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Altenhilfe

24. Dezember 2012

FR-Altenhilfe: Eine Spende für das Nötigste

 Von Eva Bender
Auf der Weihnachtsfeier der FR-Altenhilfe im Titus-Forum.  Foto: S. Rheker

FR-Altenhilfe sammelt 2012 fast 850.000 Euro. Das Geld brauchen die Empfänger vor allem für Arznei und Kleidung.

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Das Jahr neigt sich dem Ende zu, da wird es Zeit Bilanz zu ziehen, auch für die FR-Altenhilfe. „Und die Bilanz ist gut“, sagt die Geschäftsführerin Gina Lülves. „Am 21. Dezember waren es 841.464,11 Euro Spendeneinnahmen. Das ist knapp unter dem Vorjahresergebnis, aber da kann sich bis Jahresende noch viel tun.“ Die FR-Leser seien sich der Problematik der Altersarmut sehr bewusst und bereit zu helfen. „Sie wissen, dass es die alte Frau von nebenan sein könnte, die Hilfe braucht“, sagt Lülves.

Für diese Menschen konnte die FR-Altenhilfe in diesem Jahr wieder viel tun. „Wir haben zur Zeit etwa 1200 hilfsbedürftige Menschen in unserer Kartei. Aufgenommen wird, wer über 65 Jahre alt ist und wer wegen einer zu kleinen Rente auf Grundsicherung angewiesen ist“, erklärt Lülves. Das gespendete Geld kommt diesen Menschen auf verschiedenen Wegen zu: „Zunächst zahlen wir zu Ostern und Weihnachten finanzielle Beihilfen in Höhe von 250 Euro aus. In diesem Jahr haben wir dafür rund 650.000 Euro ausgegeben.“ Die Grundidee dahinter sei gewesen, dass sich die alten Leute von dem Geld einmal etwas Besonderes leisten sollten. „Aber in den letzten Jahren leisten sich die Meisten gar nichts mehr. Das Geld brauchen sie dringend für das Notwendigste, wie Medikamente oder warme Kleidung“, so Lülves.

Neben diesen Beihilfen springt die Altenhilfe auch in Notsituationen ein, in denen Rentner Hilfe brauchen. „Das kann eine Zahnbehandlung sein oder ein kaputter Kühlschrank. Manchmal auch einfach eine neue Brille oder ein Hörgerät“, erzählt Lülves. Die Krankenkassen würden in den vergangenen Jahren immer weniger Leistungen übernehmen.

Die 55-Jährige engagiert sich schon seit mehr als zehn Jahren für die Altenhilfe. Ihr gehen die Schicksale immer noch sehr nahe. „Bei der Altenhilfe habe ich das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Es macht Spaß zu helfen und man bekommt unheimlich viel zurück.“ Das hat Gina Lülves auch bei gemeinsamen Veranstaltungen mit den älteren Menschen gemerkt. „Wir organisieren jedes Jahr die Weihnachtsfeier. Außerdem einen Tagesausflug: Der ging in diesem Jahr nach Rüsselsheim, mit dem Schiff.“ Danach erhalte sie oft Karten, mit denen sich die Menschen beim Verein bedanken. „Für die Leute ist es ein schöner Tag, wenn sie in Gesellschaft sein und auch mal richtig schlemmen können“, sagt Lülves.

Neben der zunehmenden Altersarmut erlebe sie auch viel Einsamkeit: „Deswegen ist es wichtig, dass die Menschen merken, dass jemand für sie da ist.“

Die FR-Altenhilfe hat in diesem Jahr zudem zwei Frankfurter Projekte unterstützt: „Das ist einmal ein Restaurant in Nieder-Eschbach und ein Wohnwagenprojekt in Bonames. Beides Projekte, bei denen die Hilfe direkt bei den alten Menschen ankommt“, so Lülves.

Eine Jahresbilanz mit den finalen Zahlen werde die FR-Altenhilfe im Januar bekanntgeben. „Und wir wollen die Spender natürlich auch immer auf dem Laufenden darüber halten, wofür die Spenden ausgegeben werden“, betont Lülves. Diesem Zweck dienen auch die „Lichterkästen“ die in der Frankfurter Rundschau Einzelschicksale vorstellen. Auf einen dieser Lichterkästen reagierte Erica Schmidt, die schon seit 36 Jahren die FR liest. „Ich war so angerührt von Friedrich P. und seinem einfachen Wunsch nach Bettwäsche“, erzählt sie. Sie habe sich daraufhin mit der Altenhilfe in Verbindung gesetzt und es konnte Kontakt mit dem Mann hergestellt werden. „Wir treffen uns und ich freue mich schon richtig darauf. Dann werde ich ihm Flanellbettwäsche mitbringen und einen Stollen.“ Friedrich P. habe ihr gesagt, dass er sich vor allem auf ein schönes Gespräch freue.

Für das neue Jahr wünscht sich Gina Lülves, dass noch mehr für die Alten getan wird. „Fast alle Menschen in unserer Kartei sind krank und brauchen dringend Medikamente. Das sollte doch in einer Gesellschaft wie der unseren möglich sein.“

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