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Altenhilfe

02. Dezember 2010

Altenhilfe der FR: Jazzlokal mit Kirchenbänken

 Von Moritz Zimmermann
Die Red Hot Hottentots sorgten für gute Stimmung in der Katharinenkirche.  Foto: Michael Schick

Beim Konzert für die FR-Altenhilfe treten die Red Hot Hottentots, Emil Mangelsdorff und Christoph Oeser auf

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Draußen blinken die Konsumtempel im unangenehmen Schneeregen. Der kalte Wind lässt einen die Schultern zusammenziehen. Drinnen, in der Katharinenkirche an der Hauptwache, ist es dagegen warm und kuschelig, denn die Bänke sind voll besetzt.

Doch die Besucher lauschen keiner Predigt und wollen sich auch nicht einfach nur aufwärmen. Die meisten sind gekommen „wegen dem Emil“, wie Margarete S. sagt. Sie spricht von der 85-jährigen Saxophon-Legende Emil Mangelsdorff, der mit seiner Frau Monique auftritt. 450 Leute sind da, beim Benefizkonzert der Red Hot Hottentots am Freitag. „Die kann man immer hören“, meint Margarete. Und nicht nur das, die sorgen auch noch für eine richtig gute Stimmung. Gemeinsam mit Boogie Woogie Pianist Christoph Oeser und Mangelsdorff machen die Hottentots die Kirche kurzerhand zum Jazzlokal.

Da wird mitgeklatscht, dann gebannt gelauscht oder einfach heiter gelacht. Etwa, wenn Oeser das Klatschen ins Leere laufen lässt, um anschließend ins Auditorium zu grinsen. Der Mann ist eben Entertainer. Und er spielt. Nicht nur auf dem Klavier, sondern auch mit seinen Zuhörern, die sich ab und an zu Szenenapplaus hinreißen lassen. Als er die Bühne verlässt, hält es eine ganze Reihe nicht mehr in den Bänken. Einem Jazzlokal ähnelt die Atmosphäre auch, weil es an diesem Abend Bier in der Kirche gibt. Schon für einen Euro. Saft kostet 50 Cent. So können die Gäste beim rührigen Team der FR-Altenhilfe für ihr leibliches Wohl sorgen, denn es gibt auch Schmalzbrot und Gebäck. Alles gespendet für den guten Zweck. Eine Stunde vor dem Ende des Konzerts ist das Bockbier alle, und Wasser wird auch langsam knapp. So einen Andrang hatte es in den vergangenen Jahren nicht gegeben.

Zum Ende des Konzerts, als krönender Abschluss sozusagen, kommt es zur großen Vereinigung der Künstler. „Das soll jetzt ’ne Uraufführung werden“, kündigt Hottentot-Bandleader Jürgen Müller an, bevor Christoph Oeser sich zu den Jazzmusikern gesellt. Und als das Klavier dann vierhändig bespielt wird, gibt es Sonderapplaus. Einzelne Füße ragen aus den Bänken heraus in den Mittelgang, und es ist keiner dabei, der nicht im schnellen Takt mitwippt.

Doch Oeser hat noch nicht genug. Mitten im Stück tauscht er mit Hottentot Bernd Theimann, den Platz, weitergespielt wird dabei natürlich auch. Die Menge jubelt. Und die Hottentots, eigener Auskunft nach Boogie-Neulinge, fühlen sich ebenso wohl wie das Publikum. Doch der Abend konnte nicht enden, ohne dass auch Emil Mangelsdorff noch einmal die Bühne betritt. Zur Verabschiedungssession spielen also wirklich alle gemeinsam.

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