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17. Februar 2016

Türkei: Absurde Kurdenphobie in Ankara

 Von 
Militäreinsatz gegen Kurden während einer Anti-IS-Demonstration.  Foto: dpa

Die Türkei erwägt eine Intervention in Syrien mit Bodentruppen und wäre somit eine Konfliktpartei im syrischen Bürgerkrieg. Der Westen muss alles daransetzen, um Ankara vor diesem Schritt zu bewahren. Ein Kommentar.

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Schuss für Schuss, den die türkische Armee auf die kurdischen Volksverteidigungskräfte (YPG) in Syrien abfeuert, gerät Ankara näher an den Abgrund. Die Türkei erwägt eine Intervention mit Bodentruppen, die den Nato-Partner zur Konfliktpartei im syrischen Bürgerkrieg machen würde.

Zwar kann man zu Recht darüber streiten, ob es vernünftig ist, dass die syrischen Kurden im Windschatten der russischen Luftangriffe arabisch besiedelte Gebiete erobern, um ihren Quasistaat in Syrien territorial zu arrondieren. Verständlich ist es allemal.

Die türkische Reaktion aber ist unvernünftig, sie entspringt der absurden Kurdenphobie in Ankara, die ein Vorgehen mit den YPG als effektivster Kampftruppe und einzig möglichem Puffer gegen den „Islamischen Staat“ ausschließt. Jeden Tag schreien die regierungsnahen türkischen Medien lauter nach dem Truppeneinmarsch. Der Kampf um Aleppo sei die letzte Chance für die Türkei, noch eine Rolle als Regionalmacht in Syrien zu spielen. Das hätte gravierende Folgen. Treibt Ankara die Eskalation weiter, erscheint eine direkte militärische Konfrontation mit Russland unausweichlich.

Bisher hält vor allem die überwältigende Ablehnung einer Militärintervention durch die Bevölkerung die türkische Regierung davor zurück. Auch der Westen muss alles daransetzen, um Ankara vor diesem wahnsinnigen Schritt zu bewahren.

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