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Altenhilfe

12. November 2002

Aktion mit Tradition: Wer uns unterstützt - die Geschichte

Lokalprominenz aus Politik, Kultur und Wirtschaft gehört zu unseren Unterstützern ebenso wie Kirchengemeinden, Vereine, Geschäftsleute und sozial engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger.

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Lokalprominenz aus Politik, Kultur und Wirtschaft gehört zu unseren Unterstützern ebenso wie Kirchengemeinden, Vereine, Geschäftsleute und sozial engagierte Mitbürgerinnen und Mitbürger.

Die Frankfurter Oberbürgermeisterin Petra Roth schrieb in ihrem Grußwort zum 50jährigen Bestehen von "Not gemeinsam lindern":
"Diese Hilfe steht in einer alten, sozialen Tradition unserer Stadt, die eben mehr ist als eine Stadt der Banken, der Wirtschaft und des Handels. Frankfurt ist auch immer eine soziale, eine mitfühlende Stadt gewesen.
Die Alten- und Weihnachtshilfe der Frankfurter Rundschau belegt, dass diese Tradition fortlebt. Heute ist die Aktion der Frankfurter Rundschau aus dem Leben unserer Stadt nicht mehr wegzudenken. Es gibt nichts Gutes, außer man tut es."
Und der ehemalige Bundespräsident Horst Köhler schrieb 2005 in seinem Grußwort zum 60jährigen Bestehen der Frankfurter Rundschau:
"Eine Aktion der FR hat mich besonders beeindruckt: die Alten- und Weihnachtshilfe unter dem Motto "Not gemeinsam lindern". Die Frankfurter Rundschau berichtet über Menschen, über die man sonst nicht viel in der Zeitung liest. Sie stellt die Situation von einzelnen Mitbürgern dar, die versuchen, mit einer schmalen Rente ihren Lebensabend zu bestreiten.
Dabei führt sie den Lesern ganz konkret vor Augen, vor welchen Problemen diese Menschen stehen, die häufig Nachbarn sind, die kaum noch Kontakt zu anderen haben. Das ist ein vorbildlicher Einsatz. Mit den Spenden, die durch diese Berichte gesammelt werden, wird akute Not gelindern.
Gleichzeitig demonstriert die Alten- und Weihnachtshilfe aber auch, dass sie diese Menschen nicht allein lässt. Die Frankfurter Rundschau leistet hiermit einen wichtigen Beitrag für ein aktives Gemeinwesen."

Viele andere Menschen und Organisationen unterstützen unsere Arbeit

Die ganz besondere Stärke der FR-Altenhilfe macht jedoch das über Jahre gewachsene weit verzweigte Helfernetz aus. Über die ganze Region hinweg engagieren sich Bürger für die gute Sache. Sozial engagierte Privatleute, Firmen, Belegschaften, Vereine, Institutionen und Behörden, Künstler und Prominente helfen, organisieren und veranstalten phantasievolle Benefizaktionen, um die Altenhilfe tatkräftig zu unterstützen, manche schon traditionell seit vielen Jahrzehnten. Regionale Geschäftsleute und Betriebe spenden Essen und Getränke bei Sammelaktionen, bei privaten Geburtstags- und Jubiläumsfeiern geht häufig die Spendenbüchse herum, aber auch bei traurigen Anlässen wie Beerdigungen und Trauerfeiern wird oft an die FR-Altenhilfe gedacht. Nicht zu vergessen die eine oder andere kleine oder größere Erbschaft von Menschen, die über ihren Tod hinaus an ärmere Mitbürger gedacht haben.

Auch die Red Hot Hottentots lassen es richtig krachen

Die Band spielt mindestens ein Mal im Jahr für die FR-Altenhilfe. Dazu Jürgen Müller 2005 im Gespräch:


FR: Herr Müller, die Red Hot Hottentots engagieren sich seit mehr als 25 Jahren für die Altenhilfe der FR. Wie hat das angefangen?

Jürgen Müller: Das hat alles begonnen mit einem persönlichen Kontakt zu Lothar Vetter, dem damaligen Lokalchef der Frankfurter Rundschau und Leiter der Altenhilfe. Er hat uns gefragt, und wir haben das von Anfang an für eine gute Sache gehalten, für die es sich lohnt sich zu engagieren. Die Altenhilfe erreicht wirklich etwas für andere Menschen, und zwar sehr direkt. Das hat uns überzeugt. Außerdem ist das ja immer auch ein bisschen Werbung für uns, wenn die Frankfurter Rundschau dann berichtet, das gebe ich gerne zu.


Sie geben jedes Jahr ein Benefizkonzert zugunsten der Altenhilfe.


Früher waren es sogar drei pro Jahr. Da haben wir noch draußen an der Hauptwache gespielt. Die Stadtküche Frankfurt hat Suppe verkauft, und wir haben Musik gemacht. Wir haben Schallplatten und Kassetten verkauft und den Reinerlös gespendet. Das waren schon so 3000 bis 4000 Mark im Jahr.


Später sind Sie dann mit dem Konzert in die Katharinenkirche gezogen.


Zuerst sind wir in den Römerkeller gegangen, als es an dem Platz auf der Hauptwache immer ungemütlicher und unwirtlicher wurde. Da hatten wir das Publikum, für das wir spielen und das gern spendet, nicht mehr so gut gefunden. Doch im Römerkeller lief das dann sieben, acht Jahre lang sehr gut. Dann hat die Stadt den Römerkeller zugemacht und wir mussten wieder etwas Neues suchen. Wichtig war für uns, dass wir einen Ort in der Nähe der Zeil finden, das ist wichtig für so eine Aktion in der Weihnachtszeit. Wir kamen dann auf die Katharinenkirche, und die Gemeinde hat sofort mitgemacht. Wir haben schon die Zusage für das nächste Jahr.


Die Red Hot Hottentots bleiben der FR-Altenhilfe also erhalten?


So lange wir nicht wegsterben, machen wir das weiter.

Geschichte und Erfolge

Die FR-Altenhilfe hat seit 1949 insgesamt 28 Millionen Euro gesammelt. Eine Übersicht über Geschichte und Erfolge:

1949 erschien im Dezember der erste Aufruf, alten, bedürftigen Menschen zu helfen. Dazu rief Karl Gerold, Mitherausgeber und Chefredakteur der Frankfurter Rundschau, auf. "So leben Menschen unter uns an Weihnachten 1949" lautete der Titel seines Artikels und die Schilderungen gingen unter die Haut. Noch am selben Tag fanden sich viele Leser in der Redaktion der FR ein, um ihre Mitbürger mit Geld- und Sachspenden zu unterstützen.. Mehr als 400 Familien erhielten so schnelle, unbürokratische Hilfe. Durch den großen Erfolg angespornt, rief die FR nun jährlich zur Hilfe auf.
Denn trotz des sich ankündigenden Wirtschaftswunders, sollte die Armut mancher nicht vergessen werden. 1955 sammelte man für die Altenhilfe insgesamt 25.000 Mark, und veröffentlichte erstmals eine Spenderliste in der FR. Diese Tradition hat sich bis heute fortgesetzt. Die Geldspenden stiegen von Jahr zu Jahr, 1973 kam eine halbe Million Mark zusammen und im Jahre 1985 überschritt der Gesamtbetrag bereits die Millionen-Mark-Grenze. 1992 gelang es erstmals, mehr als Zwei-Millionen-Mark zu sammeln und erfreulicherweise ist dies bis heute so geblieben.

1975 begann die legendäre Zeil-Spendenaktion. Ins Leben rief sie der Drehorgelspieler Pit Gläser, der auf Frankfurts berühmter Einkaufsstraße für die Altenhilfe Geld sammelte. Kurze Zeit später stieß Lothar Vetter dazu. Der ehemaliger Chef der FR-Lokalredaktion und langjähriger Leiter der Altenhilfe erhielt 1999 die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt für sein unermüdliches soziales Engagement. Jahr für Jahr kamen mehr Helfer dazu, und auch immer mehr Lokalprominenz mischte sich darunter. Inzwischen sind die grünen FR-Nikoläuse, die mit ihren Sammelbüchsen über die Frankfurter Zeil wandern, schon zur Tradition geworden.

1978 ging der Verein "Not gemeinsam lindern" mit Sitz in Frankfurt am Main aus der Altenhilfe hervor. Zweck des Vereins ist es, ältere hilfsbedürftige Bürger zu unterstützen und zu betreuen.
Derzeit befinden sich rund 1800 Namen in der Kartei. Aufmerksam gemacht auf die oft tragischen Schicksale wird der Verein meist durch Seniorenbetreuer und Sozialarbeiter, aber auch durch besorgte Nachbarn.

Die FR-Altenhilfe bemüht sich, älteren Mitmenschen vor allem an Festtagen eine Freude zu bereiten. Aber auch übers ganze Jahr bekommen Senioren Unterstützung. Reparaturen, Winterkleidung oder auch Medikamente werden durch Spenden finanziert, da die kleine Rente meist nicht einmal für das Nötigste ausreicht.
Veranstaltungen der FR-Altenhilfe wie der traditionelle Tages-Schiffsausflug und die alljährliche Weihnachtsfeier geben den Senioren die Möglichkeit, einmal etwas anderes als nur die eigenen vier Wände zu sehen und neue Kontakte zu knüpfen. Diese Tage sind oft Highlights im Leben der Senioren. Denn eines ist schon lange bewusst: neben materiellen Dingen fehlt es alten Menschen oft an sozialen Kontakten

Die so genannten "Lichtkästen" in der Frankfurter Rundschau machen regelmäßig auf Einzelschicksale aufmerksam Bis 2010 hat die weit über die Grenzen Frankfurts hinaus bekannte Hilfsaktion 28 Millionen Euro verteilt. Kleine Beträge, größere Beträge, je nach dem, was alte Menschen brauchen, um sich das Nötigste leisten zu können. Über diese Menschen berichtet der Lokalteil der FR bis heute in den Wochen unmittelbar vor und während des Advents. Ganz im Sinne Karl Gerolds. Mit kleinen Erzählungen über das Schicksal von Betroffenen.
Diese Geschichten finden Resonanz. Allein 2009 spendeten fast 8.000 Menschen über 980.000 Euro für die Altenhilfe der Frankfurter Rundschau. Zu Ostern und zu Weihnachten verteilte die Hilfsaktion Beträge zwischen 250 und 375 Euro an ca. 2.000 Alleinstehende und Ehepaare.

Diesen Menschen geht es durch die Hilfsaktion nicht gleich wirklich gut. Immerhin aber geht es ihnen ein bisschen besser. Und das ist auch etwas Deshalb ist die Geschichte der Alten hilfe der Frankfurter Rundschau auch eine Erfolgsgeschichte!

2002 zeichnete die Stadt Frankfurt die FR-Altenhilfe mit der Walter-Möller-Plakette aus. Das langjährige und erfolgreiche Engagement hat die städtischen Entscheidungsträger überzeugt, der FR-Altenhilfe die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung zu verleihen. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth machte dies in ihrer Laudatio deutlich und hob die unbürokratische, unmittelbare Hilfe und die "Unterstützung für den Einzelnen" hervor, die "ein Markenzeichen der Aktion" sei. Sie würdigte "das praktische, soziale Engagement der Frankfurter Rundschau" und zeigte sich beeindruckt, dass eine Zeitung wie die FR, "die engagierte Debatten um den Sozialstaat führt, nicht nur nach dem Staat ruft, wenn Hilfe nötig ist".

FR-Altenhilfe: Chronologie

1949 - erster Aufruf zur Altenhilfe durch Karl Gerold mit dem Titel "So leben Menschen unter uns an Weihnachten 1949".

1973 - erstmals wird insgesamt eine halbe Million Mark gespendet

1975 - Beginn der berühmten Zeil-Spendenaktion durch Pit Gläser

1978 - Gründung des Vereins "Not gemeinsam lindern"

1985 - die eingegangenen Spenden überschreiten die Millionen-Mark-Marke

1992 - die Spenden erreichen die Zwei-Millionen-Mark-Grenze

1994 – insgesamt wurden seit dem Start der Altenhilfe bisher bereits 25 Millionen DM gespendet

1999 – Lothar Vetter bekommt die Ehrenplakette der Stadt Frankfurt verliehen

2002 – Auszeichnung der FR-Altenhilfe mit der Walter-Möller-Plakette der Stadt Frankfurt,

2009 – die FR-Altenhilfe wird 60 jahre alt – und wird nötiger gebraucht denn je!

Der Gesamtbetrag der gesammelten Spenden seit 1949 liegt inzwischen bei 28 Millionen Euro.

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Wie und wo die Aktion "Not gemeinsam lindern" Hilfe im vergangenen Jahr leisten konnte, erfahren Sie hier.

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Wenn Sie den Verein „Not gemeinsam lindern“, Alten- und Weihnachtshilfe der Frankfurter Rundschau e.V. mit bis zu 200 Euro im Jahr unterstützt haben, benötigen Sie keine gesonderte Zuwendungsbestätigung von uns. Bitte laden Sie sich das Dokument herunter und drucken es sich aus. Dieses kann der Steuererklärung beigelegt werden.

Altenhilfe

Die FR-Altenhilfe und die Entwicklung der jungen Bundesrepublik.

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Karl Gerold

Sieben Personen – vier Teller, Lumpen als Bettwäsche: Auch das war Weihnachten 1949. Der Original-Spendenaufruf des FR-Mitherausgebers und späteren Chefredakteurs Karl Gerold.

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