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Altenhilfe

17. November 2010

Elfriede F. : "Es ist nicht leicht um Hilfe zu bitten"

Ein Leben lang hat die Rentnerin für Leute gekämpft. Jetzt geht das nicht mehr, aber sie möchte nicht aufgeben. Deshalb will Elfriede F. Petra Roth auch einen Brief schreiben

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Seit 44 Jahren wohnt die gebürtige Slowenin Elfriede F. in Frankfurt. Eines Jobs wegen zog sie seinerzeit hierher und nahm dafür sogar die Trennung von ihrem Mann in Kauf, der mit den drei gemeinsamen Kindern in der Heimat blieb und später ihre beste Freundin heiratete. Nach verschiedenen Stationen war sie schließlich neun Jahre Kantinenchefin. „Ich war auch im Betriebsrat und habe für die Leute da gekämpft“, erzählt die 73-Jährige: „Ich hätte mich sogar mit dem Chef geschlagen, wenn es nötig gewesen wäre.“

Das änderte sich am 5. September 1977 schlagartig. Elfriede F. erlitt einen schweren Arbeitsunfall und kann seitdem ein Bein nicht mehr richtig belasten; sie ist auf die Hilfe Anderer angewiesen. Mit ihrer kleinen Rente kommt sie kaum über die Runden. Die Altenhilfe, die sie seit 2004 bekommt, ist für sie „ein Goldregen, ein wahrer Segen“. Große Sprünge machen oder sich etwas Besonderes leisten kann sie von dem Geld nicht; es stopft die Löcher.

„Es ist nicht leicht, um Hilfe zu bitten“, erzählt die Rentnerin, doch trotz gesundheitlicher und persönlicher Rückschläge will sie nicht aufgeben. Wenn die Geburtstage der Kinder kommen und sie ihnen nichts schenken kann, schämt sie sich zwar manchmal, aber sie weiß, dass es nicht anders geht. Zwei ihrer Kinder hat sie nach Deutschland geholt, nachdem sie Fuß gefasst hatte. Ein Sohn blieb beim Vater. „Irgendwann hat er mir gesagt, mein Sohn ist ertrunken. Aber das glaube ich nicht“, erzählt die Seniorin. Sie hätte gerne Nachforschungen angestellt, aber ihre schmalen finanziellen Möglichkeiten ließen das schon früher nicht zu.

Und heute geht das erst recht nicht, aber Elfriede F. freut sich auch so sehr über die Zuwendungen der Altenhilfe. „Mir geht das Herz auf, wenn Anfang Dezember der Brief kommt.“ Dann weiß sie, dass sie auch in diesem Jahr das Geld bekommt, um mal wieder „richtig einzukaufen“. Aber in der Gegend, in der sie wohnt, gibt es kein Geschäft, das fußläufig zu erreichen wäre. „Dabei gibt es hier so viele alte Leute.“

Mit einer Freundin hat sie sich überlegt, „der Petra Roth mal zu schreiben“ und sie um Hilfe zu bitten, damit in der Nähe ein Lebensmittelgeschäft eröffnet werden kann. Mehr als Nein sagen könne die schließlich auch nicht. Und sie selbst hätte sich wieder für andere eingesetzt – so wie früher. (pralk)

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