Das Leben von Marion H. in Bornheim muss einsam gewesen sein. Keine Freunde, eine Tochter, mit der sich überworfen hat, aber immerhin eine eigene Wohnung. Als die geräumt werden sollte, weil die 68-Jährige Mietschulden von 750 Euro hatte, wollte sie nicht freiwillig gehen: „Zwei Polizisten haben mich weggeschleift, als hätte ich jemanden umgebracht“, erzählt sie im „Zentrum für Frauen“.
Das Zentrum, das von der Frankfurter Diakonie geführt wird, ist ein großes Haus, direkt am Zoo. Dort gibt es zwei Beratungsstellen für Frauen, eine richtet sich speziell an Prostituierte, auch ein Tagestreff Türen für alle Frauen und „Lilith“, ein Wohnprojekt für obdachlose Frauen mit 28 Plätzen und vier Notbetten sind hier unter einem Dach.
Über 987.000 Euro kamen im vergangenen Jahr zusammen. Es beteiligten sich rund 8000 Leserinnen und Leser.
Das meiste Geld wurde als direkte Hilfe zu Weihnachten und Ostern ausgegeben. Über 1800 Personen wurden mit jeweils 250 Euro unterstützt.
Für Notfälle, wenn akut eine neue Brille gebraucht wurde oder die Waschmaschine den Geist aufgab, hat die FR-Altenhilfe 22.000 Euro ausgegeben.
An Urlaubszuschüssen wurden 30.000 Euro gezahlt, für Schiffsausflug und Weihnachtsfeier 26.000. Bedürftige Heimbewohner erhielten zusammen 18.000 Euro an Taschengeld
An Projekten unterstützte die Altenhilfe im Jahr 2009 den Weser 5-Tagestreff des Diakonischen Werks mit 4000 Euro, die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft bekam für ältere MS-Kranke 5000 Euro und das Bürgerinstitut Frankfurt für seinen Treff im Rothschildpark und die Senioren-Sicherheitsberatung insgesamt 6000 Euro.
Mindestens 65 Jahre alt müssen die Personen sein, die von der Altenhilfe unterstützt werden wollen. Sie sollten seit 25 Jahren in Deutschland leben, ihren Wohnsitz in Frankfurt oder dem Rhein-Main-Gebiet haben und dürfen wenn, nur über ein geringes Einkommen verfügen.
Die Spendenkonten: Frankfurter Sparkasse Konto 923 630, BLZ 500 502 01 und Postbank Frankfurt Konto 0102 500 603, BLZ 500 100 60.(ft)
Als Marion H. vor einigen Wochen hierher gebracht wurde, war sie zunächst sehr verwirrt, erzählt Sozialarbeiterin Mehri Farzan. Heute gehe es ihr viel besser. Farzan findet es „einen Skandal, wie einfach es ist, eine alte Frau wohnungslos zu machen.“ Seit der Zwangsräumung ist die Frau die erste Ansprechpartnerin für Marion H.. Wenn man die 68-Jährige fragt, wie sie sich die Zukunft vorstellt, dann träumt sie noch von einer neuen Wohnung – „mit Wohnzimmer, Schlafzimmer, Küche und Bad“.
Doch tatsächlich werde für sie „ein schönes Seniorenheim“ gesucht, denn es sollte auch in Zukunft jemand ein Auge auf sie haben. Weihnachten möchte die 68-Jährige noch bei „Lilith“ verbringen. Bis dahin versucht man dort, einen Kontakt zu Hs. Tochter herzustellen. Marion H. möchte sich versöhnen und ein Zahnarztbesuch steht auch noch an: Es fehlen mehrere Zähne.
Rückschlage sind an der Tagesordnung
Ein Jahr lang bleiben die Frauen durchschnittlich in der Einrichtung, berichtet die Leiterin des Zentrums, Karin Kühn. Der Unterbringung gehe oft eine lange Leidensgeschichte voraus. Gewalt mussten achtzig Prozent der Frauen erfahren, mindestens ein Drittel sei sexuell missbraucht worden. Viele Bewohnerinnen litten an Ess-Störungen, würden zu viel Alkohol trinken. Die Hälfte habe Schulden.
Mit einer Sozialarbeiterin werden Schritte festgelegt, die in die Zukunft führen, erklärt Kühn. Nach maximal zwei Jahren sollten die Frauen in der Lage sein, ihr Leben selbst zu organisieren. Natürlich gäbe es immer wieder Rückschläge.
Jaschka R. und Sarah K. sitzen in der Küche ihrer Wohngruppe. Eigentlich sollten sich jetzt alle zur „Grundreinigung“ treffen, aber nur die Hälfte der Frauen kam. Also fällt die Grundreinigung erstmal aus.
Für die Frauen, die ins Zentrum kommen, gibt es einen kleinen Etat für Notfälle, der allein aus Spenden besteht. Damit werden Frauen unterstützt, denen das Geld für Lebensmittel, Kleidung, eine Brille oder einen Kühlschrank fehlt. Weil die FR-Altenhilfe diesen Frauen helfen möchte, hat sie das Zentrum 2010 mit 5000 Euro unterstützt – Geld, das vor allem an die Älteren geht. „An diese Frauen, wie zum Beispiel ältere Prostituierte, kommen wir selbst nicht heran“, sagt Altenhilfe-Geschäftsführerin Gina Lülves.
Wie und wo die Aktion "Not gemeinsam lindern" Hilfe im vergangenen Jahr leisten konnte, erfahren Sie hier.
Wenn Sie den Verein „Not gemeinsam lindern“, Alten- und Weihnachtshilfe der Frankfurter Rundschau e.V. mit bis zu 200 Euro im Jahr unterstützt haben, benötigen Sie keine gesonderte Zuwendungsbestätigung von uns. Bitte laden Sie sich das Dokument herunter und drucken es sich aus. Dieses kann der Steuererklärung beigelegt werden.
Die FR-Altenhilfe und die Entwicklung der jungen Bundesrepublik.

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