Aktuell: Brexit | HIV und Aids | Flüchtlinge in Deutschland und Europa | Zuwanderung Rhein-Main
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Aktuelle Kommentare

10. Februar 2016

US-Vorwahl New Hampshire: Ein republikanischer Albtraum

 Von 
Donald Trump schürt die Angst der Bevölkerung und punktet.  Foto: AFP

Der Nicht-Politiker und Rechtspopulist Donald Trump lässt scheinbar mit Leichtigkeit die Establishment-Kandidaten hinter sich. Doch noch ist es nicht zu spät. Ein Kommentar.

Drucken per Mail

SA#bigimage[0]

Der schlimmste Albtraum der US-Republikaner könnte tatsächlich wahr werden. Nach Donald Trumps Sieg bei der Vorwahl im Bundesstaat New Hampshire werden es die Konservativen noch schwerer haben, eine Kandidatur des Geschäftsmannes aus New York bei der Präsidentschaftswahl im November abzuwenden. Was sich in Iowa vor einer Woche schon angedeutet hat, hat der milliardenschwere Populist am Dienstagabend in New Hampshire noch einmal eindrucksvoll bestätigt. Er schafft es, mit seinen inhaltsleeren Hetzparolen etwa ein Drittel der republikanischen Wähler hinter sich zu bringen.

Mit Leichtigkeit scheint Trump, der auf seinen Status als Nicht-Politiker pocht, die sogenannten Establishment-Kandidaten in der republikanischen Partei hinter sich zu lassen. Es ist nun an der Zeit, dass sich diese Möchtegern-Präsidenten etwas einfallen lassen.

In normalen Zeiten wären der Ex-Gouverneur Jeb Bush sowie die amtierenden Gouverneure John Kasich und Chris Christie so etwas wie gesetzte Kandidaten bei den Republikanern. Aber die Zeiten sind nicht normal. Donald Trump schürt die Angst der Menschen vor der Zukunft, um sie schamlos für seine Zwecke ausnutzen zu können.

Mehr dazu

Noch ist es nicht zu spät, dass sich die Herren Bush, Kasich und Christie besinnen. Sie kommen zusammen auf etwa genau so viele Stimmen wie Trump. Zwei von ihnen könnten sich zum Beispiel so schnell wie möglich aus dem Rennen um die Nachfolge von Barack Obama verabschieden und den verbliebenen Dritten unterstützen. Das wäre vielleicht ungewöhnlich, aber die Zeiten erfordern ungewöhnliche Schritte. Das wäre zwar noch keine Garantie dafür, dass Trump am Ende verhindert wird. Doch den Versuch wäre es wert. Es geht schließlich bei dieser Präsidentschaftswahl um mehr als persönliche Ambitionen. Es geht darum, dass sich die USA nicht auch noch freiwillig der Lächerlichkeit preisgibt.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Ressort

Leitartikel, Analysen und Kolumnen unserer Autoren und Korrespondenten


Donald Trump

Grand Old Party vor dem Ende

Von  |

Als wären sie von Sinnen, sind die Republikaner Trumps Parolen aufgesessen. Die Partei von Abraham Lincoln ist zum Wahlverein eines Populisten ersten Ranges verkommen. Der Leitartikel. Mehr...

Erdogan

Die Türkei produziert Flüchtlinge

Ein Land droht zu zersplittern: Eine Statue erinnert in Ankara an türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk, während die demokratischen Werte in dem Land zunehmende zu verschwinden drohen.

Die Türkei ist kein Land mehr, das Flüchtlinge aufnimmt. Sie ist ein Land, das Flüchtlinge produziert. Wollen wir denen, die zu uns kommen, sagen, die Türkei sei ein sicheres Herkunftsland? Mehr...

Terrorismus

Gefährliche Angst

Anti-Terror-Einsatz in Molenbeek: "Wenn die Angst zur Hysterie wird, haben die Terroristen gewonnen".

Es ist immer noch wahrscheinlicher, in Europa an einer Pilzvergiftung zu sterben als an einem Anschlag. Das eigentlich Bedrohliche ist die gefühlte Gefahr. Der Leitartikel.  Mehr...

Asylpolitik

Die schwarz-grüne Chemie

Der hessische Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU, M), Finanzminister Thomas Schäfer (CDU, l.) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne, r.).

Die hessische Erfahrung zeigt, dass Union und Grüne zusammen regieren können. Aber ginge das auch im Bund? In der Asylpolitik könnte sich zeigen, ob sie zueinander finden. Der Leitartikel. Mehr...

Leitartikel

Die große Unübersichtlichkeit

Menschen feiern auf einem Panzer der türkischen Streitkräfte das Ende des Putschs.

Die Nato hält sich gegenüber ihrem Mitglied Türkei bisher auffallend zurück. Augenscheinlich brauchen die Bündnispartner Erdogan mehr als er sie. Der Leitartikel. Mehr...

Putschversuch

Ein „Geschenk Allahs“

Polizeieinheiten bewachen die wichtigsten Knotenpunkte in Istanbul.

Das türkische Volk hat die Putschisten davongejagt. Doch sein Präsident Erdogan nutzt den Militärstreich zum Rundumschlag gegen unliebsame Kritiker in Justiz und Medien. Der Leitartikel. Mehr...

Attentat in Nizza

Terror in Reinform

Das Einzige, was der Terrorist der Gegenwart neben der Waffe benötigt, ist der Hass auf die Welt.

Allgegenwärtig und unberechenbar ist der Schrecken, den Anschläge wie der in Nizza verbreiten. Gegen den Terror hilft nur eines: Das Bekenntnis zur Freiheit. Der Leitartikel.  Mehr...

Supermarkt-Urteil

Gabriels Fehlgriff

Sigmar Gabriel.

Der SPD-Chef hat 2013 bewusst das Wirtschaftsressort übernommen, um dort sozialdemokratische Kompetenz zu beweisen. Diese Strategie ist spätestens mit dem Supermarkt-Urteil gescheitert. Mehr...

Bankenkrise

Italiens europäische Krise

Endlager für faule Papiere: Italienische Banken wie Monte dei Paschi haben viele faule Kredite angesammelt.

Der drohende Bankencrash zwingt die Regierung in Rom, frühere Fehler zu korrigieren. Aber wenn die EU dabei nicht hilft, kann schnell ein gefährlicher Teufelskreis entstehen. Der Leitartikel. Mehr...

Weißbuch

Die Bündnisverteidigung ist zurück

Das von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen vorgelegte Weißbuch ist eine Rolle rückwärts.

Verteidigungsministerin von der Leyen findet im Weißbuch viele schicke Formulierungen. Sie können kaum verschleiern, dass ihre Strategie gegen Bedrohungen nicht ausgereift ist. Der Leitartikel.  Mehr...

Anzeige