Der jemenitische Zweig der Terrororganisation Al-Kaida hat den fehlgeschlagenen Terroranschlag mit zwei Paketbomben als großen Erfolg und Beispiel für eine neue Strategie gefeiert. Die Operation, die gerade mal 4200 Dollar (knapp 3000 Euro) gekostet habe, zwinge den Westen zu Milliardenausgaben für neue Sicherheitsmaßnahmen, errechnete der Al-Kaida-Ableger auf einer Website, wie die auf Überwachung islamistischer Gruppen spezialisierte US-Organisation IntelCenter am Sonntag berichtete. Demnach seien die beiden im Oktober in Dubai und Großbritannien abgefangenen Paketbomben Teil der „Operation Blutsturz“ gewesen, die wiederum Teil einer neuen „Strategie der 1000 Schnitte“ gewesen sei.
„Um Amerika in die Knie zu zwingen, müssen wir nicht groß zuschlagen“, beschrieb der Al-Kaida-Ableger seine Strategie. „In einem Umfeld der Sicherheits-Phobie, die Amerika erfasst ... soll der Feind ausgeblutet werden“, zitierte IntelCenter. Entsprechend werde jetzt eine Strategie der wirtschaftlichen Schäden verfolgt, anstatt dem Westen wie bisher menschliche Verluste zuzufügen. Damit würde der Westen etwa „zu erhöhten Sicherheitsmaßnahmen gegen unsere Sprengsätze“ gezwungen, die wiederum „eine schwere Belastung für eine bereits stagnierende Wirtschaft“ wären.
So würden die beiden Paketbomben, in die Al-Kaida nach eigenen Angaben insgesamt 4200 Dollar investiert hatte, „Amerika und den Westen zweifellos einige Milliarden Dollar für neue Sicherheitsmaßnahmen kosten“. „Das nennt sich Hebelwirkung“, schrieb Al-Kaida weiter.
Angesichts dieser Veröffentlichung zeigte sich IntelCenter-Leiter Ben Venzke beeindruckt. „Wir haben noch nie erlebt, dass eine Dschihadisten-Gruppe in der Al-Kaida-Welt jemals eine derart genaue Darstellung ihrer Philosophie, des Einsatzverlaufs, ihrer Absichten und der nächsten Schritte veröffentlicht“, sagte Venzke. Entsprechend hielt er „weitere innovative und wechselnde Anschläge“ des jemenitischen Zweigs der Al-Kaida für wahrscheinlich. (dpa)
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Damir Fras ist unser US-Korrespondent
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