Polizei verstoßen gegen das Grundgesetz. Sollten die Beamten, die in der Kölner Silvesternacht mehr als 1000 Menschen nordafrikanischer Herkunft kontrollierten, sich nur an der Hautfarbe und Herkunft orientiert haben, wäre das rechtswidrig gewesen. Die Polizeiführung versichert, angesichts der massiven Übergriffe im Vorjahr und des Verhaltens der Männer in diesem Jahr könne von Diskriminierung keine Rede sein. Daran ist richtig, dass der Auftrag der Polizei darin bestand, Gewalttätigkeiten zu verhindern, und aggressives Verhalten ein zulässiges Bewertungskriterium für eine Polizeikontrolle ist.

Mehr dazu

So richtig es ist, die Polizei immer wieder an die Unzulässigkeit eines Generalverdachts zu erinnern, so wenig hilfreich ist es, die Polizei unter den Generalverdacht rassistischer Diskriminierung zu stellen. Wäre es ihr nicht gelungen, die Übergriffe in diesem Jahr zu verhindern, müsste die AfD in den nächsten Monaten keinen Wahlkampf mehr führen. War der Silvestereinsatz also vermutlich korrekt, war es die Bezeichnung der Nordafrikaner als „Nafris“ auf Twitter ganz sicher nicht. Das Kürzel steht für „nordafrikanische Intensivtäter“, eine evident herabwürdigende Gruppenbezeichnung, die im internen Gebrauch der Polizei nichts zu suchen hat, schon gar nicht in öffentlichen Mitteilungen.

[ Hat Ihnen der Artikel gefallen? Dann bestellen Sie gleich hier 4 Wochen lang die neue digitale FR für nur 5,90€. ]

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


EU-Parlamentspräsident

Ausgerechnet Tajani

Von  |
Im EU-Parlament umstritten: Antonio Tajani

Ließ sich unter den 751 Europaabgeordneten kein besserer Kandidat finden? Das ist traurig. Ebenso wie die Aussicht, dass das Straßburger Plenum in Selbstreflexion zu versinken droht. Der Leitartikel. Mehr...

Leitartikel

Angriff auf den Wohlstand

BMW-Produktion in Dingolfing (Bayern).

Mit ihrer Abschottungspolitik gefährden Theresa May und Donald Trump die internationale Kooperation und den wirtschaftlichen Erfolg hiesiger Firmen. Mehr...

Donald Trump

Jenseits jeglicher Moral

Donald Trump stellt sich über das Gesetz.

Für Donald Trump steht der US-Präsident über dem Gesetz. Das ist falsch. Diese Haltung könnte sich für den Multimilliardär in seinem künftigen Amt rächen. Der Leitartikel.  Mehr...

Handball-WM in Frankreich

Jeder streamt für sich allein

Von  |
Wer streamt, konnte sie jubeln sehen: Deutschlands Torhüter Silvio Heinevetter (l-r), Uwe Gensheimer und Paul Drux.

Kein herkömmlicher Fernsehsender überträgt die Handball-WM in Frankreich. Bilder gibt es nur in einem Livestream – ein Paradigmenwechsel in der Verbindung von TV und Sport. Mehr...

Subventionen des Bundes

Was Hamburg kann - und Berlin nicht

Von Nikolaus Bernau |
Die Elbphilharmonie in Hamburg wurde zwar teurer als zunächst angekündigt - jedoch hat die Stadt den Bau alleine gestemmt.

Hamburg ist froh, dass die Elbphilharmonie endlich eröffnet hat. Damit verschwindet ein Bauskandal - und Hamburg schafft etwas, was Berlin so nicht gelingt. Der Leitartikel.  Mehr...

USA

Obamas größte Niederlage

Obamas historische Amtszeit geht zu Ende.

Mit Barack Obama verlässt ein überzeugter Demokrat das Weiße Haus. Mit Donald Trump zieht dort ein demokratisch gewählter Präsident ein, der alles ändern will. Der Leitartikel.  Mehr...

Potenzielle Terroristen

Vom Umgang mit tickenden Zeitbomben

Auch Flüchtlinge abzuschieben, die als Gefährder eingestuft werden, löst das Problem nicht.

Gefährder gelten als unberechenbar. Sie abzuschieben oder Herkunftsländern die Entwicklungshilfe zu kürzen, ist nicht zielführend. Vielmehr sollte Ländern wie Tunesien geholfen werden. Der Leitartikel.  Mehr...

Fake News

Die Trolle sind unter uns

Von  |
Das Internet bietet jedem die Möglichkeit, auf großer Bühne zu schwindeln.

Gefälschte Nachrichten hat es immer gegeben. Mit den digitalen Medien aber haben sich die Möglichkeiten zu Fälschung demokratisiert. Man tut es, weil man es kann. Der Leitartikel.  Mehr...

Leitartikel

Jetzt entscheidet sich die Zukunft der Türkei

Demonstranten versuchen, zum türkischen Parlament durchzukommen.

Das türkische Parlament berät über Verfassungsänderungen, mit denen es sich selbst entmachten soll. Nutznießer wäre Erdogan - als mächtiger Präsident könnte er bis 2029 im Amt bleiben.  Mehr...

Leitartikel

Gegen die Koalition der Billigen

Trump-Ramsch in einem Touristenladen in New York: Den Antidemokraten die Stirn bieten.

Europa ist schwer erschüttert. Nach innen durch rechte Populisten und den Brexit. Außen droht das Dreigestirn Putin, Erdogan und Trump. Was kann die EU noch zusammenhalten?  Mehr...

Anzeige