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Altenhilfe

22. Dezember 2010

Bettina A. : Durch die Pflege "kaputt gemacht"

Zwei Jahrzehnte lang kümmerte sie sich um ihren schwerkranken Mann. Vor einem Jahr starb er schließlich. Heute geht es der Rentnerin gesundheitlich immer schlechter.

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Bettina A. vergleicht
immer die Preise
Bettina A. ist realistisch. Dass sie Probleme mit den Beinen hat, und dadurch nicht mehr schmerzfrei laufen kann, gehört für sie zum Altsein dazu. Auch klagt sie nicht, dass ihre Hüfte häufig wehtut: „Das ist halt so, wenn man alt ist.“ Ihren 73. Geburtstag hat die in Heddernheim Lebende im Sommer gefeiert. Was ihr größere Sorgen bereitet, ist die Tatsache, dass sie in jüngster Zeit immer wieder kollabiert. „Dann sehe ich die Leute und höre sie. Ich kann aber nicht antworten, nicht aufstehen und mich nicht rühren.“ Ihr Arzt spricht von einer Art epileptischem Anfall. Auch gebe es die Diagnose, dass die Zusammenbrüche mit einem kaputten Lendenwirbel zusammenhängt. Bettina A. dagegen geht davon aus, dass sie sich „kaputt gemacht“ hat durch die jahrelange Pflege ihres vor einem Jahr verstorbenen Mannes. Zwei Jahrzehnte lang kümmerte sie sich um ihren schwerkranken Mann. Anfang der 90er Jahre kam dieser mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus. „Davon hat er sich nie wieder erholt.“ Probleme mit der Lunge und später mit den Nieren, „es kam eins zum anderen“. Zum Schluss verlor ihr Ehemann das Augenlicht. „Da konnte auch ich irgendwann nicht mehr viel machen.“ Als ihr Mann Ende 2009 schließlich starb, „da war ich froh, dass sein Leiden endlich ein Ende hatte“. Kennengelernt hatte Bettina A. ihren aus Ungarn stammenden Mann in Frankfurt. Bei einem Ausflug nach Heddernheim begegnete sie ihm und verliebte sich. Anfang der 60er Jahre war sie an den Main gezogen. Sie wollte ihre alte Heimat Dortmund hinter sich lassen, wo ihr erster Ehemann im Bergbau verunglückt war: „Da musste ich immer wieder an ihn denken.“ Als Zimmermädchen fand sie schließlich eine Arbeit in Frankfurt. Ihre beiden kleinen Töchter aus erster Ehe hatte sie zunächst bei den Eltern in Dortmund zurückgelassen. Erst als sie sicher Geld verdiente, holte sie die beiden nach. Für die Zeit, in der sie ihren Mann gepflegt hat, bekommt die 73-Jährige eine Rente von 112 Euro ausgezahlt. Zusätzlich erhält sie Witwengeld und Hilfe vom Sozialamt. Viel kann sich Bettina A. dennoch nicht leisten. „Ich vergleiche immer ganz genau die Preise von Kleidung, wo es am billigsten ist.“ Das zusätzliche Geld über die FR-Altenhilfe sei für sie ein großer Segen. „Davon gönne ich mir manchmal ein Stückchen Aal oder einen Karpfen. Auch Seelachsschnitzel sind nicht so teuer“, sagt die 73-Jährige. Zudem kauft sie von dem Geld Orangen und Clementinen, „Sachen, die ich mir sonst nicht leisten kann“. (bos)

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