Erika U. (Name geändert) ist eine Person, die nicht schnell klagt über die Schicksale ihres Lebens. Die 72-Jährige erzählt über ihre körperlichen Leiden eher in einem Ton, als handele es sich nur um etwas Ärgerliches. Die Osteoporose, die ihr mittlerweile fünf Wirbel brüchig werden ließ. Der Krebs, der vor Jahren eine Brust-OP nötig machte.
Drei Mal in der Woche kommt eine Mitarbeiterin eines Pflegedienstes, damit Erika U. auch weiterhin in Neu-Isenburg in ihren eigenen vier Wänden bleiben kann. Eine Haushaltshilfe sieht wöchentlich in der kleinen Wohnung nach dem Rechten. "Ich kann leider nicht mehr putzen oder andere schwere Tätigkeiten im Haushalt machen", sagt die ältere Dame. Wegen der Krankheiten, fällt es der 72-Jährigen schwer, das Haus zu verlassen. Das Telefon ist für sie immer mehr der Kontakt nach draußen geworden, beispielsweise zu ihrer Schwester, der es nicht gut geht.
Erika U. wuchs bei Bonn mit fünf Geschwistern auf. Sie war die Jüngste. Eine glücklich Kindheit? Die Rentnerin winkt ab. "Die Familie war nicht gut." Ohne anhaltendes Glück war auch die Liebe, wegen der sie nach Neu-Isenburg zog. Aus der Beziehung ging ein Sohn hervor. Geheiratet wurde nicht. "Leider", sagt Erika U. mit einem Anflug von Ironie. "Dann hätte ich heute wenigstens noch eine Witwenrente."
Die Ausbildung zur Industriekauffrau und die spätere Tätigkeit bei einem Hersteller von Massagegeräten haben ihr keinen Reichtum beschert. Rente und Grundsicherung reichen gerade, um über die Runden zu kommen. Eine neue Strumpfhose ist für Erika U. zu einem fast unbezahlbaren Konsumgut geworden. Die Seniorin muss mit rund 300 Euro im Monat nicht nur sich, sondern auch ihre Katze versorgen und die ist wegen ihres Alters auch schon etwas kränklich, erzählt die Rentnerin.
"Die Katze hat Nierenprobleme, da muss ich teures Spezialfutter vom Tierarzt kaufen", sagt Erika U. Wenn es mal besonders knapp wird, übt sie Verzicht zugunsten ihres vierbeinigen Gesellschafters.
Die FR-Altenhilfe bekommt Erika U. seit 1999. "Ohne das Geld gebe es nichts, von dem ich mir ein Bekleidungstück kaufen könnte. Ich freue mich jedes Mal", sagt U. Zu ihren Unerschwinglichkeiten gehört auch, etwas zu kaufen, um es zu verschenken. In diesem Jahr soll ihr Sohn nach vielen Jahren wieder ein kleines Geschenk zu Weihnachten bekommen, erzählt die Rentnerin zufrieden. (sun)
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Die FR-Altenhilfe und die Entwicklung der jungen Bundesrepublik.

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