Altenhilfe

01. Dezember 2010

Altenhilfe: Weihnachtsgeschichte mit Schwächen

Mit einer etwas anderen Adventsfeier unterstützt die deutsch-bengalischen Gesellschaft in Heddernheim die Altenhilfe der FR .

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Hier heißt Advent: Tannenbaum, Oh du Fröhliche und die Weihnachtsgeschichte als krönender Abschluss. So sieht die stark verknappte, christlich angehauchte Fassung der Zeit bis Heiligabend in unserem westlichen Kulturkreis ungefähr aus. Vielleicht fehlen noch Plätzchen und der Nikolaus, ganz sicher aber der Stress der Konsumgesellschaft.

Aber vorweihnachtliche Atmosphäre kann ganz anders aussehen und vor allem klingen. Das dachte sich auch Hamidul Khan, Vorsitzender der deutsch-bengalischen Gesellschaft. Für die FR-Altenhilfe organisierte er deswegen am Samstag einen Abend mit Marionettentheater, einem Abendessen mit bengalischem Gemüsemix und indisch-bengalischen Weihnachtsliedern. Da das Publikum fast ausschließlich ohne orientalischen Hintergrund war, konnte ein Kulturaustausch der besonderen Art stattfinden. Weihnachten mal anders, „von der anderen Seite der Welt“, sagt Khan. Die Benefizveranstaltung bot zunächst jedoch ganz klassisch Kaffee und Kuchen.

Im Anschluss folgte die Geschichte der Geburt Jesu als Marionettentheater. „Aber aus der Sicht der Tiere“, warnt Buchautorin Petra Florence Schürrle-Sarkar, die das Stück 2007 geschrieben hat und seitdem damit durch Deutschland tourt. Gemeinsam mit ihrem Mann Ronju Sharkar, einem indischen Musiker. Viele Kinder waren nach Heddernheim in die Evangelische St. Thomasgemeinde gekommen, und die sollten vorher wissen, dass das folgende mit ihrem Religionsunterricht nur in Auszügen zu tun haben würde.

Denn Kaspar, „der schwärzeste nubische Magier“ trinkt gern mal einen zu viel, und Balthasar hört sich einfach zu gerne selbst reden, weshalb er sich ständig in endlose Diskussionen verstrickt. Die Bibel diente der Autorin aber als Grundlage für ihr Stück, weshalb die drei Weisen aus dem Morgenland zunächst wie gewohnt dem Stern folgten. Einziger Unterschied bei Beginn des Marionettentheaters waren die Klänge, die die Könige begleiteten und aus dem Orient zu stammen schienen. Auf den ersten Eindruck nicht-weihnachtlich sorgten sie doch für warm-weihnachtliche Gefühle.

Im Sandsturm verlieren die drei nicht ganz so heiligen Könige jedoch ihre Tiere, die dann den Weg zum Kind viel schneller finden. Die Heiligen genießen die Bäder des Herodes, der sich selbstgefällig auf einem Sessel herumfläzt, und können auch wegen einer schönen Tänzerin einfach keinen klaren Kopf bewahren. „Ich wollte die Schwächen der Menschen aufzeigen“, sagt dann auch die Autorin.

Alles andere als Kasperletheater oder Altenhilfe als Horizonterweiterung, hätte der Titel der Veranstaltung auch heißen können. Am Ende gab es jedenfalls nur Gewinner. ( moz)

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