Altenhilfe

29. Dezember 2010

Altenhilfe: Ein Fest als Geschenk

 Von Alina-Louise Kramer
Angenehme Gesellschaft im Titusforum.  Foto: FR/Schick

Bei der diesjährigen Weihnachtsfeier der FR-Altenhilfe freuten sich bedürftige Senioren übers Essen, die Gesellschaft und das Bühnenprogramm.

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Zwei Drehorgeln, ein großer Tannenbaum, ein samtiger Ohrensessel und eine nostalgische Ladenzeile – den ersten Applaus gibt es für das Bühnenbild. Die rund 350 bedürftigen Seniorinnen und Senioren, die am Mittwoch zur Weihnachtsfeier der FR-Altenhilfe in den großen Saal des Titusforums gekommen sind, sind sichtlich angetan. „Hier ist es wirklich schön“, schwärmt eine 72-Jährige aus Preungesheim. Sie hat sich einen Platz in der ersten Reihe gesichert, um das dreistündige Programm verfolgen zu können. Weil sie nicht so gut zu Fuß ist, hat ihr Enkel sie begleitet. „Zum Glück“, sagt sie. Sonst hätte sie nicht mitfeiern können, ein Taxi könne sie sich nicht leisten.
Die Tische im Saal sind eingedeckt mit weißen Tüchern und glitzernden Sternen. In der Mitte prangen klassisch rote Weihnachtssterne, daneben duften Kuchen und Stollen. „Ich habe extra keinen Mittag gemacht“, erklärt eine 88-Jährige schmunzelnd. Essen und Trinken stehen für sie aber nicht im Vordergrund. „Sonst habe ich keine großen Gesellschaften mehr“, erzählt sie und genießt den Plausch mit ihren Tischnachbarn.
Als dann Karl Oertl das Programm eröffnet, ist es mucksmäuschenstill im Saal. Das sei „immer gut“, verrät die Seniorin noch schnell. Diesmal sorgen „Die Evergreens“ und die Mädchen der Ballettschule Martha Jacob aus Kahl für Stimmung und natürlich Karl Oertl. Der Unterhalter flirtet ein wenig mit den Damen und witzelt mit den Herren.

Andächtige Stille


Wirklich angetan sind die Gäste von Regina Steiner. Die Sängerin schwebt in einem schwarzen Kleid auf die Bühne, das mit glitzernden, silbernen Pailletten besetzt ist. Begleitet wird sie vom Drehorgelorchester. „Die singt so schön“, seufzt eine Seniorin. „Jedes Jahr“ komme sie zur Weihnachtsfeier. Wie lange schon, das wisse sie gar nicht mehr. Die gebürtige Kroatin ist dankbar, dass es die Veranstaltung gibt. „Das Fest ist ein Geschenk.“ Sie komme gerne, weil sie Bekannte treffe und Spaß habe. „Wir lachen viel.“
Andächtige Stille herrscht aber, als die Balletttänzerinnen die Szene betreten. In weißen Röcken, Samtjäckchen und passenden Hüten verzaubern sie das Publikum. Für wahres Entzücken sorgen die kleinen Ballerinen. Verkleidet als Sterne oder Engel verkörpern sie, was Regina Steiner singt. Als die Chansoneuse „Als ich ein Kind noch war“ anstimmt, ist auch der Letzte in Stimmung. Die Gesellschaft schunkelt, summt und singt.
„Es ist ja jedes Jahr was anderes“, sagt eine Seniorin aus Nied. Zuhause wäre sie nur „ganz allein“. Deswegen sei sie „dankbar und begeistert“, dass es die Veranstaltung für sozial schwächer gestellte Senioren wie sie gebe. „Erstaunlich“ sei es, dass fremde Leute ihnen so etwas ermöglichten. Über 850.000 Euro wurden in diesem Jahr schon für die FR-Altenhilfe gespendet.
Finanziert werden mit diesem Geld auch die Geschenke für die Senioren. Nachdem das letzte Stück Kuchen verputzt, der Kaffee ausgetrunken und das Programm beendet ist, bekommt jeder nämlich noch ein kleines Präsent. „Da ist die Freude groß“, weiß Karl Oertl aus Erfahrung. In den bunt bedruckten Taschen sind in diesem Jahr Wein, Wurst und Weihnachtsgebäck. So sollen auch die, die nicht so viel haben, das Fest der Liebe angemessen feiern und sich mal etwas Besonders gönnen können.

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