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Altenhilfe

22. Dezember 2010

Charlotte L.: Umlagen-Nachzahlung – und schon wird’s eng

Die alte Dame hat sechs Kinder. Doch an Weihnachten wird sie nur ihr Sohn besuchen.

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In diesem Jahr wird Charlotte L. wohl Weihnachten in den eigenen vier Wänden feiern. Zusammen mit ihrem jüngsten Sohn. Und schon der Gedanke daran treibt ihr die Tränen in die Augen. Nicht etwa, weil sie ihren Jüngsten nicht mag. Sondern viel mehr, weil sie sich vom Rest der Familie abgeschnitten sieht. Und diese ist groß. Sechs Kinder hat die 77-Jährige. Doch Kontakt hat sie nur noch zum jüngsten Sohn. Dabei war es bis zuletzt mit der jüngsten Tochter noch harmonisch. Mehrfach die Woche sahen sie sich. Heiligabend feierte Charlotte L. bei ihr. Doch mag sie der Freund der Tochter nicht: „Er versucht, uns auseinander zu bringen.“ Die Familienverhältnisse der Rentnerin sind schwierig. Die ältesten zwei Kinder stammen aus erster Ehe. Dass sie diese in den 50er Jahren in ein Heim hat geben müssen, haben die beiden nie verziehen. Dabei habe sie damals keinen Ausweg gesehen. Rund um die Uhr musste sie arbeiten, das Geld reichte nur für eine Bleibe in einer Pension. Hilfe von ihrem Vater und ihrer Stiefmutter gab es keine, die hatten sich abgewandt. „Ich wusste nicht, was ich sonst machen sollte.“ Auch ihr erster Sohn mit dem zweiten Mann hat den Kontakt abgebrochen. Er glaubt, dass L.’s erster Mann sein Vater ist. Denn sie bekommt das Kind, bevor die Scheidung durch ist. Glück verspürt sie nur in den Jahren mit ihrem zweiten Mann. Doch der stirbt früh. Seit den 90er Jahre lebt sie alleine. Zum Leben bleibt ihr eine Rente von 255 Euro und Sozialhilfe. „Davon kann ich mir so gut wie nichts leisten.“ Eigentlich wollte sie sich vom Geld der FR-Altenhilfe Schuhe kaufen. Doch jetzt flatterte ihr eine Nachzahlung für Umlagen von 71 Euro ins Haus, „und ich weiß nicht, ob ich das selbst bezahlen muss – dann wird’s eng“. bos

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