Aktuell: US-Wahl | Türkei | Brexit | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Aktuelle Kommentare

18. Februar 2016

Tabaklobby: Das Paradies der Zigarettenlobbyisten

 Von 
Der Einfluss von Zigarettenherstellern erstreckt sich vom Bund bis in die Kommunen.  Foto: dpa

Deutschland hinkt europaweit bei der Tabakprävention hinterher, der Einfluss der Zigarettenhersteller zieht sich durch die gesamte Politik. Es ist höchste Zeit für schonungslose Aufklärung. Unser Kommentar.

Drucken per Mail

Deutschland entpuppt sich als Paradies für Zigarettenlobbyisten – mal wieder. Obwohl die Bundesrepublik im internationalen Vergleich bei der Tabakprävention ohnehin schon hinterherhinkt – nur in einem weiteren Land in der EU ist Plakatwerbung zum Beispiel noch erlaubt – könnten die Tabakhersteller, jetzt wo es um Gruselbilder geht, erneut geschont werden.

Wer die Arbeit der Tabak-Lobby beobachtet, kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie die deutsche Politik fest in ihrem Griff hat. Auf europäischer Ebene fällt Berlin immer wieder als Bremsklotz in Sachen Tabakprävention auf, und wenn es um die nationale Umsetzung internationaler Richtlinien geht, sieht es nicht besser aus.

Die Tentakel der Lobby erstrecken sich vom Bund bis zur Kommune. Die Stadt Dortmund bringt es zum Beispiel seit Jahren fertig, die größte Tabakmesse der Welt auszurichten, obwohl die Bundesrepublik eine UN-Konvention unterzeichnet hat, die sie dazu verpflichtet, den Kontakt zur Tabakindustrie auf ein Minimum zu begrenzen. Und in der Bundesregierung und den Ländern kann die Lobby oft mit wirtschaftlichen Argumenten punkten.

Solange die Gesellschaft die Schäden des Rauchens trägt, hat sie ein Recht darauf, dass jeder, der zur Zigarette greift, eine schonungslose Aufklärung über sich ergehen lassen muss. Das ist das Mindeste – und das sollte Berlin nun endlich umsetzen.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


Attentate in Deutschland

Die hypnotische Wirkung des Grauens

Von  |
Eine Frau sitzt nach dem Amoklauf in München auf den Treppenstufen vor dem Olympia-Einkaufszentrum (OEZ).

Das Grauen ist nach den jüngsten Attentaten in Deutschland kein abstraktes Fernsehbild mehr, sondern schleicht sich in unser Leben. Dennoch dürfen wir nicht in einen Ausnahmezustand ohne Ende verfallen. Der Leitartikel. Mehr...

München und Ansbach

Das Märchen von der Sicherheit

Von  |
Der Amoklauf in München erfordert eine andere Diskussion als ein Terroranschlag des "IS".

Der Wunsch, alle Risiken zu vermeiden, ist menschlich. Aber wenn Politiker selbst nach München, Würzburg oder Ansbach so tun, als wäre das möglich, machen sie uns etwas vor. Der Leitartikel.  Mehr...

Donald Trump

Grand Old Party vor dem Ende

Von  |

Als wären sie von Sinnen, sind die Republikaner Trumps Parolen aufgesessen. Die Partei von Abraham Lincoln ist zum Wahlverein eines Populisten ersten Ranges verkommen. Der Leitartikel. Mehr...

Erdogan

Die Türkei produziert Flüchtlinge

Ein Land droht zu zersplittern: Eine Statue erinnert in Ankara an türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk, während die demokratischen Werte in dem Land zunehmende zu verschwinden drohen.

Die Türkei ist kein Land mehr, das Flüchtlinge aufnimmt. Sie ist ein Land, das Flüchtlinge produziert. Wollen wir denen, die zu uns kommen, sagen, die Türkei sei ein sicheres Herkunftsland? Mehr...

Terrorismus

Gefährliche Angst

Anti-Terror-Einsatz in Molenbeek: "Wenn die Angst zur Hysterie wird, haben die Terroristen gewonnen".

Es ist immer noch wahrscheinlicher, in Europa an einer Pilzvergiftung zu sterben als an einem Anschlag. Das eigentlich Bedrohliche ist die gefühlte Gefahr. Der Leitartikel.  Mehr...

Asylpolitik

Die schwarz-grüne Chemie

Der hessische Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU, M), Finanzminister Thomas Schäfer (CDU, l.) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne, r.).

Die hessische Erfahrung zeigt, dass Union und Grüne zusammen regieren können. Aber ginge das auch im Bund? In der Asylpolitik könnte sich zeigen, ob sie zueinander finden. Der Leitartikel. Mehr...

Leitartikel

Die große Unübersichtlichkeit

Menschen feiern auf einem Panzer der türkischen Streitkräfte das Ende des Putschs.

Die Nato hält sich gegenüber ihrem Mitglied Türkei bisher auffallend zurück. Augenscheinlich brauchen die Bündnispartner Erdogan mehr als er sie. Der Leitartikel. Mehr...

Putschversuch

Ein „Geschenk Allahs“

Polizeieinheiten bewachen die wichtigsten Knotenpunkte in Istanbul.

Das türkische Volk hat die Putschisten davongejagt. Doch sein Präsident Erdogan nutzt den Militärstreich zum Rundumschlag gegen unliebsame Kritiker in Justiz und Medien. Der Leitartikel. Mehr...

Attentat in Nizza

Terror in Reinform

Das Einzige, was der Terrorist der Gegenwart neben der Waffe benötigt, ist der Hass auf die Welt.

Allgegenwärtig und unberechenbar ist der Schrecken, den Anschläge wie der in Nizza verbreiten. Gegen den Terror hilft nur eines: Das Bekenntnis zur Freiheit. Der Leitartikel.  Mehr...

Supermarkt-Urteil

Gabriels Fehlgriff

Sigmar Gabriel.

Der SPD-Chef hat 2013 bewusst das Wirtschaftsressort übernommen, um dort sozialdemokratische Kompetenz zu beweisen. Diese Strategie ist spätestens mit dem Supermarkt-Urteil gescheitert. Mehr...

Anzeige